die stadt bern gibt es seit 1191. das heisst jedoch nicht, dass es vorher hier nichts gab. seit keltischer zeit sind siedlungen im aaretal belegt, und auf der engehalbinsel ist das oppodium brenodor bis heute sictbar. der raum der heutigen stadt bern dürfte demnach rund 2000 jahre herrschaftlich erschlossen gewesen sein. doch wer alles gebot in der vergangenheit über diesen raum? – eine kleine einführung in die herrschaftsgeschichte für stadtwanderer mit vorstellungsvermögen!

die eroberung galliens durch die römer

58 vor christus wird das land, das die keltischen helvetier bewirtschaftet hatten, nach ihrem gescheiterten auswanderungsversuch nach südwestfrankreich durch den sieg von gaius iulius caesar in bibractae römisch; es kommt zum römischen reich, das von augustus in den gebieten ausserhalb italiens begründet wird. es zählt zunächst zur belgica (hauptstadt reims), dann zur germania superior (hauptstadt mainz).

in dieser zeit blüht brenodor, die eine abhängige stadt der metropole aventicum ist, dem heutigen avenches. beide städte sind aus stein gebaut, und sie sind der kern der römischen zivilisation. im westlichen mittelland. verbunden ist dieses in der süd-nordrichtung. man kommt über den grossen st. bernhard, damals noch der mons jovis (der jupiterberg), unverlässt das gebiet bei basel richtung rhein, oder bei zurzach richtung donau.


herrschaftsverhältnisse zwischen 200 und 500 nach christus (300 mit 400 identisch), karten anclickbar

260 zerstören germanische eindringlinge weite teile der germania superior; obergermaniens, wie man den rhein von mainz aus aufwärts nennt. das klassische römische reich zerfällt. es gelingt kaiser diokletian ein zweites römisches reich zu begründen, das spätantike, das monarchisch ausgerichtet ist, und er zieht eine umfassende gebietsreform mit einer kleinmaschigeren verwaltung durch.

das aaretal gehört nun zur (maxima) sequania (hauptstadt: besançon).brenodor ist verlassen, aventicum noch besiedelt. im raum bern gibt es nur noch römische bauernhöfe, so im heutigen bümpliz.

443 werden die militrisch besiegten burgunden in den waldgegenden der sequania (sapaudia genannt) angesiedelt. sie sollen aventicum und genava, das heutige genf, vor möglich angriffen der alamannen schützen. deren auszug aus dem schwarzwald wird erwartet, weil rom die tributzahlungen an die hunnen einstellt. die angesiedelten burgunden werden sesshaft und passen sich der römischen lebensweise an; sie bilden wesentliche teile der römischen armee in der sequania.

die römische herrschaft nördlich der alpen zerfällt nach der schlacht gegen die hunnen auf den katalaunischen feldern im jahre 451 schnell. 455 wird rom von den germanischen vandalen eingenommen. einen wirklichen kaiser gibt es im westen nicht mehr. die burgunder erobern ihrerseits rom unter dem burgunder gundobad, der höchster römischer general wird. er setzt den vorletzten (schatten)kaiser ein, effektiv regiert das militär.

das erste burgundische königreich

477 wird das erste burgundische königreich in der nachfolge des weströmischen kaiserreiches gegründet. die burgunden erheben genf zu ihrer ersten königstadt, lyon zu ihrer zweiten. general gundbad geht nach lyon, wo er burgundischer könig wird. er erschliesst seinem volk das ganze rhonetal bis hinaus zur aare herrschaftlich.

der grenzverlauf zu den alamannen, die sich ebenfalls nach westen und süden ausdehnen, ist umstritten; die alamannen werden 496 von den franken besiegt und verlieren ihre selbständigkeit, während die burgunder 502 ihre herrschaftgebiet mit einer eigenen germanisch-römischen gesetzgebung und verwaltungsstruktur im rhonetal sichern.

bümpliz ist nun burgundisch; es wird vom unterkönig in genf aus regiert.

