Sehr geehrter Herr Longchamp

Seit einigen Tagen vertreibt sich „Dr. B. Blog-Blogicki“, seines
Zeichens Blog-Kritiker, einen anständigen Teil seiner Zeit mit dem Lesen
des STADTWANDERERS. Er möchte ihn gerne bald rezensieren, hat Spass daran.

Der Stadwanderer hält sich bedeckt und signiert seine Einträge nicht mit
eigenem Namen. Ausser den ersten Eintrag, wo „Dr. B. Blog-Blogicki“ auf Ihren doch wohlbekannten Namen stiess. Ja, die meisten Blog-Surfer schenken den ersten paar Einträgen kaum Beachtung. Obwohl Sie manchmal so viel über den oder die VerfasserIn verraten.

Ich möchte Sie nun anfragen, ob dies ein Versehen Ihrerseits war (den
ich natürlich noch so gerne ausschlachten würde), und Sie weiterhin nur
unter Stadt-, oder Burgund-, oder WeggisWanderer blogizieren möchten.
Dann schlage ich vor, Sie überarbeiten die erste Autoren Angabe und
lassen es mich wissen. Dr. Blog-Blogicki wird es respektieren, weil es
ihm sein Anstand ge“bier“t… oder so.

Mit freundlichen Grüssen

Peter A. Ziermann

guten morgen herr ziermann

tschuldigen sie die dauer meiner antwort, ich war gestern beruflich unterwegs, und dann war es zu heiss, um zu wandern, also ging ich duschen (ohne doris) …

es freut mich, dass sie interesse haben an unserem stadtwanderer – endlospapier. klar, das ist nicht einfach ein blog, also ein stipvisite, wie sie vielleicht meinen, das ist es eine richtige wanderung, und da kann es schon vorkommen, dass man etwas mehr von seiner zeit dafür braucht! schön, wenn sie seit jüngstem mitwandern wollen. seien sie herzlich willkommen!

nun, die stadtwanderer.redaktion ist ein kleines eingeschorenes team. man zeichnet mit der jeweiligen identität, das heisst, dem fremdbild, das man beim wandern abgibt, und dem selbstbild, das man beim wandern von sich selber hat. wenn beides zusammen passt, ist man ein stadtwanderer, weggiswanderer, burgundwanderer, internetwanderer, etc.

das ist ja heute alles komplexierter, als man denkt. wenn ein mensch mit medienbekanntheit kommt, wird er meist erkannt. wenn sein zwillingsbruder kommt, gibt es schon die möglichkeit, dass dieser unerkannt bleibt, oder es zu lustigen verwechslungen kommt. je nachdem weiss man aber schon jetzt ein wenig, jedenfalls in bern, dass da gewandert wird, um realitäten politisch unbefangen, historisch informiert und kulturell neugierig neu zu entdecken. und so kommt es vor, dass wir helfer und helferinnen bekommen, bewusst und unbewusst, die dann mitberichten, aber nicht jedesmal grossartig in einem impressarium erscheinen wollen.

das gibt dann durchaus die möglichkeit, dass sich neue identitäten entwickeln, das alles also ein offener prozess ist. die klare fixierung auf eine person und eine identität, wie das in den meisten blogs – leider, leider!! – der fall ist, ist, also, beim stadtwanderer, an sich, erschwert, mehr noch, gerade nicht da ziel. so ist es, wiederum also, kein versehen, dass die stadtwanderInnen, anonym bleiben, das heisst entwicklungsfähig, genauso wie eigentlich das junge medium des weblogs.

alle bernisch-welschen-burgundischen stadtwanderer sind bestens bekannt mit den firmennamen von turn- und wanderschuhen. wenn dann aber um die neuesten internettechniken geht, gibt es schon mal benekliche probleme. helfen sie uns das! denn gelegentlich fragt man sich, in der stadt.wanderer-redaktion, was rss ist, wie man texte schön editiert, und wie man die kommentare kommentiert, die kommentarweise ist die kommentarfelder gesetzt wurden. zum beispiel von ihnen, sodass sie auf slug erscheinen, dann aber nirgends greifbar sind. einfach weg, im niemandsblog. neidisch, sind wir schon ein wenig, dass sie das können, wir aber nicht!

sie sehen, wir sind neu im geschäft. verzeihen sie also, wenn wir jede der szenen-normen, die es schon mal geben soll, nicht kennen, ja sogar dagegen verstossen sollten.

