der security control hat mich gefilzt. wegen hüttenkäse gabs eine grundsatzdebatte. mit vorsichtiger annäherung. so bin ich doch kein cottage chees terrorist.

um jedes nur erdenklicge missverständnis gleich zu beginn zu vermeiden: ich bin für sicherheit im flugverkehr. indes, ich bin auch für verhältnismässigkeit von massnahmen hierzu.

zürich-flughafen: der flug geht in den norden, genau gesagt nach oslo. die ferienträume warten (seit langem).

wie immer vor dem boarding ist ein security check angesagt. nine/eleven und so weiter. doch diesmal verläuft er anders als sonst. denn mein handgepäck wird genauestens inspiziert. insbesondere meine esstasche. und genau da bleibe ich hängen.
nicht, weil ich mein mineralwasser nicht rechtzeitig ausgetrunken hätte. nein, weil ich eine ungeöffnete schachtel cottage cheese dabei hatte.
das sei flüssigkeit und während des fluges im handgepäck nicht erlaubt, werde ich eher unfreundlich geheissen.
häää? hüttenkäse sei käse, o.k.. aber keine flüssigkeit. niemals.
ich gebe meiner spontanen gefühlsmischung aus überraschung und unmut kontrolliert ausdruck.
ob man mir das genauer erklären könne, möchte ich wissen.
die antwort ist beamtenhaft: das gesetz mache nicht sie, die kontrolleurin; sie achte nur auf die einhaltung der vorgaben.
perplex wie ich bin, passiere ich den triumphbogen aller kontrolleure, der mich, gott sei dank, vom dringenden verdacht des terrorismus weiss wäscht.
hätte es an meinen inneren triumphbogen auch ein messgerät gehabt, hätte dieses bestimmt einen tiefen minuswert angegeben.

da machen uns die behörden auf die problematik von food waste aufmerksam. esswaren werfe man nicht einfach weg. ausgründen. und dann schmeissen die sicherheitsbeamtInnen vom flughafen genau das achtlos in den kübel, was nicht in ihr fahndungsraster passt. egal, ob es esswaren sind oder nicht, egal ob sie frisch sind oder nicht.
nachvollziehen kann ich das unter keinem titel! sicherheit ja – verhältnismässigkeit ebenso, ist meine devise.

am ende des rollbandes spreche ich, befeuert durch meine innere verfassung, aber auch gestärkt durch meine eben bezeugte harmlosigkeit, einen wachenden beamten an.
wo es stehe, dass hüttenkäse im handgepäcknicht erlaubt sei?, will ich wissen.
irritiert greift der zu einigen bereitliegenden prospekten, streckt einen in englisch hin und sagt: da!
doch da steht nichts davon. um einen unerfreulichen disput zu vermeiden, eilt er gleich zu seiner vorgesetzten. die soll die ärgerliche sache kraft autorität des amtes verbindlich klären.
nach einigem hin und her gibt die chefin zu, dass hüttenkäse nicht ausdrücklich verboten sei. er sei auch keine flüssigkeit; er sei aber streichbar, und sie hätten die anweisung, alles streichbare einzuziehen.

es sei aber möglich, sinniert die beamtin nun, nochmals einzuchecken, oder den hüttenkäse als spezialgepäck mitfliegen zu lassen.
ich merke, dass wir uns annähern. s
schalter 124 in der check-in halle sei dafür da. ein paket müsse ich dafür allerdings kaufen, die ganze welt werde es nicht kosten.

die ganze welt wäre nicht verloren gewesen, hätte ich meinen hüttenkäse nicht mitnehmen können. doch habe ich, ebenso wie die sicherheitsleute meine prinzipien. und meine begründungen, die gut legitimiert sind. angemessenheit war also angebracht.
und ich bin überzeugt, wenn normale passgiere normalen hüttenkäse in ihrem handgepäck haben, geht die welt auch nicht unter!

was das im zürcher flughafen geboten wurde, war ganz einfach käse!

stadtwanderer


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