teil 1 der serie „go,doris,go“
teil 2 der serie „go,doris,go“
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von wo kommt eigentlich „leuthard“?

leuthari kennt man als namen seit dem 6. jahrhundert, klar und deutlich ist er mit der alemannischen einwanderung in der heutigen schweiz vorbunden.

vorher war die ganz kultur der heutigen schweiz lateinisch geprägt. die bauern war keltischer herkunft, die herrschaft war römisch.

im 5. jahrhundert wanderten die burgundiones in das gebiet der heutigen schweiz ein. gute römer wollten sie werden, etwas, was der spätantiken römischen gesellschaft ziemlich gleich war. und sie wurden es auch, nahmen als ostgermanen die vulgärlateinische sprache an, und liessen sich christianisieren. als die römer sich gegenseitig umbrachten, zerfiel ihre herrschaft. jetzt übernahmen die burgunden nicht nur die militärische macht, die man ihnen gegeben hatte. sie repräsentierten zu beginn des 6. jahrhunderts im ganzen mittelland die politische herrschaft. und die religiöse, für die st. maurice das zentrum war.

doch war die herrschaft der burgunden schwach, zu schwach um selbständig zu bleiben. mit den ostgoten in italien paktierten die burgunden deshalb. doch dann setzten der byzantische kaiser justinan und die kaiserin theodora auf eine andere karte: die rückeroberung des von den germanen verwalteten weströmischen reiches war angesagt. die ostgoten, mit ihrem königssitz in ravenna, und ihre ausläufern bis ins rheintal, wurden besiegt und vertrieben. die franken, im unteren rheintal ansässig, fürchteten jetzt, ebenfalls erobert zu werden. sie besetzten die burgundia, das königreich der burgundiones, welches das ganze rhonetal umfasste.

diese burgundia wurde unter fränkischer herrschaft in gaue geteilt, und die kamen unter verschiedene fränkische könige. der schweizerische teil wurde von reims aus regiert. dort hatten sich nachfahren des frankenkönigs chlodwig festgesetzt und wachten über die gebiete nördlich der alpen bis genf. südlich dehnte sich die byzantinische herrschaft aus, westlich die fränkische aus dem hause orléans.

so kam das schweizerische mittelland in die hände der am wenigsten romanisierten franken. immerhin, auch sie waren christen geworden, nachdem sie den wenig assimilierbaren stamm der alamannen in zülpich besiegt hatten. mit der niederlage wurden die alamannen fränkische untertanen. und mussten die nördlichen gebiete räumen. der rhein verlor seine bedeutugen als südliche grenze. vielmehr dehnte man sich jetzt über den rhein hinaus aus. zurzach war ein beliebter übergang, und von da aus ging es die aare hoch. so wurde das galloromanische gebiete erneut von germanen besiedelt, und vom benachbarten rätoromanischen abgetrennt.

die alamannische kultur war jedoch ganz anders. die alamannen waren weiterhin heiden, „ziu“ ihr kriegsgott, nicht mars. das sieht man heute noch an unserem ziitschtig und ziitschtigslub. afu französich heisst der tag mardi.

fränkisches zentrum in alamannien war jetzt das wiederaufgebaute aventicum, neu wifflisburg genannt. vindonissa, noch unter burgundischer herrschaft ein bischofssitz, wurde dafür geräumt. in wifflisburg sassen die die fränkischen vertreter, die herzöge von alamannien, die dem könig in reims zu gehorchen hatten. der erste von ihnen war leuthari. man weiss nicht, wann er geboren wurde, aber dass er zwischen 536 und 554 regierte.

sein bruder hiess butilin. und gemeinsam dehnten sie ihre herrschaft weit nach süden aus. sie überschritten sogar die alpen, bis nach messina. 553 wurde zu ihrem erfolgsjahr, oberitalien wurde alamannisch. doch dann schlugen die byzantiner zurück. und waren ihrerseits erfolgreich, 554 war ihr sieg, und die niederlage des leuthari.

seither haben die alamannen das gebiet zwischen rhein und alpen fest in der hand, südlich der alpen mussten sie das land den nachstossenden langobarden überlassen. daraus sind zwei kulturen entstanden, die bis heute nachwirken: die alemannische, später doch noch christianisiert, heute die leitkultur der schweiz repräsentierend, und die lombardische, ebenfalls christianisiert, staatlich aber geteilt in italien und der schweiz. die burgundische kultur ist in einem jahrhunderte lange prozess nach westen verdrängt worden.

deshalb hat es in der cvp fraktion keinen bourgonde. aber einen lombardi, und eine leuthard! vorläufig noch …

völkerwanderer

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