<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>stadtwanderer</title>
	<atom:link href="http://www.stadtwanderer.net/?feed=rss2" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.stadtwanderer.net</link>
	<description>geschichte(n) aus meinem lebensraum</description>
	<lastBuildDate>Thu, 10 May 2012 07:42:01 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>stadtwandern mit  berner regierung</title>
		<link>http://www.stadtwanderer.net/?p=15034</link>
		<comments>http://www.stadtwanderer.net/?p=15034#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 May 2012 07:30:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cal</dc:creator>
				<category><![CDATA[rubrik in eigener sache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtwanderer.net/?p=15034</guid>
		<description><![CDATA[im spätherbst werde ich mit der versammelten berner kantonsregierung stadtwandern. sofern &#8230; andreas rickenbacher, berns volkswirtschaftsdirektor, war einst mein erster fester mitarbeiter beim gfs.bern. später stieg er in die politik ein, wurde rasch sp-fraktionspräsident im grossen rat (parlament), und seit 2006 ist er teil der berner regierung. als ich meine stadtwanderungen entwickelte, gehörte er zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>im spätherbst werde ich mit der versammelten berner kantonsregierung stadtwandern. sofern &#8230;</strong></p>
<p><a href="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/seeland.jpg"><img src="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/seeland-300x119.jpg" alt="" title="seeland" width="400" height="159" class="alignleft size-medium wp-image-15038" /></a></p>
<p>andreas rickenbacher, berns volkswirtschaftsdirektor, war einst mein erster fester mitarbeiter beim gfs.bern. später stieg er in die politik ein, wurde rasch sp-fraktionspräsident im grossen rat (parlament), und seit 2006 ist er teil der berner regierung. </p>
<p>als ich meine stadtwanderungen entwickelte, gehörte er zu meinen frühen &#8220;versuchskaninchen&#8221; und begleitete mich bei meinen ersten historischen gehversuchen durch berns kapitale. </p>
<p>nun wird andreas rickenbacher, wenn alles gut geht, diesen sommer zu berns regierungspräsident gewählt. da gehört es sich, dass die anschliessende regierungsklausur in der wohnregion des geehrten stattfindet. in diesem falle im seeland.</p>
<p>andreas hat sich an unsere gemeinsame zeit zurückerinnert, und mich eingeladen, für den fall der fälle über eine geeignete &#8220;stadtwanderung&#8221; mit seinen regierungskollegInnen nachzudenken.</p>
<p>mache das gerne, und sehe, falls es soweit kommen sollte, drei stichworte vor, die ich der berner regierung auf den weg mitgeben möchte: </p>
<p>erstens, das eigenleben des grossraumes biel/bienne, der lange nicht zu bern gehörte und bis heute ein urbanes gegengewicht zur kantonshauptstadt ist,<br />
zweitens, der plurikulturelle raum, durch dessen mitte seit der völkerwanderung die sprachgrenzen geht, an der die stadt biel/bienne ein löblich brückenfunktion wahrnimmt,<br />
und drittens die geopolitische lage des raumes, der seit menschengedenken verkehrspolitisch wichtig ist, spätestens seit dem hochmittelalter durch konkurrierende verkehrswege geprägt wird. bis in die heutige zeit &#8230;</p>
<p>so sollen, im erwartbaren falle, unsere regierungsmitglieder, meist mit dem tagesgeschäft beschäftigt, in die grösseren zusammenhänge der raumzeit-geschichte eingeführt werden. </p>
<p>detailplanung im sommer &#8230;</p>
<p>stadtwanderer</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtwanderer.net/?feed=rss2&#038;p=15034</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>wo george gallup seinen lebensabend verbrachte</title>
		<link>http://www.stadtwanderer.net/?p=15021</link>
		<comments>http://www.stadtwanderer.net/?p=15021#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 May 2012 11:35:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cal</dc:creator>
				<category><![CDATA[rubrik in eigener sache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtwanderer.net/?p=15021</guid>
		<description><![CDATA[es war, als läge die ruhe selbst über dem dorf. denn das präsentierte sich, wie wenn alles und jedes von der innerlichkeit leben würde, welche die gegend seit 5 jahrhunderten prägt. &#8211; bis die örtliche musikgruppe, die sich in der kirche versammelt hatte, zur grossen probe aufspielte. die eingangstüre war sperrangelweit offen, sodass der sound [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>es war, als läge die ruhe selbst über dem dorf. denn das präsentierte sich, wie wenn alles und jedes von der innerlichkeit leben würde, welche die gegend seit 5 jahrhunderten prägt. &#8211; bis die örtliche musikgruppe, die sich in der kirche versammelt hatte, zur grossen probe aufspielte. die eingangstüre war sperrangelweit offen, sodass der sound der zahlreichen bläser und geiger unüberhörbar in die gegend drang.</p>
<p>1. mai 2012 in sigriswil: was für ein erlebnis!</p>
<p>sicher, sozialistisches war in der svp-burg am rechten ufer des thunersees nicht zu finden. das überlässt man ganz den städtern, in paris oder zürich. hier ist man heimatverbunden, diszipliniert und kraftvoll.</p>
<p>in sigriswil gibt es dafür burgund(t)ergründe. denn vor tausend jahren war man an den gestaden des thunersees teil des königkreichs (hoch)burgund, dessen zentrum das kloster st. maurice im heutigen wallis lag. die lebensweise der mittelalterlichen burgunder war imperial &#8211; römisch geprägt, in der katholischen form der damaligen zeit. der 1. mai war der gedenktag von könig sigismus, der im 6. jahrhundert das hauskloster der burgunderkönige durch schenkungen zum führenden kleinod in den alpen gemacht hatte.</p>
<p>seither haben sich nicht nur die zeiten geändert. von der burgunderkirche in sigriswil ist nur der platz übrig geblieben. die herrschaft wechselte im 11. jahrhundert. das rechte aareufer, und damit auch sigriswil, kam zum herzogtum schwaben, wo sich das südschwäbische haus kyburg immer mehr ausdehnte und die alemannische mentalität aufleben liess. 1347 erhielt man die unabhängigkeit vom adel verbrieft, wie das gemeindegewölbe, ein kleines gedenkhaus mitten in sigriswil, bis heute bezeugt. der freiheitsbrief von damals ist programm geblieben: für die eigene sache einstehen und sich von niemanden einnehmen lassen, ist das motto lebensmotto der sigriswiler.</p>
