keine angst, ich werde nicht sportreporter. ich bleibe bei der politischen geschichte. heute geht es um das verhältnis der beiden zähringerstädte freiburg und bern nach dem aussterben der gründungsdynastie.

man weiss es, freiburg im üechtland ist eine zähringerstadt. bern auch. beiden gemeinsam ist, das sie gründungsstädte sind. ihre stadtgründer haben sie weitgehend aus dem nichts heraus erbaut, enstprechend gut sind die grundrisse der urstadt bis heute sichtbar.
freiburg war zuerst, auf dem felssporn über der saane, dann kam bern, in der grossen aareschlaufe. das prägte das anfängliche verhältnis: freiburg war wichtiger als bern, und freiburg hatte von beginn weg ein umland, die alte landschaft, die rund 20 kilometer rund um die stadt umfasste. genau das hatte bern nicht. denn das land links der aare gehörte dem kloster köniz. genau das sollte sich ende des 13. jahrhunderts und zu beginn des 14. jahrhunderts ändern. das kam so:

unterschiedliche herrschaftliche einbindungen

mit dem tod der zähringer 1218 kam freiburg zu den kyburgern, während bern königsstadt wurde. nach dem zerfall der imperialen macht in den 1240er jahren ging bern mit dem haus savoyen eine schirmherrschaft an. vor allem peter, freiherr der waadt, gleichzeitig earl of richmond, ursprünglich eine charismatischer kleriker, der in den weltlich stand gewechselt hatte und durch heiraten mit dem englischen königshaus verbunden war, betrieb zielstrebig machtpolitik, die sich im mittelland von westen nach osten spürbar machte. beim aussterben der kyburger in der manneslinie 1263 wähnte er sich bereits als neuen herr im ganzen plateau. gleiches tat sein gegenspieler, graf rudolf iv. von habsburg, denn das ende der kyburger aus winterthur eröffnete den herren des wasserschlosses bisher ungeahnte aufstiegsmöglichkeit. während einigen jahren lagen beide grafen im krieg um die vorherrschaft im aaretal, ohne das ein klarer sieger sichtbar wurde. so hielten sich die savoyer ab 1267 mit ansprüchen zurück, während rudolf 1273 römisch-deutscher könig wurde, der seine aktivitäten rasch in den osten des reiches, genauer gesagt nach wien, verlegte.
in diesem machtvakuum stiegen die zähringerstadt zu eigentlichen akteuren auf. doch hielt sie kein stadtherr mehr zusammen, und ach das bündnis von 1245 war durch die herrschaftlichen einbindungen ins savoyische und habsburgische wertlos geworden. das ganze spitze sich zu, nachdem könig rudolf verstorben war, und die kurfürsten adolph von naussau zum nachfolger kürten, der sich ganz auf die seite berns schlug. der stadt gab er ein neues stadtrecht, mit ein schultheissen seiner wahl, einem klein- und einem grossrat, die für politische entscheidungen zuständig waren.


das gebiet der schweiz um 1300

das gefecht am dornbühl
1298 brachen die spannungen aus, und sie führten zu einer fehde, die mehr als 40 jahre dauern und um im gebiet zwischen bern und laupen ausgetragen werden sollte. am anfang stand die absetzung von könig adolph, der durch albrecht, sohn von rudolf ersetzt wurde. freiburg nutzte diese wende in der reichspolitik
für einen ersten angriff auf bern. am dornbühl, bei oberwangen im heutigen könz gelegen, kam es zum ersten militärischen treffen. die habsburger stützten den angreifer, während sich bern mit der verbündeten stadt solothurn verteidigte. viel genaues weiss man nicht, was damals geschah. die berner chroniken vermelden aber eine sieg der berner. in der stadt bern kam es danach zu einem umsturz. der königliche statthalter wurde gestürzt, denn die eingesessenen familien fühlten sich nun stark genug, um sich als selbstständige reichsstadt aufzuführen und den schultheissen selber zu bestimmen. nun dehnte man sich auch aufs land aus: kirchenspiele und ortsgerichte im un mittelbaren umfeld kamen unter die herrschaft der stadt. das verhältnis zu freiburg blieb ungeregelt. frieden schloss man erst, als könig albrecht in königsfeld ermordert worden war und nicht mehr an der spitze des reichs stand.
neuerliche bewegung in das angespannte verhältnis kam, als sich ludwig iv, auch der bayer genannt, als nachfolger von albrecht durchsetzte. wie die innerschweizer auch, entschied sich bern, ludwig nicht zu anerkennen, sodass man 1223 ein gemeinsames schutzbündnis einging. 1224 kaufte bern laupen und man setzte im schloss an der sense einen eigenen landvogt ein – den ersten in der langen geschichte der herrschaftsausübung durch die stadt.

