die gîte la fontaine von peter und barbara äschlimann-schild ist wieder offen. ziel eines ausflugs ins burgundische frankreich, das ich ohne einschränkung empfehlen kann.

sollten sie bantanges nicht kennen, kann ich das verstehen. ein mangel ist trotzdem! gelegen ist die gemeinde im canton montpont, der im arrondissement louhans liegt, was wiederum zum département saone-et-loire gehört, einem teil der region burgund in frankreich. von bern aus erreicht man bantanges mit dem pw über neuenburg und pontarlier, dann den tafeljura hinunter nach lons-le-saunier, von wo man in der ebene nach louhans fährt, um wenige kilometer später anzukommen.

genauer gensagt, bei peter und barbara äschlimann in der gîte la fontaine zu landen. die beiden exil-bernerinnen haben den heruntergekommenen hof 2002 übernommen, ihn zum vorbildlichen gästehaus aufgebessert, das sie seither persönlich führen. ende 2007 machten sie wegen gesundheitlichen problemen (vorerst) schluss. nun, 5 jahre später, haben sie sich erholt und den schritt zurück in den süden gewagt, um ihre gîte zu ostern 2013 neu eröffnen.

wer das burgund liebt, wer gerne châlons, macon oder tournus kennen lernen möchte, wer interessiert ist an cuisery, der (sonntags)stadt der bücher oder wer in louhans den montagsmarkt besuchen möchte, dem oder der kann ich das gästehaus in bantanges nur empfehlen, denn in 10 bis 30 minuten ist man mit dem auto in so unterschiedlichen stätten burgundischer kultur, wie den eben genannten.

bantanges selber ist nicht weltberühmt – ein strassendorf mit gut 500 einwohnerInnen, von denen es frankreich zahlreiche gibt. ein paar schritte vom kleinen zentrum weg, ist man jedoch mitten in der weitläufigen landschaft der bresse mit viel platz und ruhe, wo sich gelassenheit als gegenstück zum stress spielend leicht erlernen lässt.

ihre angestammten metiers haben die äschlimanns in bern zurückgelassen, um in bantanges als perfekte gastbeberInnen eine neue existenz aufzubauen. ihr motto ist herz und charme, schreiben sie im neuaufgelegten flugblatt, und das trifft ihr programm bestens.

jeder empfang ist warm und persönlich; wenn eine ganze gruppe kommt, trifft man sich am vorabend im eigenen carnozet bei einem kir royal. das gemeinsame nachtessen in der guten stube mit rotem sofa und schwarzem cheminee ist stets selbst zubereitet und gekocht, die lebensmittel stammen aus der region (seltener aus einem berner spezereiengeschäft), alles frisch und liebevoll zubereitet. nächtigen kann in einem der sechs ganz unterschiedlich möblierten und verschieden eingefärbten gästezimmer in der ersten etage, bis man am anderen morgen zum reichhaltigen frühstück wieder ins rustikale parterre schreitet.

tagsüber sind die meisten gäste unterwegs, beim einkaufsbummel, bei der weindegustation oder beim besuch der zahlreichen sehenswürdigkeiten. wer sich nicht auskennt, wird beraten; wer auf abenteuer aus ist, folgt einem der vielen besucherInnen-prospekte – oder ganz einfach seiner eigenen nase. und wer einen tag nichts tun möchte, dem verbringt ihn entspannt im riesigen garten, am grossen teich oder beim pétanges-platz!

ich glaube, ich war 2004 zum ersten mal bei barbara und peter „zuhause“. seither bin ich regelmässig wieder zurückgekehrt, und in der zeit ihrer abwesenheit habe ich den besuch in der bresse vermisst. umso freudiger war die nachricht im frühling, dass alle wieder wird, wie es war, und so scheute ich mich nicht, gleich zu den ersten gästen zu gehören!

wer meint, dass alles sei viel zu weit weg und in einer ganz anderen welt, dem oder der sage ich: von bern nach bantanges ist es gleich weit, wie von der bundesstadt ins bündnerische flims! so fällt das distanzargument glatt in sich zusammen – und das mit der anderen welt ist ganz gut, wenn man es aufrecht erhält, um sich in der fremde persönlich zu bereichern.

dieses bantanges ist dank den beiden ausgewanderten bernerInnen in frankreichs burgund auf jeden fall eine (ostern)reise wert!

stadtwanderer


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