Meine neueste Stadtwanderung hat am Freitag Premiere – als Spezialführung für Ursula Wyss, möglicherweise die erste Stapi Berns.

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Angefangen hat die Moderne der Schweiz am 12. April 1798, dem amtlichen Beginn der Helvetischen Republik. Für die Liberalen feierte sie den Durchbruch am 12. September 1848, der Geburt des Bundesstaates. Die Demokraten gedenken dem 18. Mai 1874, als das Referendumsrecht in der revidierten Bundesverfassung verankert wurde. Den Linken wiederum ist der Landesstreik vom 11. bis 14. November 1918 die bleibende Erinnerung. Und für Feministinnen war vor dem 7. Februar 1971, als die Frauen das Stimm- und Wahlrecht erhielten, wenig erwähnenswert.

Ohne Zweifel, die Geburt der Moderne war (und ist) in der Schweiz eine Zangengeburt. Mit der Etablierung einer Republik, umgeben von lauter Monarchien, war man 1848 in Europa ganz vorne dabei. Bei der Einführung des Erwachsenenwahlrechts 1971 bildete man jedoch das Schlusslicht. Den Vorsprung auf die europäische Moderne im 19. Jahrhundert verspielte man im 20. Jahrhundert kläglich. Offen ist die Frage, wem das 21. Jahrhundert Stillstand oder Wende bringt?

Diesen Fragen gehe in meiner neuesten Stadtwanderung nach. Premiere hat sie am kommenden Freitag.

Geführt wird sie speziell für Ursula Wyss, möglicherweise die erste Stapi von Bern, und ihrem Team.

Das Programm lautet:

1. Station Zähringer Brunnen: Crash-Kurs in Berner (und Schweizer) Geschichte
2. Station Rathaus: Der Schock der Moderne oder die Helvetische Republik während der es zu vier Staatsstreichen kam
3. Station Untertorbrücke: Das Plebiszit oder der Bürgerkrieg zwischen Modernisten und Traditionalisten, den Napoléon vermitteln musste
4. Station Erlacherhof: Die Restauration oder die Rückkehr des Ancien Regimes nach Bern
5. Station Casino Restaurants: Der liberale Bundesstaat oder der Durchbruch zu Parlamentarismus und direkter Demokratie
6. Station Aeusserer Stand/Volkshaus: Das Hegelsche Gesetz der Moderne oder der alte soziale Konflikt und seine Befriedung
7. Station Bundesplatz: Männermehrheiten/Frauenmehrheiten oder der neue soziale Konflikt mit etwas offenem Ausgang

Ich freue mich, einen kleinen Beitrag zur politischen Bildung im laufenden Berner Wahlkampf leisten zu dürften!

Stadtwanderer


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