doch, sehr geehrter herr prof. dr. beob. watch-watchinski, wenn ich sie schon „am draht“ habe, können sie mir erklären, was also überhaupt ein blog ist. wikipedia, und auch die gescheite literatur über die google-world drücken sich darum, eine brauchbare antwort zu bieten. eine internetplattform, die regelmässig erneuert wird, ist ja wohl doch unter ihrem nivo, als definitionsversuch. bin also gespannt, ob sie uns weiter helfen können, denn für uns stadtwanderer ist ein blog so etwas wie der horizont:

das, was man vor augen hat,
das, wohin man will, und
wenn man dann wandert, sich immer wieder verändert.

am ziel ist man nie.

und nun erlauben sie eine kritische bemerkung: kritiseren kann man blogs demnach gar nicht, wie sie das tun, denn das setzt einen festen standort voraus, von dem aus man ein feld, wie ein feldherr überbloggt, und von wo aus man weiss, wohin die wanderer gehen sollen.

karl der kühne, war mal, vor murten, unserer lieblingskleinstadt, auf einem solchen hügel, und wollte mit einem schlachtensieg über die eidgenossen burgundischer könig, am liebstengleich kaiser alles länder, werden.


foto: murtenwanderer

da oben stand karl der kühne vor genau 530 jahren, liess murten beobachten, griff an, scheiterte an adrian von bubenberg, stellte sich neu auf, und wurde in die flucht geschlagen. sie sind halt scharfe beobachter, die murtemer!

bin gespannt, auf ihren kommentar. und hoffe, ich finde ihn dann.

(kritischer) definitionswanderer

Was ist denn nun ein BLog?

Ein BLog ist ein BLog ist ein BLog…
würde wohl Gertrud Stein sagen, oder auch nicht,
geehrter Herr Institutsleiter Longchamp
(Stein…habe ich mir natürlich angelesen).
Aber, keine Angst, so einfach werde ich es mir nicht machen, lieber Herr Longchamp.

Mensch spricht gern mit sich selber. Ständig.
Der innere Mono- manchmal wohl auch Dia-Log (weil man widerspricht sich auch gern des öfteren), welcher, wenn Mensch Kleinkind, irgendwann anfängt zu laufen, und erst wieder aufhört, so sagt man, wenn das Gehirn erkaltet ist.
Da haben wir also schon zwei Logs, jedoch noch keinen BLog.

B wie Beziehung,
L wie Lautbarkeit,
O wie m”Oh!”nolog (oh!-minös…),
G wie Gesellschaft.

Was? Lautbarkeit? Förmliche Erklärung vor Gericht? Da kann etwas nicht stimmen… Aber doch! Lautbarmachen heisst ja auch “Äussern”

BLog also die veräusserlichte Form des inneren Mono- oder Dia-Logs?

*abschweif*

Haben Sie Wim Wenders “Himmel über Berlin” (Wings of Desire) gesehen? Ein wunderbarer Film. Was mich beeindruckte, waren die Szenen, in welchen die Engelsgestalten einfach nur dem inneren Monolog der Menschen zuhörten. Das muss ein spektakuläres Surren ergeben, wie in einem Bienenstock, was da abgeht in den Gehirnen (oder vielleicht Seelen) der Menschen.
Der englische Titel gefällt mir übrigens besser. Warum? Er enthält das Wort “Desire”. Mal ganz abgesehen von “Wings”…

*zurückschweif*

Oh, da haben wir ja noch einen Aspekt des Bloggens beim Abschweifen gefunden: “Desire”. Babelfish übersetzt es mit “Wunsch”, doch damit bin ich nicht zufrieden. Es ist nicht stark genug. “Greed”? Babelfish übersetzt es als “Habsucht” hingegen wäre ZU stark. Etwas dazwischen wohl, das deutsche Wort fällt mir momentan nicht ein.
Apropos fish… Blogist-INN-en fischen ja öffentlich. Sei es um Anerkennung, materiellen Vorteil, oder auch nur Komplimente.
(BlogistIn erscheint mir übrigens ein eleganteres Wort statt BloggerIn)

Und “Wings”?
Bloggen verleiht Flüüügel (c) ?
In gewisser Weise ja. Denn wenn ich blogge, dann bin ich nicht nur auf meiner Strasse im Dorf (oder Stadt), sondern auf der ganzen Erdkugel zu hören (podcasting), zu sehen (vlog), oder auch nur zu lesen (blog).
Dann kommt nämlich auch die zwischenmenschliche Kommunikation in’s Spiel. Die Kommentarfunktion! Aber davon berichtet dann Teil 2

Hier schalten wir gewitzt eine Werbepause:
(welche noch immer nicht funktionieren will..hallo google schweiz? HELP…)

Also… Als erste, und nicht etwa vollständige, Zusammenfassung:

Ein Blog ist eine technologische Variante dessen, was Mensch schon immer tat. Mit sich selber sprechen (BLOG), und mit seinen Artgenossen kommunizieren (KOMMENTARE).
Angefangen hat’s mit Grunzlauten… so sagt man…

apropos grunz… kennen Sie den George Gruntz?

