die geschichte des frankenreichs wäre einseitig erzählt, würde man nur die expanisonen erwähnen. ebenso zahlreich wie die ausgreifenden momente sind die fränkischen teilungen, die aus dem salischen erbrecht hervorgingen. demnach hatten immer alle anerkannten söhnen des königs anrecht, dessen erbschaft gleichermassen anzutreten.


lexi salica, im 6. jahrhundert schriftlich festgehalten, regelt das erbrecht im frankenreich

das hatte seinen sinn, solange es etwas zu erobern gab. doch wenn damit schluss war, kehrte sich die lex salica gegen die eigene herrschaft: in der regel eroberten die fränkischen prinzip die gebiete der anderen fränkischen prinzen …


die erste teilung des fränkischen reiches unter den söhnen von könig chlodwig im jahre 511

die erste grosse teilung resultierte 511 beim tod von könig chlodwig. theoderich, der sohn aus der ersten ehe erhielt das rheingebiet, das er von reims aus regierte. chlotar I. wurde herr der mosel mit sitz in soissons. childebert regierte in paris über die seine, und chlodimir wurde unterkönig von orléans und herrschte über die loire.

524 schickten sich die franken an, das königreich burgund zu erobern. die expedition unter könig chlodomir scheiterte jedoch; und könig chlodomir erlitt dabei den tod. das blieb nicht ohne innere folgen für das geteilte frankenreich: theoderich einerseits, chlotar und childebert anderseits stritten um die vorherrschaft. den kampf zwischen letzeren entschied chlothar I. gegen theoderich geriet er aber vorerst in die defensive. er und seine nachfahren, die von reims aus regierten, weiteten das östliche teilreich zuerst in die auvergne aus, später waren sie massgeblich an der einverleibung burgunds ins frankenreich, die 534 definitiv wurde, verantwortlich. sie übernahmen nun auch die vorherrschaft über alemannien, wo sie fränkische herzöge einsetzten. das schweizerische mittelland trennten sie vorerst von der eroberten burgundia ab.

den königen von reims gelang es aber nicht, ihr teilreich zu stabilisieren. theuderichs sohn, theudebert, befand sich auf der höhe seiner macht, als er feststellen musste, dass sein einziger sohn, theudebald, von minderem verstand war. was sich schon fast wie eine imperiale macht gebärdete, fiel so in sich zusammen.

558 gelang es chlothar I. alle teilreiche zurückzuerobern und für kurze zeit wieder zu vereinen. nach chlodiwg war er damit der zweite fränkisch-gallische könig. doch er verstarb nur 3 jahre danach, womit der zweite grosse teilungsprozess einsetze.


teilungsplan unter den söhnen von chlotar I. im jahre 561

die neuerliche vierteilung des reichs war nicht von dauer. charibert, der in paris residierte, starb schon nach sechs jahren, sodass sich eine dreiteilung etabliert: mächtig ausholend waren das neue königreich neustrien von chilperich (mit der hauptstadt paris), das nun ununterbrochen an der atlantikküste bis an die pyrenäen reichte, sowie austrien von könig sigibert (mit der neuen hauptstadt metz), zu dem die südliche auvergne als herzogtum herzogtum kam. drittes teilreich war das nun fränkische königreich burgund, und unverändert das rhonetal umfasste und neu auch mit der oberen loire verbunden wurde. neu wurde dieses von könig guntram regiert, der in chalons sitz nahm.


die für die schweiz wichtige teilung des mittellandes im jahr 561 entlang der aare, die 595 wieder rückgängig gemacht wurde, was 610 zum krieg zwischen burgundern und alemannen führte, ist hier unzureichend dargestellt.

doch könig guntam starb, ohne dass eines seiner kinder die grasiernde pest im burgundischen überlebt hatte. um einen weiteren bruderkrieg zu verhindern, vermachte er sein königreich per erbvertrag dem austrasischen könig childebert II., sohn seines verstorbenen bruder sigibert. bei dessen tod, wurde das austroburgundische reich wieder aufgeteilt: könig theodebert II. behielt austrien, und könig theodrich II. erhielt burgund. beide brüder bekämpften zuerst neustrien, dann aber sich selber, und es siegte der „burgunder“ theoderich II. damit standen sich nur zwei fränkische könige gegenüber: chlotar II., der sohn von könig chilperich, und theoderich II. der enkel von könig sigibert. hinter ihm stand unverändert sigiberts frau, königin brunichilde, die nach der ganzen machte strebte, und dabei von chlothar II. gerichtet wurde.

614 hatte man wieder nur noch einen fränkischen könig: chlothar II., den neustrier. ihm gelang es auch, seinen sohn, dagobert, als vierten und letzten könig einzusetzen, der alle fränkischen gebiete seiner zeit beherrschen konnte.

es sollte der letzte merowinger sein, der die effektive königsmacht im frankereich ausübte.

stadtwanderer


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