515 beginnt die christianisierung der burgundischen herrschaft vom neu gegründeten kloster st. maurice im heutigen wallis aus. damit legten die burgunder herrschaftlich auch die hand auf den grossen st. bernhard, dem wichtigsten pass auf dem weg nach konstantinopel (heute istanbul), der damaligen kaiserstadt. burgund könnte zur gefährlichen konkurrenz für die franken werden. die selbständigkeit burgunds im rhonetal hört jedoch nach der militärischen niederlage gegen die franken im jahre 534 auf.


herrschaftsverhältnisse zwischen 600 und 800 nach christus, karten anclickbar

das königreich burgund wird teil des fränkischen königreiches, genau so wie das herzogtum alemannien. die aare bildet ab 561 die innerfränkische grenze zwischen den beiden völkern. links davon ist das neue bistum lausanne; rechts davon ist das frisch gegründete bistum konstanz. die direkte unterstellung unter mainz resp. besançon wie noch zu römerzeiten veschwindet damit. herrschaftlich ist diese grenzziehung jedoch unsicher; sie wird 595 vom fränkischen könig childebert II. nach westen verlegt; das ganze elsass und mitteland werden damit herrschaftlich wieder burgundisch.

die nicht romanisierten alemannen widersetzen sich der ausdehnung burgunds; 610 kommt es zu einem krieg zwischen alemannen und burgundern, den die alemannen gewinnen. das kloster moutier-grandval wird um 630 von schülern columbans begründet und christianisiert die vordringenden alemannen im aaretal.

bümpliz hat nun anstelle des römischen gutshofes eine christliche kirche, die zuerst zur burgundischen kirche, ab 751 wie alle fränkischen gotteshäuser zur römischen kirche gehört.

das fränkische königreich wird 800 zum nachfolger des weströmischen kaiserreiches erhohen. der raum bern interessiert aber nicht, die wichtigen alpenübergänge im westen sind der grosse st. bernhard, und osten sind es die bündnerpässe, die eine förderung erfahren.

843 wird es unter den enkeln karls des grossen geteilt. wie 561 bildet wieder die aare die grenze, nun zwischen dem ostfränkischen königreich und dem mittelfränkischen kaiserreich. 855 zerfällt das mittelfränkische kaiserreich; das kaisertum beschränkt sich auf italien, und im norden entsteht das königreich lothringen, dazwischen das königreich burgund. dieses kann sich angesichts heftiger adelsrivalitäten im rhonetal und um den übergang über den grossen st. bernhard nicht halten. es setzt sich der militärisch geschulte laienabt von st. maurice, der welfe rudolf, durch, der 888 das königreich hochburgund gründet.

bümpliz wird einer der burgundischer königshof, auf denen sich der könig phasenweise aufhält.

das zweite burgundische königreich

der grenzverlauf zwischen dem neuen königreich burgund und dem herzogtum schwaben, das sich 911 von chur aus konstituiert, ist unsicher; so kommt es zum krieg, der sich bis nach winterthur erstreckt. 922 wird die reuss als neue grenze bestimmt; burgund und schwaben beginnen mit ihrer gemeinsamen italienpolitik. die lombardei wird vorübergehend burgundisch.

933 werden die hunnen, welche seit 926 regelmässige vorstösse ins mittelland vornahmen und st. gallen wie basel plünderten, militärisch besiegt. 934 werden die königreiche hoch- und niederburgund wieder vereinigt.

der wald wird gerodet, und die zentralen orten werden befestigt und es entstehen christliche volkskirchen, so auch im aaretal oberen aaretal.


herrschaftsverhältnisse zwischen 900 und 1100 nach christus, karten anclickbar

937 stirbt der burgundische könig, und burgund kommt zum königreich der lombardei. sarazenische händler breiten sich in burgund und schwaben aus.

