ist das nun das leicht verspätete geburtsgeschenk an die schweizerischen eidgenossenschaft: parlamentarier-singen zur schweizer hymne?


symbol- statt realpolitik: fussballer, mädels und kinder, die patriotisch mitsingen, sind die neuen vorbilder, statt gewählte, debatten und entscheidungen zum wohl aller, die in der schweiz leben?

für historiker ist klar: monarchien basieren auf der ehre, für die adelige ihr leben risikieren. republiken basieren auf der furcht der subjekte vor dem allgemeinen willen. und demokratie stützen sich auf den patriotismus der bürgerInnen.

doch ist all das heute ein wenig in verrruf geraten. fast wäre man gewillt zu sagen, der staat der gegenwart baut auf dem nutzen seiner mitglieder auf – und ist deshalb so schwach (geworden).

genau das will eine vorstoss, der heute nach dem ständerat auch den nationalrat passierte, wieder wettmachen. denn die parlamentarierInnen werden zur eröffnung von sessionen inskünftig wieder die schweizer hymne vorgespielt bekommen, wie das newsnetz vermeldet. ob sie mitsingen oder nicht, wird ihnen überlassen.

nachdem vor jahresfrist war ein solcher vorstoss aus den reihen der svp gescheitert, weil alle zum gesang verpflichtet wurden. nun hat man darauf verzichtet, und die sache von der waadtländer sozialdemokratin ada marra lancieren lassen. das sei unverdächtig, wurde heute im bundeshaus argumentiert. dafür freut man sich schon auf youtube zu sehen, wer nicht singen kann.

zum unverhofften geburtstagsgeschenk für die schweizerische eidgenossenschaft erlaube ich mir aber eine frage zu stellen: ist das nun die national-, bundes- oder landeshymne, zu der man da mitbrummen wird?

stadtwanderer


Comments

2 Comments so far

  1. rittiner & gomez on September 14, 2010 13:30

    uns kommt das sehr künstlich vor, aber wer weiss vielleicht hilft es.

  2. Titus on September 16, 2010 19:24

    Yep, das ist sehr künstlich, zumal der Text ein Lobgesang und keine Aufforderung ist – zumindest in der deutschen Version.

    Das Verlesen der Präambel der Bundesverfassung erachte ich da als sinnvoller. Sie huldigt nicht, sondern hat etwas Aufforderndes, etwas Ermahnendes – an die Adresse unserer Volksvertreter.

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