ueber das wetter von heute im hohen norden muss ich nicht berichten. es ist mild, indes es regnet ununterbrochen. interessanter ist deshalb das wetter von gestern.

zusammen mit der uni mainz und der eidg. forschungsanstalt wsl hat die uni bern gestern eine studie zum langfristigen klimaawandel in nordeuropa publiziert. möglich wurde sie durch die paläoklimatologie. diese bedient sich neuer messmethoden wie der untersuchung von jahrringen, eisbohrkernen und seesedimenten.

besonders erträglich erweist sich lappland mit seinen vielen seen, die abstürzende bäume in sich aufgenommen und konserviert haben. fachleute sprechen schon mal von einem natürlichen klimaarchiv, das nun für die letzten 2000 jahre ausgewertet werden konnte.

demnach war es früher wärmer als bisher angenommen. vor allem zur römerzeit, insbesondere im 1. und 2. jahrhundert, aber auch im mittelalter, den jahren des 9. bis 12. jahrhunderts lagen die temperaturen regelmässig über dem durchschnitt. kältere perioden waren dagegen die zeiten der völkerwanderung, speziell das 4. bis 6. jahrhundert, und, wie bisher angenommen, der kleinen eiszeit (ab dem 13. bis ins 16. jahrhundert).

das passt auch zur grossgeschichtlichen entwicklung im norden, gelten doch insbesondere die jahre zwischen 800 und 1100 als die expansive phase skandinavischer kulturen mit bevölkerungswachstum – und den bekannten sommerexkursionen der vikinger.

das forschungsprojekt der klimaforscherInnen weisst nach, dass die langfristige abkühlung stärker war als bisher angenommen. sprich: führer war es im schnitt wärmer als angenommen – nicht viel, aber doch so viel dass die natur davon beeinflusst war. seit dem 20. Jahrhundert hat sich der lange zyklus, verursacht durch sonnen/erde-distanz verändert. mit den aktuellen klimawandel wurde es auch im norden wieder wärmer – wenn auch bei weitem nicht so viel wie in mitteleuropa.

jetzt bleibt mir nur zu hoffen, dass man das im sommer 2012 bald merkt. denn dann würde sich das milde, aber feuchte wetter, das wir dieser tage haben, hoffentlich bald in ein sommerliches verändern. zu wünschen wärs!

stadtwanderer


Comments

Name (required)

Email (required)

Website

Speak your mind