Im Berner Volkshaus entstand 1888 die Sozialdemokratische Partei der Schweiz. Sie war kein Dach über Kantonalparteien, sondern eine Sektion der sozialistischen Internationalen.

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Zu Beginn war sie eine reine Oppositionspartei, welche die bürgerliche Demokratie überwinden wollte. Nach dem ersten Weltkrieg entschied sie sich gegen die Revolution, für Reformen. Die Lage der Arbeiter war ihr zentrales Thema im Landesstreik von 1918, die Schaffung des Sozialstaates das vordringliche Ziel.
In der Stadt Bern wurde die SP 1895 erstmals Regierungspartei. Im Kanton Bern rückte sie 1937 in die Regierung auf. Den ersten Bundesrat stellte die SP 1943. Seit 1959 ist sie fest mit zwei von sieben BundesrätInnen in der Bundesregierung vertreten.

Ihre Leistung ist die Integration der schweizerischen Arbeiterschaft in den Bundesstaat. Nur will diese Arbeiterschaft heute kaum mehr SP wählen. Zu viel Gleichstellungspolitik, zu viel Umweltschutz und zu viel EU lautet die Kritik. Denn die SP hat sich zu einer Anti-Diskrimierungs-Partei gemausert, gegen Ausgrenzung von Frauen und Ausländern.

SP-Parteipräsident, Christian Levrat, taktiert hervorragend unter der Bundeskuppel. Die Wahl von Eveline Widmer-Schlumpf in den Bundesrat war eine Meisterleistung. Mit den Wahlen 2015 setzte jedoch der bürgerliche Wideraufbau von rechts her ein. Die SP ist seither meist in der Defensive. Sie bestimmte 2016 ihre Politik neu: konstruktive Oppositionspolitik nennt sie das. Mit dem Referendum gegen die Unternehmenssteuerreform 3 zeigte sie, was sie damit meint. Die Rechte revanchierte sich und bodigte die Rentenreform von Mitte/Links in der Volksabstimmung.

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