<p>das siegel der kyburger ist erhalten geblieben, nicht aber das von thun und bern. das ist fast schon symbolisch, denn faktisch ist man mit dem auftrebenden aaretransithandel im spätmittelalter mindestens administrativ in den einflussbereich der beiden nahegelegenen zentren geraten. die reformation hat man entsprechend mitgemacht, das strenge stadtleben gegen das freie vom land eingetauscht. im 17. jahrhundert hat man dafür den stolzen landmann, den bauern, den gewerbler und später auch der touristiker als gegenfigur wieder aufleben lassen. so ist sigriswil bis heute ein zentrum der schweiz, die auf sich bezogen und abgegrenzt von allem urbanen lebt. karl howald, der legendäre pfarrer im 19. jahrhundert &#8211; ein hervorragender kenner der berner brunnen, aber auch ein propagandist der konservativen lebensweise &#8211; wirkte nicht zufällig in der kirche von sigriswil.</p>
<p>die wikipedia erwähnt howald als einen den berühmten männer aus dem dorf. adrian amstutz, der jetzige fraktionschef der svp unter der bundeskuppel, der vehement gegen die personenfreizügigkeit kämpft, gehört auch dazu. seine politkarriere begann, kurz nach der denkbwürdigen ewr-entscheidung, mitten in sigriswiler baugewerbe.</p>
<p>nicht zu den grossen sigriswilern zählt selbst die ubiquitär ausgerichtete wikipedia george gallup. obwohl der erfinder der opinion polls vor amerikanischen präsidentschaftswahlen (und damit ein weiter &#8220;vorfahre&#8221; von mir &#8230;) in sigriswil seinen lebensabend verbracht hatte. genug vom lob für seine legendäre prognose von 1936, aber auch für die kritik wegen seiner fehlentschätzung 1948 hatte er sich der demoskopie-professor nach seiner pensionierung in die schweiz zurückgezogen. seine ruhe fand er im tschingel, einem flecken, der zu sigriswil gehört. da studierte der neugierige, wie direkte demokratie funktioniert, die lokale politik stärkt, aber auch die abgrenzung fördert. </p>
<p>gallup verstarb am 26. juli 1984 er in seinem sigriswiller wohnhaus. die geschichte zwischen ihm und seinen mitbewohner sollte ein unglückliches ende nehmen. dem kauzigen amerikaner, der die stichprobenbildung in die bevölkerungsbefragungen einführt und sich so in den globalen olymp der sozialwissenschaften befördert hatte, verweigerte man nach seinem tod das grab auf dem friedhof vor der ehrwürdigen kirche in sigriswil.</p>
<p>einheimische und fremde sind hier zwei getrennte gruppen, dachte ich mir, als ich meinen morgenspaziergang im dorf machte. immerhin, das eine oder andere weicht sich auf! den gast in der tourismusgemeinde hat das hotel bären zuvorkommend bewirtet. und im gemeindegewölbe wird am samstag eine ausstellung eröffnet, die sich der auswanderung der sigriswiler annimmt &#8211; ausgerechent in die usa &#8230;</p>
<p>stadtwanderer</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtwanderer.net/?feed=rss2&#038;p=15021</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>weltweiter stadtwanderer-tag</title>
		<link>http://www.stadtwanderer.net/?p=15014</link>
		<comments>http://www.stadtwanderer.net/?p=15014#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 09:48:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cal</dc:creator>
				<category><![CDATA[rubrik in eigener sache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtwanderer.net/?p=15014</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Walkable neighbourhoods, urban literacy, cities planned for and by people&#8221;, das ist jane&#8217;s vision. am ersten mai-wochenende soll man dafür weltweit stadtwandern gehen. jane jacobs, die begründerin der globalen stadtwanderer-bewegung im portrait. bis vor kurzem kannte ich die community jane&#8217;s walk nicht. dann stiess ich beim twittern auf sie. zwischenzeitlich habe ich mich ein wenig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Walkable neighbourhoods, urban literacy, cities planned for and by people&#8221;, das ist jane&#8217;s vision. am ersten mai-wochenende soll man dafür weltweit stadtwandern gehen.</strong></p>
<p><a href="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/history.jpg"><img src="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/history-300x138.jpg" alt="" title="history" width="300" height="138" class="alignleft size-medium wp-image-15018" /></a><br />
<em>jane jacobs, die begründerin der globalen stadtwanderer-bewegung im portrait.</em></p>
<p>bis vor kurzem kannte ich die community jane&#8217;s walk nicht. dann stiess ich beim twittern auf sie. zwischenzeitlich habe ich mich ein wenig damit beschäftigt &#8211; und bin begeistert, teil einer grossen bewegeung zu sein, die es seit 2007 gibt und sich seither munter verbreitet.</p>
<p>denn mit urban literacy kann ich mich voll identifizieren. zu deutsch könne man, sinngemäss, von &#8220;bildung durch städte&#8221; sprechen, was ich schon seit jahren propagiere. </p>
<p>denn städte sind, mit ihren grundrissen und bauten, mit ihrer kunst und werbung, ja mir ihren gesellschaften und individuen, einmalige stätten der bildung. nirgends ist die kulturelle informationsdichte so hoch wie hier. nur muss man lernen, sie zu lesen. </p>
<p>historisch, mit blick auf den schmalen grad zwischen kommender und vergehender gegenwart, ja futuristisch. </p>
<p>zu jane&#8217;s vision gehört, dass sie gelebt werden soll. am 5./6. mai 2012 finden weltweit (erneut) die tages des stadtwanderns statt. durch bildungshungrige und teilnehmedurstige, denen es nicht egal ist, wo sie leben, wie ihr leben urban formatiert ist,  sondern eingreifen und erzählen wollen.</p>
<p>werde mich beteiligen, an diesem globalen grossereignis!</p>
<p>stadtwanderer</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtwanderer.net/?feed=rss2&#038;p=15014</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>(für einmal) mit bern tourismus unterwegs</title>
		<link>http://www.stadtwanderer.net/?p=15005</link>
		<comments>http://www.stadtwanderer.net/?p=15005#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 22:01:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cal</dc:creator>
				<category><![CDATA[rubrik in eigener sache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtwanderer.net/?p=15005</guid>
		<description><![CDATA[ipod und kopfhörer begleiten einem, wenn man mit bern tourismus (alleine) stadtwandern geht. informativ, abwechslungsreich, auf neuankömmlinge ausgerichtet, und doch nicht einfach nur oberflächliches wie in so manch gedruckten stadtführern, ist meine bilanz. „station a1“. so etwas hat mich bis jetzt abgeschreckt. eine genau vorgeschriebene route beim stadtwandern durch bern. heute habe ich mich trotzdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ipod und kopfhörer begleiten einem, wenn man mit bern tourismus (alleine) stadtwandern geht. informativ, abwechslungsreich, auf neuankömmlinge ausgerichtet, und doch nicht einfach nur oberflächliches wie in so manch gedruckten stadtführern, ist meine bilanz.</strong></p>