962 wird das römische reich neu begründet; burgund bleibt jedoch ausserhalb. die christanisierung der burgundischen bevölkerung wird ab 962 vom kloster payerne aus betrieben, jene der schwäbischen bevölkerung zusätzlich zu st. gallen vom kloster einsiedeln aus. kaiser und kaiserin verwenden sich persönlich für die förderung beider klöster. im hochburgundischen gebiet entstehen zahlreiche lokale klöster als ableger des kloster cluny. sie verbreiten den stil der romanischen kirchen nach westen.

die einverleibung des königreiches burgund in das römisch-deutsche kaiserreich

die selbständigkeit des burgundischen königreiches endet 1032. in einem krieg zwischen kaiser konrad II. und graf eudes de champange wird das seeland stark zerstört; die burgundischen kastelle neuenburg, murten und avenches werden weitgehend zerstört. könig heinrich III., später kaiser, verkündet den gottesfrieden; er regiert mit den grafen von olitgen, die zu bischöfen in basel und lausanne werden.

die grafen von rheinfelden sichern sich den einfluss im ostburgundischen gebiet und damit den zugang zum grossen. st. bernhard. könig heinrich iv. will auf diese macht nicht verzichten, gerät aber mit papst gregor vii. in konflikt. dieser reklamiert die herrschaft über die bischöfe für sich.

der papst baut die grafen von savoyen als burgundische herrscher und die grafen rheinfelder zu gegenkönigen in deutschland auf; er scheitert aber mit letzterem. 1122 wird in worms der kampf zwischen papst und könig/kaiser, durch den die einheit des römischen reiches nördlich und südlich der alpen zerfallen ist, beigelegt.

bümpliz gehört nun zum einflussgebiet der rheinfelder. die grafen von zähringen erben die besitzung der ausgestorbenen rheinfelder 1093 und erheben anspruch auf das herzogtum schwaben. nachdem sie 1098 der konkurrenz, den herzögen von schwaben, unterliegen, verlagern sie ihre herrschaft auf die seite links des rheines. zürich, samt der innerschweiz, kommt zu zähringen; deren herzöge werden 1127 zu rektoren (vizekönigen) von burgund erhoben.

der graf von genf macht den zähringern den gouverneursposten streitig; das gefecht zwischen beiden wird durch den zisterzienserorden geschlichtet, der das kloster hauterive zwischen den einflussgebieten der kontrahenten gründet. die zisterzienser dehnen sich auch auf den frienisberg aus. in köniz entsteht ein chorherrenstift der augustiner, die ihr zentrum auf dem grossen st. bernhard hatten.

die gründung der stadt bern

die zähringer werden 1156 wegen der heirat zwischen kaiser friedrich I., barbarossa genannt, und beatrix von burgund abgesetzt und mit der königlichen vogtei über die bistümer lausanne, sitten und genf entschädigt. sie beginnen mit den städtegründungen zwischen freiburg und rheinfelden, und den zugang von freiburg im breisgau, ihrer hauptstadt zu sichern. die strassenverkehr wird zur sicherung der herrschaftsverhältnisse ausgebaut; die zähringerstädte sind immer eine tagesreise auseinander. sie erinnern ein wenig an ausgebaute raststätten.

die burgundischen seignieurs erheben sich gegen kolonisierung durch die zähringer. sie werden jedoch in payerne und grindelwald militärisch besiegt. nach genf und sitten gelangen die zähringer indessen nie; die vogtei über das bistum lausanne bleibt unsicher, denn moudon bleibt der äusserste brückenkopf der zähringischen eroberungen.

auf der aarehalbinsel entsteht die stadt bern als abschluss der zähringischen städtegründungen. kirchlich gehört man zu den chorherren von köniz.


herrschaftsverhältnisse zwischen 1200 und 1400 nach christus, karten anclickbar

1218 sterben die herzöge von zähringer im mannesstamm aus. bern wird reichsstadt und untersteht direkt könig friedrich II., der nach seiner kaiserkrönung die stadt bern durch seinen sohn, könig heinrich, und den deutschorden, der seinen sitz in köniz hat, verwalten lässt.

die grafen von savoyen dehnen sich über den genfersee aus und machen moudon zu ihrem verwaltungszentrum; sie gründen im pays de vaud ihrerseits städte zur herrschaftssichererung. beim tod des letzten staufers als deutscher könig 1254 nehmen die savoyer die stadt bern ein, erweitern und befestigen sie. sie drängen über die aare hinaus nach osten, geraten aber 1264 in einem krieg mit den grafen von habsburg, den indirekten nachfahren der zähringer und der erben der kyburger. der krieg endet durch den tod von comte pierre de savoye 1268 ohne savoyischen erfolg. 1273 wird sein gegenspieler, graf rudolf von habsburg, neuer deutscher könig.

