oswald sigg, pensionierter regierungssprecher der schweiz, greift die profilierung berns hauptstadtregion in der nzz am sonntag – und begründet seine kritik mit der grossen bärenliebe. ein bärendienst, den er da bärenstadt erweist, füge ich an.

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oswald sigg beobachtet die tägliche abstimmung mit füssen und macht sich gedanken dazu. denn in bern pilgern täglich einheimische und auswärtige in grosser zahl zum neuen bärenpark.

gut so, sag ich da, genauso wie der in bern lebende zürcher kolumnist. doch kann ich den politischen lehren, die er daraus zieht, überhaupt nicht folgen.

denn der doktor der sozialwissenschaften sieht in der bärenliebe den beweis, dass die berner zu bärentypischer gemütlichkeit, politischem beamtentum, und behäbiger bundesstadt fähig sind, – zu mehr nicht. punkt!

stadtpräsident tschäppät, sonst vernünftig, habe sich in dieser frage von falschen beratern einlullen lassen und kämpfe nun auch für bern als aufgewertete hauptstadt.

und das mag sigg scheinbar nicht. dafür greift der früher erfolgreiche kommunikator in die unterste schublade der rhetorik-mottenkiste. bern wollen mit europäischen zentren wie paris, london oder berlin gleichziehen, unterstellt er. obwohl das deklarierte ziel der hauptstadtregion ist, den anschluss an die schweizerischen metropolen zu finden.

dafür bekommt der sonntagsschreiber der nzz den lacherpreis. genau für die von ihm selbst gewählte übertreibung wird der pensionär nämlich in 20 minuten zitiert. weil bern in den zürcher medien schlecht redet.

einen bärendienst erweist sigg damit dem land und der stadt.

stadtwanderer


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