<p>„station a1“. so etwas hat mich bis jetzt abgeschreckt. eine genau vorgeschriebene route beim stadtwandern durch bern. heute habe ich mich trotzdem auf einen doppelten stadtrundgang mit bern tourismus eingelassen &#8211; durchaus mit gewinn!</p>
<p>jeder spaziergang hat rund 15 stationen. variante a geht vom bahnhof durch die altstadt zum alten tramdepot, und variante b macht das gleich umgekehrt, meist mit anderen haltestellen.</p>
<p>zwei stunden braucht man für einen weg – und man wir nicht enttäuscht. uu sehen bekommt man das politische bern, beispielsweise mit bundeshaus, rathaus und erlacherhof, aber auch das repräsentative bern mit zytglogge, kaiserhaus und kornhaus. selbstredend fehlen die diversen brunnenanlagen nicht, genauso wenig wie der bärengraben und der bärenpark.</p>
<p>besonders gut gefallen haben mir die einleitenden worte zum bahnhofplatz, dem treffpunkt des traditionellen und modernen berns. für das erste sehen die heiliggeistkirche und das burgerspital, quasi die ost-west-achse, für das zweite der bahnhof und der baldachin, die nordsüdachse, die ihren schnittpunkt mitten auf dem bahnhofplatz haben. Das macht einem gleich zu beginn klar, dass man in berns altstadt vor allem der vergangenheit begegnen, aber auch der gegenwart.</p>
<p>pinggelig will ich nicht sein, aber einige fehler bin ich gestossen. so war die schlacht von novara 1513, nicht 1521, denn die berner, die mit dem bären aus oberitalien zurückkehrten, machten das vor der entscheidung in marignano und nicht danach. Der berner grosse rat tag nicht mittwochs, sondern in sessionen. streiten kann man sich auch, ob die  vier männer unterhalb der justitia auf dem gleichnamigen brunnen repräsentieren nach neuer lehrmeinung nicht mehr papst, kaiser, sultan und schultheiss, denn dieser befand sich, bei aller hochachtung nicht in dieser liga; vielmehr stellt die figur den deutschen könig dar, in vielerlei hinsicht der rechtsgarant im bern des 16. jahrhunderts. Streiten kann man sich, ob das bundeshaus der regierungssitz ist. im engeren sinne stimmt das nicht, denn nur der national- und ständerat, und seine organe wie die fraktionen sind da beheimatet; der bundesrat hat seinen sitz fast seit anbeginn im bundesratshaus (heute bundeshaus west genannt), das nur im übertragenen sinne zum bundeshaus resp. bundeshaus-komplex gehört. </p>
<p>das tut den führungen aber keinen abbruch, denn man erfährt dafür viel über stadtplanung (ältestes bewässerungssystem in einer mittelalterlichen stadt), gebäudearchitektur (variable fensterzahl und höhe an der marktgasse, welche die vielfalt in der einheit sichern) und ehemalige stadtmauern (die beispielsweise das heute café fédéral beherbergen). auch die umgebung mit dem gurten, den alpen und der aare als lebens- und aussichtsräume kommt nicht zu kurz. erklärt bekommt man auch wichtige symbole an zentralen gebäuden, wie die figuren an der fassade des bundeshauses, aber an der des rathauses. da ist schon mal von weisheit, mut und kraft die rede, genauso wie von der wahrheit und der lüge in der politik. ja, selber vom wirtschaftlichen und kulturellen leben im traditionsreichen marktort, aber auch kirchenplatz bekommt man das wichtigste mit auf den weg.</p>
<p>der ist so abgesteckt, dass man nichts verfehlen kann, sicher durch das stadtgewussel kommt, und auch ein wenig müde wird dabei. immerhin, die grossen herausforderungen wie der mehrhundert treppentritte auf den münsterturm werden ausgelassen, ebenso  der spaziergang von der stadt runter in die matte. wem der standardweg nicht genug ist, der kann exkurse an die uni, auf die schosshalde, einmal durch das münster oder hinauf in den zytgloggenturm anhängen.</p>
<p>als ich ipod und kopfhörer zurückbringe, werde ich freundlich nach meinen eindrücken gefragt. gerne geben sich sie auch hier weiter: informativ, abwechslungsreich, auf neuankömmlinge ausgerichtet, und doch nicht einfach nur oberflächliches wie in manch gedruckten stadtführern.</p>
<p>stadtwanderer</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtwanderer.net/?feed=rss2&#038;p=15005</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>an berns geschichte schreiben</title>
		<link>http://www.stadtwanderer.net/?p=14999</link>
		<comments>http://www.stadtwanderer.net/?p=14999#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Apr 2012 20:08:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cal</dc:creator>
				<category><![CDATA[rubrik in eigener sache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtwanderer.net/?p=14999</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;In seinem Stadtwandererblog, den die Hauptstadtzeitung übernimmt, um neben lauter Zürcher Kolumnen eine Berner Stimme zu haben, mokiert sich der 83-jährige Politanalyst und Bern-Flüsterer Claude Longchamp über den chancenlosen Vorstoss von Stadtberner Grossräten, die einen Halbkanton Bern-Stadt gründen wollen.&#8221; wir wahr, was die bernerzeitung (tamedia-verlag, zürich), heute schreibt. ihr einziger irrtum: sie meint, das sei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;In seinem Stadtwandererblog, den die Hauptstadtzeitung übernimmt, um neben lauter Zürcher Kolumnen eine Berner Stimme zu haben, mokiert sich der 83-jährige Politanalyst und Bern-Flüsterer Claude Longchamp über den chancenlosen Vorstoss von Stadtberner Grossräten, die einen Halbkanton Bern-Stadt gründen wollen.&#8221; wir wahr, was die bernerzeitung (tamedia-verlag, zürich), heute schreibt. ihr einziger irrtum: sie meint, das sei erst 2040 der fall. dabei &#8230; </strong></p>
<p>ein wenig stolz bin ich schon. denn zum dritten mal bin ich bestandteil der berner zukunftsgeschichten, welche die <a href="http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Selbst-verschuldete-Berner-Schwindsucht/story/25607824">bz</a> in unregelmässigen abständen bringt. diesmal gibt es allerdings weder etwas zu erklären, noch zu deuten.</p>
<p>denn die diagnose im dritten szenario (im online-begleittext etwas irrführend als zweites szenario bezeichnet) ist rabenschwarz. burgdorf, die stolze zähringerstadt, die 2012 ihren fachhochschulstandort aufwerten konnte, kam nicht von fleck. denn der fachhochschulcampus biel/bienne verursachte massive kostenüberschreitungen; burgdorf musste warten. überhaupt das ganze konzept scheiterte an den studierenden, die sich mit den verzettelten standorten nicht anfreunden konnten. schliesslich musste sich biel/bienne der fachhochschule nordwestschweiz anschliessen. burgdorf verkam zu schlafstadt. selbst willy michel von der medizinaltechnikfirma ypsomed mochte nicht mehr, verlegte seinen eigenen standort ins steuergünstige obwalden &#8211; und sein gertsch-museum musste der kanton übernehmen. </p>
