die kette der krisenbefunde zum zustand der mediendemokratie schweiz reisst nicht ab. jetzt hat sich auch andreas blum, historiker, politiker und journalist im ruhestand, pointiert zu wort gemeldet. zustimmung und widerspruch sind absehbar.

__1_588209_1195726654andreas blum, historiker, früherer schauspieler, ehemaliger sp-nationalrat und vormaliger direktor von radio drs.

wer andreas blum kennt, weiss dass er ein brillianter rhetoriker ist, dass er etwas zu sagen hat, und dass er das unmissverständlich vermitteln kann. nun hat er sich in luzern an einer medientagung in die laufende debatte über den zustand der medien, und daraus abgeleitet, der politik, geäussert. und das tönte so, und liesst sich so:

die verantwortungsgemeinschaft von medien und demokratie ist ernsthaft gefährdet. die medien diktieren die politische agenda. die information steigt, gleichzeitig schwindet der diskurs, denn die gesteigerten nutzungsmöglichkeiten lösen die öffentlichkeit in ihrem komponenten auf.

den faszinierenden innovationen durch die digitalisierung von wort und bild stellt blum das bedrohungspotenzial der demokratie durch medien gegenüber. die diversifizierung des angebots gehe mit einer nivellierung des angebots einher. und der wirtschaftliche überlebenskampf gefährde die medienvielfalt.

alles in allem hält blum einen substanzverlust der politik fest. die macht verlagere sich zu den medien, und der journalismus werde seinerseits durch pr ersetzt. das alles störe die balance vom macht und verantwortung erheblich. „Politische Entscheidungen werden käuflich“, rief der referent aus.

wenn blum bei der analyse durch vielen zeitgenossen zustimmung finden dürfte, ist mit widerspruch bei den schlussfolgerungen zu rechnen. denn blum fordert eine neue staatliche medienordnung, unter einbezug des internet. und er schlägt vor, die gebührengelder der srg so umzuverteilen, dass qualitativ anspruchsvolle tageszeitungen gestützt werden. der srg rät er, die grundversorgung in allen sprachregionen sicherstellen, darüber hinaus einen publizistischen wettbewerb ermöglichen.

wird das zur wahrheit in den medien etwas beitragen, frage ich als kleines medium meine leserschaft?

stadtwanderer


Comments

2 Comments so far

  1. rittiner & gomez on November 29, 2010 12:29

    jurnalistische arbeit ist das eine, politische werbung das andere. … und beides beeinflusst sich gegenseitig.

  2. stadtwanderer on November 29, 2010 21:37

    wo ist die grenze?

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