nun bin ich wieder in bern. die pflastersteine haben mich wieder. sie tönen nicht schlecht, wenn man sie begeht. doch sind sie hart. sodass man weiche schuhe braucht. die kaufe ich selbstverständlich bei markus ryffel.

Ryffel_Markus_mitte_2205000 m finale in los angeles eine runde vor schluss: noch führt leitao vor aouita und ryffel.

als erstes habe ich mir heute in bern neue stadtwanderer-schuhe gekauft – bei ryffel running, an der kramgasse. markus, der berühmte geschäftsführer, war auch da. bedient hat mich stephan, sein jüngster sohn.

der einkauf ist gleichzeitig eine erinnerung an meine eigene zeit als leichtathlet. so gut wie markus war ich natürlich nie, der war ja silbermedaillengewinner über 5000 an den olympischen spielen in los angeles. noch heute hält er den schweizer rekord über diese distanz. gut 13 minuten brauchte er für die berühmten zwölfeinhalb stadionrunden.

zu gerne wäre auch ich ein guter langstreckenläufer geworden. die ausdauer dafür hatte ich als schulbub schon mal. doch machten die atemwege nicht mit. das rennen im winter war für sie zu kalt. nach dem training hatte ich bisweilen atemnot. so bleibt mir eine medaille als crossläufer. danach wechselte ich im winter in die halle, wo es wärmer war. und da war sprinten angesagt. über 100 und 200 meter reüssierte ich in der sommersaison leidlich, einige medaillen an meisterschaften gab’s schon. am liebsten rannte ich in der 4 mal 100 meter staffel die zweite kurve. wenn du den stab übergeben hast, kannst du bis ins ziel auslaufen lassen – und gewinnst manchmal trotzdem! doch dann traf mich eine herbe verletzung, eine übernutzung der aufkommenden tartanbahnen liess die muskeln im oberschenkel reissen. das war dann das ende des leichtathlektik-juniors.

markus ryffel, unwesentlich älter als ich, war stets ein wahrer sportsmann. bescheiden, ausdauernd – und im richtigen moment schnell. sein lauf wirkte leicht, seine schritte waren rhytmisch. der schlanke körper mit dem damals üblichen, leicht üppigen haar verstärkte den eindruck eine normalos. bis er angriff. dann rannte vor allem sein kämpferherz, das stark war und leiden konnte. ich erinnere mich gut, wie er seinen grössten erfolg feierte. das tempo hatte der schnauzbärtige portugiese leitao gemacht. vor der letzten runde sah der schon wie der sichere sieger aus. doch dann attackierte said aouita, der marokkaner, der auch ein bekannter mittelstreckler war, besser spurten konnte und schliesslich auch gewann. in seinem windschatten schaffte es ryffel, sich an die zweite stelle zu schieben und das silber abzuholen. mein herz rannte mit ihm, und meine freude am zweiten platz war gross. denn das alles kam unerwartet, weil es markus immer wieder an endschnelligkeit gefehlt hatte.

zwischenzeitlich ist markus ryffel ein gefragter sportsgeschäftsmann. mit seinem bruder führt er die ryffel running ag in bern und uster. die plastiksäcke für den einkauf verweisen auf ein vierteljahrhundert des erfolgreich geschäftsgangs. alles, was es fürs rennen, walken und laufen braucht, gibt es bei ryffel zu haben. seine verkaufsfachleute setzen ganz auf beratung, wollen genau wissen, für welche bewegungsart man schuhe sucht, kontrollieren die füsse und machen vorschläge, was es sein könnte. wenn man dann von einem modell vorläufig überzeugt ist, gibt es die fast schon obligaten schrittversuche unter den lauben an der müstergasse. dann weiss man, ob der schuh sitzt oder nicht.

das marketing der ryffel running ist perfekt. es lebt voll und ganz von der aura des ehemaligen langstreckenläufers. wenn der chef vor ort sein kann, unterhält er sich gerne mit der kundschaft. das schafft die atmosphäre, in der man vielleicht auch das anspruchsvollere modell nimmt. schliesslich will man das vorbild von damals im eifer, es nachzuahmen, bis heute nicht enttäuschen und wenn er nicht anwesend ist, rennt sein geist durch die verkaufräumlichkeiten voraus, nicht zuletzt via bücher, die er zusammen mit dem deutschen rennkollegen thomas wessinghage von damals über nordic walking oder sportverletzungen geschrieben hat.

genau so habe ich heute denn auch zugeschlagen. auf der ziellinie der entscheidung schwang das nike-modell für stadtläufe oben aus. es istfest und leicht zugleich. dank kundenkarte sind sie nicht ganz so teuer, wie man anfänglich meint.

obwohl ich eigentlich wissen müsste, dass der preis für alles sportliche immer hoch ist.

stadtwanderer


Comments

3 Comments so far

  1. bärbi on August 8, 2010 07:49

    lieber stadtwanderer, ich wünsche dir mit den neuen schuhen, die mit so vielen alten erinnerungen verbunden sind, good running/walking auf dem stadtpflaster 🙂

  2. Ate on August 8, 2010 15:11

    Hast Du den neuen Nike Free gekauft? Den bei dem man laut Werbung meint barfuss zu laufen.

  3. cal on August 8, 2010 16:07

    nee, der junge ryffel hätte mir den zwar gerne verpasst, und er war auch super, aber nur rechts. links kam ich mit meinem „bösen“ fuss gar nicht in den schuh rein.
    ich habe den vomero+5 gekauft. die silber-rote version: http://www.zappos.com/nike-zoom-vomero-5-black-black-anthracite-black-1?channel=4&mr:referralID=6b1caa08-a2fe-11df-bf8d-0026b95a1738

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