<p>so geht es im ganzen rückbklick schritt für schritt weiter. eine der hauptursachen: die volksabstimmung über zwangsfusionen scheiterte 2012. 2028 kam es noch dicker: auch ursina schwarz, die gemeindepräsidentin von köniz scheiterte mit ihrem fusionsprojekt von bern und köniz zu gross-bern &#8211; und wurde abgewählt. sie zügelte in die hauptstadt, wo sie zur neuen stadtpräsidentin gewählt wurde. jedoch: bern und köniz polititiseren seither rücken an rücken. dazu gehört, dass köniz, ostermundigen, ittigen, muri und zollikofen eigene wirtschaftsförderer angestellt habe. erfolgreich sind nicht, indem sie den gemeinsamen standort fördern, sondern indem sie sich gegenseitig die letzten firmen abjagen.</p>
<p>bern muss prunktstück für prunkstück aufgeben: das paul klee zentrum und das kunstmuseum müssen aus spargründen fusionieren. doch aus dem plan, aus dem klee- und ein kongresszentrum zu machen, wird nichts. der erbschaftsvertrag sieht vor, dass eine kommerzielle nutzung der gebäude ausgeschlossen wird. nur die juristen haben daran ihre freude. nicht besser geht es anderen kulturplätzen: das kornhaus ist dunkel, seit es niemanden mehr beherbergt, im stadttheater gibt man stücke zum besten, die man vorher schon in zürich gesehen hat, und aus der markthalle, zu beginn des jahrhunderts das epizentrum des ausgangs in bern, ist eine aldi-filiale geworden. da mag nicht einmal mehr die srg in bern bleiben. das radiostudio hat sie aus der hauptstadt abgezogen, irgend wohin &#8230;</p>
<p>nein, meine sehr verehrten stadtwandererInnen, dieses szenario macht gar keine freude!!!</p>
<p>so schrecklich es ist, es nimmt eine entwicklung berns aus den 90er jahren auf, als die stadt den trend zur neuen urbanität zu verpassen schien. die wirtschaft serbelte, die bevölkerungszahlen stagnierten. das kulturelle leben verarmte. rund herum begannen städte aufzublühen, freiburg zum beispiel, inspiert vom arc lémanique, aber auch luzern, dem magneten für die innerschweiz. ungemacht zeichnete sich auch im weiteren umfeld ab. zürich, genf, ja auch basel mauserten sich zu metropolen in metropolitanregionen, mit internationaler vernetzung, neuen wirtschaftszweigen und bevölkerungswachstum.</p>
<p>gott sei dank, füge ich bei, wurde die missliche lage noch rechtzeitig erkannt. die hauptstadtregion ist am entstehen. nun wächst auch bern wieder, und es drängen sich fragen nach dem stadtausbau an den rändern. schritt für schritt päppelt sich die bundesstadt wieder auf. der vektor stimmt wieder, auch wenn ein wirkliches konzept unverändert fehlt, wie sich bern wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell neu positionieren soll. denn zu vieles hängt davon ab, dass man in verschiedenen agglogemeinden unverändert lieber ins land hinaus schaut, und vertraut, der kanton werde es schon richten, dass es allen besser geht, gerade weil man nicht mit dem zentrum kooperiert. </p>
<p>an berns geschichte schreiben, wäre für mich etwas anderes!</p>
<p>stadtwanderer</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtwanderer.net/?feed=rss2&#038;p=14999</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>die kürzeste geschichte europas kurz besprochen</title>
		<link>http://www.stadtwanderer.net/?p=14983</link>
		<comments>http://www.stadtwanderer.net/?p=14983#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 08:37:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cal</dc:creator>
				<category><![CDATA[rubrik in eigener sache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtwanderer.net/?p=14983</guid>
		<description><![CDATA[in europa ist der historiker john hirst kaum ein begriff. fälschlicherweise, denn der australier hat eine bemerkenswerte geschichte europas geschrieben. die zahl der geschichtsbücher über europa ist in den letzten 20 jahren rasch angestiegen. mit dem kumulierten wissen hat in der regel auch die seitenzahl der werke zugenommen. dem setzt john hirst eine radikale alternative [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></a><strong>in europa ist der historiker john hirst kaum ein begriff. fälschlicherweise, denn der australier hat eine bemerkenswerte geschichte europas geschrieben.</strong></p>
<p><a href="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/51BeyaMhtSL__BO2204203200_PIsitb-sticker-arrow-clickTopRight35-76_AA300_SH20_OU03_.jpg"><img src="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/51BeyaMhtSL__BO2204203200_PIsitb-sticker-arrow-clickTopRight35-76_AA300_SH20_OU03_.jpg" alt="" title="51BeyaMhtSL__BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_AA300_SH20_OU03_" width="300" height="300" class="alignleft size-full wp-image-14989" /></a></p>
<p>die zahl der geschichtsbücher über europa ist in den letzten 20 jahren rasch angestiegen. mit dem kumulierten wissen hat in der regel auch die seitenzahl der werke zugenommen. dem setzt john hirst eine radikale alternative gegenüber. der der hat die kürzeste geschichte europas geschrieben. auf rund 200 seiten erzählt er sie zuerst in der kürzestens form, dann in der längeren form. </p>
<p>und lacht dabei immer wieder über seine eigenen pointen!</p>
<p>klar, eine ereignisgeschichte bekommt man so nicht. dafür eine kulturgeschichte aus der fremdperspektive. hirsts buch ist aus seinen vorlesungen an der universität melbourne entstanden. 2009 hat er auch englisch vorgelegt, was ihm wichtig erschien, damit die studierenden, vollgepfropft mit einzelheiten aus dem eigenen kontinent, die spuren eines teils ihrer kultur, die aus europa stammt, wiedererkennen.</p>
<p>nun ist das kleine werk auch auf deutsch erschienen, was der verbreitung der einsichten in unseren gegenden sicherlich dienlich sein wird. das grundschema zur europäischen kultur, das hirst entwickelt, ist einfach und erhellend zugleich:</p>
<p><a href="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/europa.png"><img src="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/europa-295x300.png" alt="" title="europa" width="295" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-14993" /></a><em>schematische darstellung der europäischen kulturgeschichte nach hirst</em></p>
<p>geburtsort ist griechenland, dessen gelehrsamkeit von den römern übernommen worden sei. bewahrt worden sei dies in der römisch-christlichen kirche. unterstützt worden sei es von den germanischen kriegern, die sich im zerfallenden römischen reich eingenistet haben.<br />