Fortsetzung folgt…

VPS(vor post scriptum): Übrigens, Herr Longchamp, eigentlich bin ich Rezensierer (Rezensör?), und kein Kritiker. Aber meine bruchhaften Erinnerungen an die schulischen Marketing-Lektionen vor zehn oder zwölf Jahren, liessen mich BLOGKRITIK.CH wählen, statt BLOGREZENSION.CH. Es ist halt irgendwie “snappier”, besser verkaufBAR…
Oder etwa nicht?

Herzliche Grüsse! Und bis zur Fortsetzung.

Dr. B. Blog-Blogicki

Peter A. Ziermann
Irrer Blog-”Küntsler”, und blog-enfant-terrible.. oder so…

nöö.. ich schau’s mir gern mal an.Ihr Teil..
in Bern oder so.. Hundeli kommt mit.. natürlich!
und Sie begleichen dann unsere SBB-Kosten (anderthalb billet retour),
und laden uns zum Z’Mittag ein, und ich mach dann Vorschläge..

wie ein richtiger Web-DINGSBUMS..

Konsultant!!!..

SAPPERLOTT..

Sonst kosten tut es Sie nix..
Als Iväuler bin ich eh schon vom Staat bezahlt

paz

guten tag herr konsultant!

dieser begriff wird jedoch häufig falsch verwendet, ich kenne das. siehe nzz folio. die haben mir schriftlich versichert, mit als politforscher zu bezeichnen. im heft stand dann politberater. so schnell geht das mit diesen begriffen.
klar lade ich sie gerne ein, und ihr hundeli. vor meinen ferien am 1.7. reicht es aber nicht mehr, ich kehre am 1.8. zurück, dazuwischen mache ich einen monat frei, wandere in den nordischen wäldern, und wohl ohne labtop. dann wirds halt nix mehr gehen, zum lesen. endlospapier findet dann einen – vorläufiges – ende.

wünsche schöne zeit, gruzz
cl.

Durch Stadt, und über Land

Jetzt, da ich die Herausforderung Claude Longchamps, des Chamäleons, so das NZZ Folio, angenommen habe, und ihr auch schon teilweise entsprach, komme ich natürlich nicht umhin, endlich auch seinen Blog zu besprechen, zu rezensieren.

Ein Endlospapier, nennt er es. Und in der Tat. Ein Scroll-Fest für Scroll-Hungrige. Die Beiträge eines ganzen Monats werden auf einer Seite gelistet, und alles ist klein geschrieben. Nichts wird Kapitalisiert… Da hat er etwas gemeinsam mit dem Dorftrottel (der Link blos als ein Beispiel), der Herr Longchamp. Wie wohl auch das Chamäleon-Sein…

(Den “Burzel-Tag”, den der Stadwanderer mit dem Genie Albert Einstein teilt, kann Dorftrottel jedoch nicht “toppen”. Ihm gereicht’s blos dem des grossohrigen englischen Thronfolgers, welcher den englischen Thron wohl nie besteigen wird. Oder dem des Sir’s? Richard Burton, selig?)

Die Doris fasziniert ihn. Mich auch… Die wohl schönste Bundesrätin bisher. Mit Silberblick zuweilen, und geschmeidiger Eleganz. Ein perfektes Lächeln.
Kein Wunder, träumt er wohl davon, mit ihr duschen zu gehen…
(-;
Und so findet man auf dem Stadtwanderer auch ausgiebige Beschreibungen sowie politische Analysen über die Leuthard, ja sogar anfeuern, tut er sie: “go, doris, go!”

Aber wer nun denkt, der Stadtwanderer sei nur ein Politblog, täuscht sich.
Was mich fasziniert, und spannend dünkt, sind seine Geschichten und Berichte über Orte. Er bewandert die Schweiz und das alte Burgund, bringt uns ihre Geschichte näher, und kann sie auch einem Unbedarften schmackhaft machen, die Historie. Er schreibt flüssig, in einem angenehm erzählerischen Ton.

(Wobei hier zu bemerken ist, es wäre noch viel angenehmer, wenn die kurrante deutsche Rechtschreibung -Gross/klein- angewandt würde. Kleinschreibung ist, für mich jedenfalls, angenehm zu lesen, wenn die Artikel kurzgehalten sind. Bei längeren Berichten verliert man doch oft den Faden, verirrt sich in den Zeilen, und es ergibt ein “CHrüsimüsi”.)

