teil 1 der serie „go,doris,go“
teil 2 der serie „go,doris,go“
teil 3 der serie „go,doris,go“
teil 4 der serie „go,doris,go“

nein, über dem berg ist die cvp nicht. und das bleibt doris‘ hypothek, wenn sie geht. denn sie ist angetreten, um die cvp aus dem wellental zu führen, und flott zu machen, damit sie aus eigener kraft wieder zwei bundesratssitze beanspruchen kann. im besten fall sei das 2007 der fall, im schlechtesten 2011, kam die parteileitung jüngst zum schluss.


quelle: keystone

wenn sich doris heute von der cvp verabschiedet, dann ist genau das in gefahr. 15 prozent geben die jüngsten umfragen von gfs.bern der partei. das ist nur wenig mehr als die 14,4 prozent bei den letzten wahlen. abwärtstrend gestoppt, lautet denn auch die bilanz! von aufwärtstrend kann noch nicht die rede sein! oder man hängt einem wunschdenken an.

bei den kantonalen wahlen seit ende 2003 hat die cvp neun mal wählende verloren, – am meisten in schwyz, wo sie 7 prozentpunkte verkleinert aus der urne kam. gewonnen hat sie viermal, – am deutlichesten im aargau. mit + 2.6 prozent gewinnen ist dieses ergebnis denn auch der eigentlich lichtblick.

damit wurde auch der leuthard-effekt geboren wurde. endlich gelang es der cvp wählende und sitze zu gewinnen. symbolträchtig war auch der gleichzeitige verlierer: die svp büsste sein mehr als einem jahrzehnt im aargau stimmen und sitze ein.

doch darf der leuthard.effekt nicht darüber hinweg täuschen, dass die cvp noch fast die gleichen strukturprobleme hat wie 2003. ihre strukturen sind unverändert ausgesprochen dezentral. männer und frauen sind in der cvp wie eigene parteien, und auch die interessengruppen der cvp pflegen die eigentständigkeit. ganz zu schweigen, was die kantonalparteien angeht.

einheitlich zu führen, ist das ganz fast nicht. die exponenten reichen von konservativem katholizismus bis zum religösen sozialismus, und auch liberale-soziale modernisten weiss die cvp in ihren reihen. keine partei hat ein so grosses politisches spekturum zu vereinen.

genau das ist die leistung von doris leuthard als parteipräsidentin. sie hat die partei geeint. sei hat ihr wieder hoffnung gegeben, und sie hat ihr endlich wieder respekt verschafft. was den zahlreichen parteipräsidentInnen vor ihr nicht gelungen ist, wurde durch sie auf einmal möglich. und diese chance nutzte die partei, um die innere stimmung zu verbessern, – und so auch wieder erfolge anzupeilen. denn bekanntlich ist in der politik nichts erfolgreicher als der erfolg.

dabei hatte doris keinen leichten start. während ihrer interimistischen präsidentschaft politisierte die partei zu weit rechts. in nationalkonservativen fragen mag das als gegenwehr zur svp noch gehen. wenn die partei sich aber zu stark an die fdp anlehnt, sich zu akzentuiert neoliberal positioniert, dann gab es fast nur niederlagen. beim steuerpaket musste die cvp ihre grösste niederlage der laufenden legislatur einfahren. und ähnliches erlebte sie auch bei der der 11. ahv-revision. aber auch mit linksliberalen positionen hatte sie 2004 wenig erfolg. die erleichterte einbürgerung, noch von ihrer früheren bundesrätin, ruth metzler-arnold durch parlament gebracht, kam nicht durch.

das alles zeigt, wie klein der gemeinsame nenner in der cvp ist, wie gering der spielraum für markante thematische positionsbezüge ist. und wie hart es für die cvp ist, sich ein einverwechselbares thematisches profil zu veschaffen. das kann man nicht in eineinhalb jahren präsidentschaft schaffen. genau deshalb braucht die partei ein zugpferd (wie) doris leuthard! und genau das setzten die cvp und doris leuthard aufs spiel, wenn sie sich mit ihr für den vakanten sitz im bundesrat bewerben.

politwanderer

da kann ich dir nur noch eins wünschen: go, go, go!

quelle: swisstext.ch (anklickbar)

Rundschaubeitrag mit dem Stadtwanderer

stadtwanderer

teil 6 der serie „go,doris,go“


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