erschüttert wurde die mittelalterliche welt durch die renaissance, mit der die klassik zum vorbild erhoben wurde. und die reformation habe den anspruch, das christentum sei römisch, gründlich in frage gestellt.<br />
entscheidend sei, was danach geschah: das experiment habe das weltbild der griechen mit der erde im zentrum zum einsturzt gebracht und den wissenschaftlichen durchbrüchen den weg geebnet. zudem mit der aufklärung wurde die kritik an der religion als aberglaube salonfähig.<br />
seither beherrschten, so hirst zwisch grundströmungen das europäische bewusstsein: die vernunft, und mit ihr der allgemeine fortschritt, auf der einen seite, das gefühl, und mit ihm der nationalismus und die kultur auf der anderen seite.</p>
<p>soweit die kurzform der kürzesten geschichte. sie dien hirst, die längeren formen zu entwickeln: die einfälle und eroberungen der germanen, muslime und normannen, die entwicklung der staatsformen, geprägt durch zahlreiche monarchien auf der einen, republiken auf der anderen seite, die lange anhaltende dualität von kaiser und papst, die aus dem zerfall des römischen reiches entstand und etwas neues entstehen liess, die entwicklung der sprachenvielfalt vom romanischen, germanischen zum slawischen und schliesslich die hohe bedeutung des gemeinen volks der bauern, die während langer zeit in tradition verharrte, durch die landwirtschaftlichen und industriellen revolutionen aber in den hintergrund gedrängt wurden.</p>
<p>hirst unternehme, steht im klappentext, &#8220;mit viel Wirtz und Blick aufs Wesentliche einen rasanten Ritt durch Europas Geschichte.&#8221; das kann man ohne zweifel sagen. denn das buch ist megaspannend, sodass man dem tempo der autors freiwillig folgt (habe es übers wochenende verschlungen). es irritiert, weil es unglaublich viel auslässt, und es überzeugt, weil ein durchgehaltenes ganzes entsteht. </p>
<p>sicher, man kann dem autor vorwerfen, vor allem allem westeuropa, ja das angelsächsische europa vor augen zu haben. gerade daran ist ja in jüngster zeit viel kritisiert worden, beispielsweise dass der islam für die vermittlung der griechischen kultur in mittelalter viel wichtiger war, beispielsweise dass die entwicklungen in nord und süd nach der reformation widersprüchlich verliefen, beispielsweise, dass zwischen ost- und westeuropa erst heute die konvergenzen wieder zunehmen würden, derweil historisch die divergenzen wichtiger waren. das kümmert den autor auffallend wenig. dafür greift er auffallend starke bilder heraus, etwa die ritter als christianisierte krieger, die im gentlemen weiterlebten, etwa die bauern, die ganz gut ohne zeit auskamen, mit grussformen soziale identitäten geform hätten, etwa die sprachen, deren eigenheiten aus den wanderungen, konflikten und assimilierungen heraus entstanden seien. dass man das latein für eine tote sprache hält, bezweifelt hirst mit dem gekonnten satz, dafür leben die leiche munter weiter!</p>
<p>im vergleich zu anderen kulturgeschichten europas überzeugt das buch, weil es nicht alles und jedes auf die griechen und den papst zurückführt, sondern die rivalitäten der gemanen am kampf, die kraft der franzosen mit der vernunft und die fähigkeit der schotten zur pragmatsichen betrachtung für wesentlich hält. denn das sei es, was europa voran getrieben und zur einzigen kultur geformt habe, die sich über die ganze welt ausgebreitet habe.  </p>
<p>zu gerne hätte ich es jedoch gehabt, das buch würde nicht im wesentlichen mit der kulturellen entwicklung um 1800 aufhören, sondern es hätte eine fortsetzung bis in die gegenwart gefunden. viel länger wäre die kürzeste geschichte dadurch nicht geworden, wohl aber etwas komplexer, denn der phänomenale aufstieg europa in der neuzeit erfuhr im 20. jahrhundert eine dramatische wende, die wir heute im aufstieg neuer kontinente wie asien erleben, ohne sie wirklich zu verstehen.</p>
<p>stadtwanderer</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtwanderer.net/?feed=rss2&#038;p=14983</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>starker tubak</title>
		<link>http://www.stadtwanderer.net/?p=14973</link>
		<comments>http://www.stadtwanderer.net/?p=14973#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 31 Mar 2012 11:17:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cal</dc:creator>
				<category><![CDATA[rubrik in eigener sache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtwanderer.net/?p=14973</guid>
		<description><![CDATA[es ist ein starker tubak, den stephan von bergen in der heutigen berner zeitung anzündet. denn er spekuliert über die folgen einer teilung des kantons bern in je einen stadt- und landhalbkanton. der umstrittene standortentscheid zu den fachhochschulen hallt nach. durchgesetzt haben sich im bernischen grossen rat die interessen biels und burgdorfs, durchgefallen sind die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.bernerzeitung.ch/bern/stadt/Der-Traum-von-einem-entfesselten-Halbkanton-BernStadt/story/30533150"></a></p>
<p><strong>es ist ein starker tubak, den stephan von bergen in der heutigen berner zeitung anzündet. denn er spekuliert über die folgen einer teilung des kantons bern in je einen stadt- und landhalbkanton.</strong></p>
<p>der umstrittene standortentscheid zu den fachhochschulen hallt nach. durchgesetzt haben sich im bernischen grossen rat die interessen biels und burgdorfs, durchgefallen sind die der hauptstadt bern. stephan von bergen, zeitpunkt-redaktor der berner zeitung, nahm das zum anlass, über die folgender einer kantonsteilung nachzudenken. fündig geworden ist er mit seiner absicht bei der wirtschaftsnahen entende bernoise. die propagiert seit 2009 längerem einen kantonsteilung zwischen den 33 agglomerationsgemeinden der stadt einerseits, den übrigen anderseits. entstehen würden so zwei halbkantone, einen bernstadt genannt, einen bernland geheissen. </p>
<p>die anfangsrechnung ist einfach: die agglo bern beherbergt 33 prozent der kantonseinwohner, erbringt aber 55 prozent der kantonalen wirtschaftsleitung. eingepackt in den grossen flächenkanton gibt es einen ressourcentransfer von der stadt aufs land. und: ohne den wäre der halbkanton bernstadt eine blühendes wirtschaftszentrum.</p>
<p>dieser rechnung verschliesst sich nicht einmal andreas rickenbacher, der kantonale volkswirtschaftsdirektor. sein gedankenexperiment: würde man vom münsterturm aus einen gebiet in der grösse des kantons zug ausscheiden, gäbe das eine turbo region mit tiefen steuern und hoher wirtschaftsdynamik.</p>