könig rudolf versucht das fürchterlich zerfallene kaiserreich von 1254 im osten und westen neu zu ordnen, verlegt dafür den hauptsitz der habsburger dafür nach wien, wo herzog albrecht statt dem besiegten böhmen über österreich, kärnten und die krain herrscht. könig rudolf selber ist bestrebt, für seinen zweiten sohn, rudolf, das zerfallene herzogtum schwaben wieder herzustellen und es gegen westen auszudehnen. er kauft die stadt freiburg im üchtland, gerät aber mit dem burgundischen adel in payerne in einen konflikt. 1289 erobert habsburg jedoch die städte besançon und bern. 1291 stirbt der könig, ohne sein werk vollendet und seine nachfolge geregelt zu haben. bern bleibt reichsstadt, muss aber habsburg entschädigen.

der beginn der bernischen territorialpolitik

rudolfs nachfolger, könig rudolf von nassau, begründet die herrschaft des deutschen königs über die stadt bern, welche die königlichen rechte im aaretal sichern soll, neu. bern vertreibt die grafen von savoyer, die bis 1298 formell stadtherren waren. der grosse rat übernimmt als städtischer senat die geschicke der aristokratisch geprägten stadt selber; er bestimmt inskünftig den schultheissen der stadt.

die stadt bern beginnt sich auf kosten freiburgs im oberen aaretal auszudehnen. sie kauft pfandbriefe und macht eroberungen im näheren umfeld. sie dringt auch gegen laupen vor, wo es zum krieg aller gegen bern kommt. dank der eigenen schlagkraft und der unterstützung der innerschweizer gewinnt bern das gefecht um laupen und wird 1340 von habsburg auf gleicher augenhöhe als machtfaktor an der aare anerkannt.

nach der pest von 1348, welche den aufstieg berns vorübergehend stoppte, werden die junker (ebenfalls vorübergehend) abgesetzt. ein bürgerliches zunftregime in bern, das wie in zürich regiert, schliesst friede mit savoyen und orientiert sich an der innerschweizer eidgenossenschaft.

1365 versucht kaiser karl iv. die tradierten herrschaftsverhältnisse im alten königreich burgund, das dem reich noch verblieben war, wieder herzustellen. er installiert die herrschaft der vertrieben junker erneut, und er macht bern zu einer deutschen kaufmannsstadt, die er nun über das habsburgische freiburg erhöht. mit seinem tod verschwindet das ehemalige königreich burgund, das sich schrittweise aufgelöst hatte, ganz von der landkarte. bern nutzt die gelegenheit, um sich im aaretal bis nach bipp auszudehnen. karls sohn, könig sigismund, vertieft die allianz des deutschen königs mit bern, das 1415 in seinem namen die habsburgischen besitzungen bis an die reuss erobert. luzern und zürich machen notgedrungener das gleiche rechts der reuss.

die alte grenzlinie zwischen burgund und schwaben ist damit fast deckungsgleich wieder hergestellt.

die entstehung der 13 örtigen eidgenossenschaft

die innerschweizer eidgenossenschaft und ihre verbündeten städte luzern, zürich und bern wachsen nun schrittweise zusammen. ihr versuch, wie seinerzeit burgund und schwaben über die alpen hinaus gemeinsame italienpolitik zu betreiben, scheitert jedoch vorerst.

dafür geraten bern und zürich 1439 beim tod des habsburgtreuen toggenburger grafen im ersten eidgenössischen bürgerkrieg aneinander. zürich hält zu habsburg und eröffnet dem vorderösterreichischen herzog so die möglichkeit, die stammlande im aargau zurückzuerobern. schwyz will das toggenburg, und bern verteidigt seinen aargau. in bern kommt es wegen des erstmaligen engagements der stadt westlich der reuss zu aufständen der oberländer bauernschaft. die eigenossenschaft muss erstmals in bern einen stadt-land-konflikt schlichten.