Herrlich sind die Fotos des Stadtwanderers. An”klickbar”, und die Wandererberichte äusserst schön illustrierend. Auch interessantes Kartenmaterial, und sogar historische Gemälde werden gezeigt. Ein Ooh! und AHA-Erlebnis.

Des Stadtwanderers Blog macht grosse Lust, selbst wieder auf Wanderschaft zu gehen. Zu Reisen auf Schusters Rappen und mit der SBB… Und sich vielleicht zuvor ein bisschen zu bilden, Geschichtlich, Soziologisch, wasauchimmer, über den Ort, den man sich anschauen geht.

Wunderbar, der Stadtwanderer.
Danke, Herr Longchamp!

Dr. B. Blog-Blogicki

der stadtwanderer:
was für eine rezension! wunderbar, wenn einer, der mal im rollstuhl sass, andere zum wandern animiert!
stadtwanderer, schnell-, lang- und kleinschreiber vom dienst

Kommunikation.

Zwei(Mehr-)weg-Kommunikation, sofern es von der blogisierenden Seite gewünscht wird.

Einerseits ein bisschen wie, wenn beispielsweise ein Briefwechsel über eine Zeit lang aufgehoben wird. König Soundso, der Fünfte, mit seiner dritten Mätresse (oder Matratze). Nur: Anstatt dass die Dritte Dame den plombierten oder wachsversiegelten Schmachtfetzen unter ihrem Mieder am Busen trägt, bis er schweisszerfressen zerfällt, dürfen nun die Untertanen, das Volk, auch ihren Spass daran haben. Obwohl, der König Soundso, der Fünfte, schreibt unter Umständen (sehr wahrscheinlich sogar) unter einem Pseudonym, und das Volk übersieht’s…

Na ja, die Zeiten ändern sich. Oder nicht einmal so die Zeiten, sondern blos die gebräuchlichen Technologien sowie der Bildungsgrad des Volkes. Ich hörte/las ja schon sagen/schreiben, ein Blog sei nichts anderes als die technische Fortsetzung des Pamphletenschreibens.

EinE jedEr darf sagen/schreiben/publizieren, was freut, gut ist, oder ärgert, oder ob er/sie grad eine Revolution anzetteln will… vor Wut.

Das Pamphletenschreiben jedoch war damals der gebildeten Schicht vorbehalten. Schule war ja nicht obligatorisch, und die meisten Leut konnten eh nicht lesen. Doch auch für dieselben wurde gesorgt. In der Form von gezeichneten oder gestochenen (radierten) Bildern. Vorläufer der politischen Cartoons (oder Podcasts, oder Bildblogs, oder Vlogs).

Man brauchte damals halt auch eine Druckerpresse, oder Zugang zu einer. Wenige Privilegierte hatten dies.

Doch kam es eh nicht so draufan. Das Volk tratschte und klatschte sowieso bei jeder Gelegenheit. Auf dem Dorf- oder Marktplatz, in der Schenke oder im Gasthaus, beim Jahr- oder Viehmarkt, vor der Kirche. Und die Neuigkeiten drehten ihre Runden. Ob wichtig oder unwichtig, sie drehten ihre Runden.

Auch heute finden wir markante Unterschiede zwischen weltbewegenden und völlig profanen Blogs. Blogs, welche eine Menge Menschen anziehen, und weit verbreitet werden, und solchen, die von einer eher kleinen Gruppe gelesen werden. Ich tönte es schon an, der Blog als Vereins- oder Marktplatz-Ersatz.

Neu ist jedoch, dass ich bei dem Klatsch und Tratsch, aber auch bei den weltbewegenden Neuigkeiten, nicht mehr persönlich dabei sein muss, um meine antwortende Stimme auch dem Verbreiter derselben hören zu lassen. Respektive meinen Kommentar, meinen Senf dazu, sofort der ganzen Leserschaft zu präsentieren, und ihn veröffentlichen kann.

Jaaa…aber, höre ich jetzt sagen: Dafür würde auch ein Forum reichen. Im Prinzip ja, sagt Radio Eriwan, aber Foren werden nie so persönlich gestaltet wie Blogs. Auch ein grosser römischer oder griechischer Orator hätte wohl einen Ort für seine Ansprachen gewählt, an welchem er von den richtigen Leuten gehört würde. Cicero hätte wahrscheinlich einem persönlichen Blog gegenüber einem Forum den Vorzug gegeben. Aber auch der heilige Franz von Assisi.

Da kann ich mich aber auch irren…

BlogistIN hat immer die Leser, welche er/sie verdient. UND: Wer sucht, der findet…

Fortsetzung folgt.

Dr. B. Blog-Blogicki


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