<p>doch mag der politiker nicht weiter gehen. denn neue kantone zu gründen, stehe quer in der politlandschaft der gegenwart, weiss der regierungsrat. sein credo: mit nationaler unterstützung sei die region bern in der lage, die schwächen des weitläufigen kantons auszuhalten. schläge aus zürich sollte es dafür keine geben, eher zuspruch für die vermittlerrolle der region bern. </p>
<p>die heutige bernerzeitung zitiert das alles wohlwollend, bleibt aber hartnäckig. 1,2 milliarden franken zahle die agglo bern an den übrigen kanton, schreibt sie, die grundlagenarbeit der entende bernoise aus dem jahre 2009 zitierend. die haben schon damals zu einer kontroversen einschätzung geführt. zum beispiel zur frage, was mit dem finanzausgleich des bundes passieren würde. denn der städtischen halbkanton müsste neu bezahlen, derweil der ländliche mehr beanspruchen dürfte. </p>
<p>das beispiel der beiden basel zeigt eine ganz andere dimension des problems auf. funktionale räume, pendlerströme und agglomerationen halten sich nicht an politisch festgelegt grenzen. eine mehr davon zu haben, bedeutet letztlich auch, inskünftig einem problem mehr gegenüber zu stehen, dass dann, wie basel lehrt, mit aufwendigen zweckverbänden, planungsausschüssen und transferzahlungen, eingeebnet werden muss.</p>
<p>so kommt mir beim lesen ein ganz anderer vorschlag: seit neuestem hat die berner uni ein zentrum für regionalökonomie. es wäre eine tolle sache, wenn sich dieses dem thema, das fordert, aber mit bedacht gelöst werden sollte, prioritär annehmen würden. im sinne der hauptstadtregion, des standortes bern und der komplizierten stellung einer mittelgrossen stadt in einem weitläufigen kanton. und: um mehr transparente entscheidungsgrundlagen in der genannten sache zu haben. </p>
<p>denn intransparenz hielt auch das alte bern zusammen, &#8211; bis auch dieser tubak angezündet wurde!</p>
<p>stadtwanderer</p>
<p>artikel</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtwanderer.net/?feed=rss2&#038;p=14973</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>von der pfadabhängigkeit der zukünfte in europa (und in der schweiz)</title>
		<link>http://www.stadtwanderer.net/?p=14954</link>
		<comments>http://www.stadtwanderer.net/?p=14954#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 14:32:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cal</dc:creator>
				<category><![CDATA[rubrik in eigener sache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtwanderer.net/?p=14954</guid>
		<description><![CDATA[das buch verspricht vieles. was es hält, wird sich weisen. denn das unterfangen, &#8220;eine geschichte europas in unserer zeit&#8221; zuschreiben, ist nicht ohne tücken, dafür mit umso grösserem reiz verbunden. für europäerInnen wie für schweizerInnen. im vorwort dankt andreas wirsching, der heutige direktor des instituts für zeitgeschichte in münchen seinen früheren historiker-kollegInnen an der uni [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>das buch verspricht vieles. was es hält, wird sich weisen. denn das unterfangen, &#8220;eine geschichte europas in unserer zeit&#8221; zuschreiben, ist nicht ohne tücken, dafür mit umso grösserem reiz verbunden. für europäerInnen wie für schweizerInnen.</strong></p>
<p><a href="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/4B56696D677C7C33313331353230307C7C434F50.jpg"><img src="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/4B56696D677C7C33313331353230307C7C434F50.jpg" alt="" title="4B56696D677C7C33313331353230307C7C434F50" width="189" height="300" class="alignleft size-full wp-image-14961" /></a>im vorwort dankt andreas wirsching, der heutige direktor des instituts für zeitgeschichte in münchen seinen früheren historiker-kollegInnen an der uni augsburg. denn ohne ihre intellektuelle unterstütztung wäre es nicht möglich gewesen, das unterfangen zu schreiben: die geschichte euorpas seit dem fall der berlinier mauer. </p>
<p>historiker wirsching wagt das unterfangen &#8211; im deutschen sprachraum wohl als erster mit einer systematischen absicht. seine kernfrage lautet: &#8220;Wie steht es um die europäische Integration? Wächst Europa zusammen oder bricht es auseinander?&#8221;. kein wissenschafter, auch kein experte wisse darauf eine unbestrittene antwort, warnt er gleich zu beginn, um sich selber zu erinnern: kein historiker soll sich übernehmen.</p>
<p>immerhin, wirsching präsentiert den kern einer sinnvollen antwort: es dürfte nur wenige epochen der neueren geschichte gegeben haben, in denen binner zweier jahrzehnte ein solche gewaltiger zuwachs an freiheit zu verzeichnen war wie nach 1989. das treffe nicht nur für die postkommunistischen staaten im osten zu; es gelte auch für den westen, ausgelöst durch den euro, gefolgt vom freien verkehr für waren, dienstleistungen und kapital. erstmals, so der beobachter, zeichne sich ein gemeinsamer erfahrungsraum der europäerInnen ab.</p>
<p>nicht ohne gefahren!, ist der bemerkenswerte nachsatz zur hauptantwort. auch hier: es reiche nicht, auf die politische und sozialen verwerfung im osten zu verweisen. die kulturellen risiken seien auch im westen sichtbar geworden. globalisierung und individualisierung hätten neue formen der kulturellen diversität hervorgebracht, über deren folgen bis heute heftig gestritten werde. denn wie jede freiheit, habe auch die aktuelle ihren preis. </p>
<p>was dann folgt, muss man erst noch verdauen: knapp 500 seiten hat das neueste geschichtsbuch, auf denen die demokratischen revolutionen nach 1989 behandelt werden, wo es um die entwicklungen im östlichen europa geht, das gemeinsame europa als poltisiches projekt behandelt wird, von den herausforderungen der globalisierung die rede ist, bevor es um die kulturelle selbstbesinnung und europäische identität geht. das alles mündet im schlusskapitel, vielsagend mit &#8220;krise  u n d  kovergenz&#8221; übertitelt. </p>
<p>ein bild verfolgt der autor für seine leserschaft über alle diese ausführungen hinaus. es kann auch genommen werden, um die aussicht auszuleuchten. denn wirsching ist vom konzept der pfadabhängigkeit von politik überzeugt. probleme, die es zu hauf gäbe, würden ein projekt nicht einfach zu scheitern führen, mahnt er an, sondern zur lösungssuche herausfordern, die auf dem pfad schon einmal eingesetzter werkzeuge gesucht und gefunden werde. </p>
<p>auf gut deutsch: &#8220;mehr europa&#8221; zu wollen, treibe den prozess der konvergenz europa ebenso an wie die permanente krise. ausser es ereignet sich wieder eine revolution. und auf gut schweizerdeutsch hiesse pfadabhängigkeit dann: selbständig bleiben zu wollen, treibe den prozess der divergenz ebenso an wie die zunehmende vernetzung. ausser &#8230;</p>
