feier für simonetta sommaruga in königlichen köniz – ein willkommener anlass, dem volk die freude über die kommende herausforderung zu erklären.

SCHWEIZ EMPFANG SOMMARUGA
bundesrätin sommaruga, einst gemeinderätin mit dem ressort feuerwehr bei der heutige feiern in köniz

einst war schloss köniz eine der legendären wirkungsstätten der burgundischen königin berta, die im 10. jahrhundert lebte. die prinzessin, die aus dem schwäbischen kam, wurde mit dem burgundischen könig rudolf ii. verheiratet, nachdem sich die stämme bekriegt hatten. die heirat sollte den frieden zwischen schwaben und burgund sichern. berta regierte lange recht allein im aaretal, denn ihr mann war während jahren in oberitalien als feldherr und herrscher engagiert. diese zeit hat den ausgezeichneten ruf der burgundischen königin begründet, die von den katholiken, aber auch protestanten ein vorbild war, und es bis in die jüngste zeit im aare-, aber auch broyetal geblieben ist.

nun könnte berta eine nachfolgerin gefunden haben. denn mit simonetta sommaruga wurde vor einer woche eine könizerin zur neuen bundesrätin gewählt. die populäre konsumentInnenschützerin und berner ständerätin begann ihre politische karriere in der berner vorortsgemeinde, notabene der grössten schweizer stadt, die nicht im zentrum einer agglomeration liegt. zugezogen ist sommaruga mit ehemann lukas hartmann vor 14 jahren. bereits nach einem jahr wurde sie in die gemeindeexekutive gewählt. dann gelang ihr 1999 der sprung in den national- und 2003 schliesslich schaffte es die konkordanzpolitikerin auch, in den ständerat gewählt zu werden.

der auflauf im könizer schlosshof heute abend war riesig. es gab musik, ein paar ansprachen, dann wurde der apéro mit dem kalten buffet eröffnet. viel prominenz war da, aber auch viel volk. denn die könizerInnen mögen ihre neue bundesrätin, die zahlreiche gratulation von jung und alt, schweizerinnen und ausländern, taxichauffeuren und müttern mit kindern, parteigängerInnen und politischen gegnern entgegen nehmen durfte.

simonetta sommaruga machte heute eine glücklichen eindruck. sie strahlte ganz anders, als man das bundeshaus seit der departementsverteilung vom montag erlebt. alle, die gekommen waren, erwarten von ihr natürlich eine stellungnahme. doch ihre rede handelte von allem, nur nicht von dem. das dachte man wenigstens, bis sie zum schluss eine treffende anekdote erzählte. als sie vor 13 jahren in den gemeinderat, wie die stadtregierung von köniz genannt wird, gewählt wurde, übergab man ihr feuerwehr und zivilischutz. nicht wenige stimmen meinten, man habe sie dorthin abgeschoben. jetzt, wo alles vorbei sei, dürfe sie auch sagen, welche departement sie damals gerne gehabt hätte. „die polizei“, sagte sie voller stolz, um beizufügen: „jetzt habe ich sie, und freu mich darauf.“ die erheiterung im publikum war gross.

eine pointe mit aussage und stil, dachte ich mir, kaum mehr wie die einer taffen feuerwehrpolitikerin, aber fast schon wie die einer sympathischen königin.

stadtwanderer


Comments

Name (required)

Email (required)

Website

Speak your mind