die schlacht um gümmenen
seit 1319 war freiburg ebenfalls durch kauf in den besitz den benachbarten gümmenen geworden; 1331 bracht zwischen gümmenen und laupen ein krieg aus, der eigentlich zwischen freiburg und bern betrieben wurde. die gümmenenpartei hatte sich die unterstützung durch habsburg gesichert, und auch die grafen von greyerz sowie die freiherren von weissenburg und von turn, beide im oberen aaretal begütert, waren auf ihrer seite. bern wusste die städte solothurn, biel und murten hinter sich. erneut siegten die berner, welche bei den kampfhandlungen die burg zerstörten, genauso wie die siedlung mauss nebst der burg.
königin agnes, die tochter albrechts, die nach dem tod ihres gatten, dem könig von ungarn, in königsfelden residierte, vermittelte den frieden 1334. gümmenen blieb freiburgisch, während bern die herrschaft über das aaretal zugesprochen wurde.
keine sechs jahre später brachen die kriegerischen handlungen erneut aus; diesmal sollte es um das schloss laupen gehen.

die schlacht um laupen
aus der rivalität von zähringerstädten war zwischenzeitlich ein eigentlicher krieg geworden. diesen erklärten die grafen von valangin 1339 als eröffnet, nachdem die herzöge von österreich, die fürstbischöfe von basel, lausanne und sitten, die grafen von neukyburg, greyerz, aarberg und nidau und die herren von montach mit der stadt freiburg ein burgundisch-habsburgisches bündnis eingegangen waren. ihren standen die burgundischen eidgenossen, bestehend aus den städten bern, solothurn, burgdorf, thun, murten und payerne gegenüberüber, verstärkt durch die freiherren von weissenburg und blankenburg und das reichsland hasli gegenüber. bern aktivierte das bündnis mit den innerschweizer eidgenossen erneut, sodass sich krieger aus uri, schwyz und unterwalden ebenfalls nach laupen begaben. das wiederum führte zur unterstützung von kaiser ludwig der burgundisch-habsburgischen partei.
10 tage lange belagerten die freiburger und verbündete schloss laupen. doch blieben alle angriffe erfolglos. am 11. tage wendete sich das blatt, denn aus bern eilten die burgundischen und innerschweizer eidgenossen herbei, und entsetzen die belager. auf dem bramberg, einem weiten hügelzug über über laupen kam es zu grossen schlacht, welche die berner allianz als sieger sah.
erneut vermittelte königin agnes einen frieden. diesemal sollte er (fast) von dauer sein. habsburg anerkannte hierbei bern als lokale macht im aaretal, laupen blieb bernisch, während freiburg die vorherrschaft der berner in der region akzeptieren mussten.
die laupenschlacht war in vielem entscheidend für die weitere entwicklung berns, denn 1353 verstetigte sich das bündnis mit denn innerschweiz eidgenossen. 1375 unterstützte die stadt die habsburger im guglerkrieg, bei dem es um ungelöste erbschaftsansprüche ging. erst 1382/4 im der auseinandersetzung zwischen kyburg und bern kam es wieder zu kriegerische handlungen, während denen jedoch die habsburger geschont wurde, einzig freiburg ihre letzten besitzung im oberen aare- und seetal verlor. zum finalen kampf gegen habsburg kam es 1415, als bern die eroberung der stammlande betrieb, und 1446/8 als man freiburg in ein weitgehendes abhängigkeitsverhältnis brachte, das den weg der stadt in die eidgenossenschaft 1481 ebnete.


spiezer chronik zur schlacht von laupen

erkennungszeichen im fahnemeer
namentich die schlacht von laupen führte aber auch zu einer neuerung, denn um die übersicht der kampfenden truppen zu bewahren, führten die innerschweizer eine fahne mit sich, mit zwei weissen streifen auf rotem grund; unsicher ist, ob auch die berner ihre wappen damals schon hatten, mit dem aufsteigenden bären auf gelbem streifen und rotem grund; im guglerlied, das 1375 in den kämpfen für habsburg gesungen wurde, wir es jedenfalls in der heute kannten form besungen.

stadtwanderer


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