<p>stadtwanderer</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtwanderer.net/?feed=rss2&#038;p=14954</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>tempi passati</title>
		<link>http://www.stadtwanderer.net/?p=14946</link>
		<comments>http://www.stadtwanderer.net/?p=14946#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 13:37:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cal</dc:creator>
				<category><![CDATA[rubrik in eigener sache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtwanderer.net/?p=14946</guid>
		<description><![CDATA[auch wenn ich es bisweilen müde bin, das thema auf berns strassen ist gesetzt. am morgen, beim kauf der weltwoche (nur ausgabe dieser woche), spricht mich meine kioskverkäuferin unvermittelt an. den ganzen vormittag geht es so weiter, bis ich über mittag, von einem ehemaligen justizdirektor eines gewichtigen kantons konsultiert werde. einmal mehr interessiert (nur) blocher. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>auch wenn ich es bisweilen müde bin, das thema auf berns strassen ist gesetzt. am morgen, beim kauf der weltwoche (nur ausgabe dieser woche), spricht mich meine kioskverkäuferin unvermittelt an. den ganzen vormittag geht es so weiter, bis ich über mittag, von einem ehemaligen justizdirektor eines gewichtigen kantons konsultiert werde. einmal mehr interessiert (nur) blocher. und es geht um seine immunität. die souveränität, mit der angriffe zu parieren scheint, und die animosität, die er dabei manchenorts streut. </strong></p>
<p><a href="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/detail2.jpg"><img src="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/detail2-300x171.jpg" alt="" title="detail" width="300" height="171" class="alignleft size-medium wp-image-14964" /></a><br />
<em>bild: az medien</em></p>
<p>&#8220;überlebt die svp diese krise?&#8221; das ist die mir am häufigsten gestellte frage. und ich habe in der regel die immergleiche antwort parat: &#8220;jein&#8221;. </p>
<p>zuerst mein &#8220;ja&#8221;: aus meiner sicht hat sich die svp in den letzten 20 jahren zu der nationalkonservativen partei der schweiz gemausert. wer sich traditionellen werten des landes verbunden fühlt, wer die schweiz als antithese zur eu liebt, der oder die hat nach dem ewr-nein bei der svp eine neue (oder alte) heimat gefunden (oder bewahrt). wie kaum eine andere partei hat die neue svp die konfliktlinie, die sich in den 90er jahren des 20. jahrhunderts auftat, früh analysiert, verstanden, geschürt und für sich zu nutzen gewusst. alles begann mit dem drohenden eu-beitritt, ging dann mit der tabuisierten asylfrage weiter, bis man schliesslich bei der polarität von offener oder geschlossener schweiz ankam. mitgeteilt wurden auf diese weise aber nicht nur themen und positionen, welche viele bürgerInnen auch überfordern. erfolgreich kommuniziert wurden vielmehr die werte der freien, unabhängigen, neutralen schweiz, die sich nicht schämt, gegenüber dem ausland stets den fünfer und das weggli zu verlangen. das alles wirkte gemeinschaftsbildend, das was bürgerlichen wählerInnen früher bei der cvp und der fdp fanden, was sie heute angesichts machtverwaltern im staat und freiheitspredigern aus der teppichetage gerade bei diesen parteien so vermissen. meine prognose hierzu ist: das ändert sich so schnell nicht und deshalb kann die svp auch in zukunft auf ein breites wählerInnen-segment zählen.</p>
<p>und hier mein &#8220;nein&#8221;: ob die wählerschaft gleich gross bleibt wie 2007, kann man zwischenzeitlich mit fug bezweifeln. denn, so meine analyse, die besonderheit der schweizerischen volkspartei war es, dass sie gleichzeitig nationalkonservativ war und rechtspopulistisch agierte. ersteres ist in der schweiz problemlos als teil der regierung möglich; zweiteres eckt immer wieder und immer mehr an. denn die lautstarke diskreditierung der classe politique war zu beginn vielleicht noch angezeigt. heute scheint alles und jedes enttabuisiert, und was, wie die parteienfinanzierung, noch bleibt, trifft auch die svp. so ist die institutionenkritik zum selbstläufer geworden, die immer nach dem gleichen schema abläuft. lageanalyse, anklage, beschuldigung, beseitigung. auch das polarisierende freund/feind-denken ist an seine grenzen gestossen. nicht jeder linke ist ein kommunist, nicht jeder freisinnig ein weichei und nicht jeder, der für eine wirtschaftlich und politisch offene schweiz plädiert, kann man zum lakaiden der eu abstempeln. umgekehrt: ganz so harmlos ist auch die svp nicht, wenn es um wahlkampffinanzierung geht, wenn sie unliebsame konkurrenten ins visier nimmt, und wenn ihre exponenten ihre macht im mediensystem klammheimlich ausbaut. </p>
<p>und so mein &#8220;jein&#8221;: seit die synthese der beiden politischen strömungen nciht mehr klappt, ist die kritik an der partei heftig geworden, nicht ohne ihr zu schaden. denn ohne die rechtspopulistische technik wird der sonderfall svp zum europäischen normalfall einer nationalkonervativen rechtspartei. die mobilisierung, ihre stärke bis 2007 und etwas darüber hinaus, will offensichtlich nicht mehr gelingen. ihr themensetting ist heute schwächer denn je, seit gleich mehrere medien verzichten, den populismus der partei als populismus der medien zu multiplizieren. zwar ist es noch nicht soweit wie in genf oder im tessin, wo sich die rechtspopulisten fast dauerhaft ausserhalb der svp organisiren konnten. doch die verbindung zwischen einfachem schwer konservativem mit staatsneigung und rechspopulistischem oppositionellen der sich über alle und jedes empört, zerbröckelt landesweit zusehens &#8211; auch ohne ein auffangbecken zu haben. steigende wahlbeteiligung und wahlniederlage für die svp im kanton st.gallen sind ein klares zeichen dafür!</p>
<p>so bleibt die frage, wie hat es die svp mit ihrem übervater christoph blocher? stürzen wird sie ihn nicht, dafür verdanken zu viele gewählte und funktionäre ihre karriere dem grossen manitu. unverändert behalten wird man ihn nicht können. dem zum elder statesman taugt blocher nicht; zum frontkämpfer schon, wenn auch ohne rücksicht auf verluste. so bleibt die prognose: es bleibt die nationalkonservative svp, es vergeht die rechspopulistische. </p>
<p>denn den garant für beides, christoph blocher, wird die svp stück für stück ins zweite glied zurücknehmen müssen. selbst wenn sie ziemlich genau weiss, dass die synthese, von der ich heute auf der strasse und auch hier im blog sprach, ohne ihn nicht mehr möglich sein wird, bleibt ihr kaum mehr eine wahl. denn was sie ohne den übervater anstreben muss, muss sie zwischenzeitlich erst recht mit ihm. eine neue partei zu sein.</p>
<p>für einmal stärkt die vergangenheit die svp der zukunft nicht mehr. tempi passati!</p>
<p>stadtwanderer</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtwanderer.net/?feed=rss2&#038;p=14946</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>die linkeste und die rechteste gemeinde der schweiz</title>
		<link>http://www.stadtwanderer.net/?p=14934</link>
		<comments>http://www.stadtwanderer.net/?p=14934#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 13:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cal</dc:creator>
				<category><![CDATA[rubrik in eigener sache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadtwanderer.net/?p=14934</guid>
		<description><![CDATA[bären, signau: unser morgendlicher sonntagsausflug führt uns ins emmental. verbunden mit ausgiebiger zeitungslektüre &#8211; und einem kleinen ärger. eigentlich wollten wir auf der moosegg innehalten; doch ein frühstück ohne vorbestellung war im restaurant mit bester aussicht nicht zu bekommen. so fuhren wir wieder hinunter, ins emmental, wo der bären in signau einladend auf uns wartete. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>bären, signau: unser morgendlicher sonntagsausflug führt uns ins emmental. verbunden mit ausgiebiger zeitungslektüre &#8211; und einem kleinen ärger.</strong></p>
<p><a href="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/Gemeinden_auf_der_Link_Rechts_Skala_Grafik.png"><img src="http://www.stadtwanderer.net/wp-content/uploads/Gemeinden_auf_der_Link_Rechts_Skala_Grafik-300x185.png" alt="" title="Gemeinden_auf_der_Link_Rechts_Skala_Grafik" width="300" height="185" class="alignleft size-medium wp-image-14991" /></a></p>
<p>eigentlich wollten wir auf der moosegg innehalten; doch ein frühstück ohne vorbestellung war im restaurant mit bester aussicht nicht zu bekommen. so fuhren wir wieder hinunter, ins emmental, wo der <a href="http://www.signau.ch/tourismus/essen-trinken.html">bären in signau </a>einladend auf uns wartete. das improvisiert zubereitete déjeuner übertraf die hungrige erwartungen bei weitem.</p>
<p>nach dem essen geht’s hinter die sonntagszeitung. die mit eben diesem namen findet meine aufmerksamkeit. michael hermann, der umtriebige politgeograf der uni zürich, hat die schweizer gemeinden nach den nationalratswahlen 2011 neu vermessen. le locle ist die linkeste unter allen, röthenbach, gleich ennet dem bergzug im emmental, die rechteste.</p>
<p>ueberhaupt falle ein unterschied zwischen den sprachregionen auf, schreibt <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/fokus/artikel-detailseite/?newsid=211352">soz-autor balz spörri</a>. belege findet er auch in bfs-statistiken: die linke ist in der romandie 11 prozent stärker, die svp in der deutschsprachigen schweiz 9 prozent, jeweils im vergleich zum andern landesteil.</p>
<p>bis hierher finde ich das alles noch ganz in ordnung, wenn auch schematisiert. was indes danach kommt, ist legendenbildung à la zurichoise: gründe für die extreme heute sieht die sonntagszeitung in der geschichte, der republikanischen tradition der romands einerseits, den freiwilligen zusammenschlüssen zu eigenverantwortlichen gruppen in der deutschsprachigen schweiz anderseits.</p>
<p>das ist, sorry liebe sonntagszeitung, mumpitz. denn le locle wie auch röthenbach haben lange zeit eine durchaus vergleichbare geschichte. röthenbach war vor 1000 jahren eine adelige niederlassung, ein priorat des mächtigen burgundischen klosters in cluny, derweil die anfänge von le locle zum den weltliche herren von valangin gehörten. röthenbach war nie eine versammlung freier bauern, sondern bald schon ein amt der herren von signau, das seit dem 15. jahrhundert konstant unter bernischer verwaltungstradition steht. le locle wiederum kennt keine so gradlinige geschichte, kommt zuerst zu neuenburg, dann zu preussen, schliesslich zu frankreich. vorher kann man im jura-ort das wort republik nicht buchstabieren. </p>
<p>seit 1815 sind le locle wie roethenbach teil der schweizerischen eidgenossenschaft. nun erst beginnt sich ihr weg zu unterscheiden. röthenbach ist und bleibt agrarisch geprägt. man lebt von der landwirtschaft, bis heute, ergänzt durch das gewerbe, das ihr nahesteht. schon mitte des 19. Jahrhunderts ist man mit knapp 2000 einwohnerInnen auf dem höhepunkt. seither dominiert die abwanderung. wer bleibt, sehnt sich nach alten zeiten, traditionellen werten, findet sie bei der svp aufgehoben, wenn man vor allem rechnet, bei der edu, wenn man über alles hinaus hofft. le locle dagegen wird im 19. jahrhundert industriell. namentlich die uhrenmacher werden hier heimisch. demografisch wächst man, bis die einwohnerschaft 1967 die 15000er marke überschreitet. erst die die uhrenkrise der 70er jahre im 20. jahrhundert bringt die wende im wachstum, gefolgt von der tiefen wirtschaftskrise. die verbliebene soziologische struktur spricht für linke wahlentscheidungen, die &#8211; eine spezialität von le locle &#8211; nicht die sozialdemokraten, sondern die kommunisten begünstigt. bis heute stellt die pda die mehrheit der 5 mitglieder in der stadtregierung.</p>
<p>dass urbane gebiete linker wählen als rurale, hat nichts mit dem immer wieder bemühten röstigraben zu tun. denn der befund gilt sowohl in der französisch- wie auch in der deutschsprachigen schweiz. verschärft wird er macherorts, weil die bürgerlichen wählerschaften aufs land abgezogen sind, und von den agglomerationsgemeinden ihr rechtes steuer-powerplay gegen die linken kernstädte spielen.</p>
<p>wenn man den sprachengraben bemühen will, dann eher umgekhert: dass die ländlichen gebiete schwer konservativ sind und rechts stehen, ist eine eigenheit vieler regionen in der deutschsprachigen schweiz geworden, namentlich der strukturschwachen gebiete, die sich abkapseln und jede förderung der städte als zugänge zu internationalen ressourcen zu verhindern suchen. das gibt es in der form in der romandie nicht gleich stark, was die unterschiede ausmacht. </p>
<p>da sind wir ganz froh, im bären in signau, auf eine offensichtliche ausnahme auch im deutschsprachigen landesteil gestossen zu sein. denn wir haben gefunden, was wir suchten, und wir wurden von daria de marchi und maurice mergen warmherzig bewirtet. wir empfehlen den ort und das restaurant uneingeschränkt weiter.</p>
<p>stadtwanderer</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadtwanderer.net/?feed=rss2&#038;p=14934</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