1450 konstituiert sich der oberrheinische bund, wie die eidgenossenschaft genannt wird, neu. bündnisse der einzelnen mitgliedern mit dem hause habsburg werden ausgeschlossen, während man sich nach der verlorenen schlacht bei st. jakob an der birs von basel aus gegenüber frankreich öffnen muss.

in bern gibt es zwei parteien: die junkerliche, die zu burgund hält, und die bürgerliche die zu frankreich tendiert. diese schliesst mit frankreich und habsburg neutralitätsabkommen, um savoyen anzugreifen, das von burgund unterstützt wird. in grandson und murten kommt es zu zwei schlachten zwischen den eidgenossen und karl dem kühnen, dem herzog von burgund, der unterliegt und kein jahr später in nancy stirbt. sein erbe treten treten jedoch nicht die siegreichen eidgenossen an, die sich für ihren militärischen einsatz ausbezahlen lassen. vielmehr erbt das kaiserreich durch heirat von erzherzog maximilian I. mit marie de bourgogne, der alleinerbin von karl dem kühnen, die burgundischen besitzungen, und einigt sich 1493 mit frankreich über das umstrittene herzogtum burgund. dies bleibt bei frankreich, während maximilian die niederlande und die freigrafschaft behalten kann.

bern kann sich nur in grandson, orbe und echallens verstärken, – orte, die man gemeinsam mit freiburg verwaltet. ihre verbündeten städte freiburg und solothurn werden eidgenössisch.


herrschaftsverhältnisse zwischen 1500 und 1700 nach christus karten anclickbar

die autonomie der schweiz im reich

1499 befreite könig maximilian I. nach der niederlage im schwabenkrieg gegen die eidgenossen, die schweiz, wie sie jetzt genannt wird, von der 1495 eingeleiteten reichsreform. damit beginn der faktisch autonome status der eidgenossenschaft im kaisereich. es stossen die städte basel und schaffhausen zur schweiz und vollenden mit appenzell die 13örtige eidgenosschaft von 1513. diese spaltet sich in oberitalien in zwei lager: bern, solothurn, freiburg und wallis ziehen sich aufgrund französischer zahlungen aus italien zurück; die verbleibenden zentral- und ostschweizer unterliegen in der schlacht von marginano. ausgehend von zürich breitet sich ab 1523 die reformation aus, welches ursprünglich das soldwesen bekämpfte.

1536 besetzen die seit 1528 reformierten berner auf französischen veranlassung gemeinsam die waadt. sie exportieren die reformation nach genf, die sich von da aus in halb frankreich ausbreitet. 1559 muss bern das chablis südlich des genfersees auf französischen druck hin an das katholische herzogtum savoyen zurückgegeben werden. dennoch: mit 236 quadratkilometer ist bern der grösste flächenstaat der schweiz; er macht alleine dirttel des gesamt gebietes aus.

die ausnahme der schweiz vom reich

am ende des 30jährigen krieges vieler gegen den habsburger kaiser wird die schweiz auf initiative der könige von frankreich und von schweden im westfälischen frieden vom kaiserreich ausgenommen. die zeit als selber staatenbund beginnt.

bern und luzern schlagen die aufständischen bauern im schweizerischen kernland nieder; bern schliesslich sich gegen neuzuzüger heermetisch ab und bezeichnet sich nun als patrizische republik; ihr gebiet ist das grösste nicht monarchische nördlich der alpen; am ehesten der repulik venedig vergleichbar.

im 18. jahrhundert gehen im jura teile der eidgenössischen verbündeten verloren. aufstände der waadtländer gegen die bernische herren werden indessen niedergeschlagen; erst die französische revolution wird den untertanenverhältnissen auch in der schweiz ein ende bereiten.


herrschaftsverhältnisse zwischen 1800 und 2000 nach christus, karten anclickbar

die besetzung der schweiz durch frankreich

die staatliche einheit der schweiz ist 1798 umstritten. frankreich dehnt sich bis nach biel aus. die verbliebene gebiete nach der französischen besetzung bilden aber die zentralistische helvetische republik, – ein französischer vasallenstaat. die bernsiche republik wird als grösster teilstaat geteilt. nur das oberland kommt 1803 an bern zurück, während die waadt und der aargau dauerhaft verlustig gehen. im gleichen jahr werden die revolutionären institutionen jedoch stückweise zurückgenommen, und die schweizerischer eidgenossenschaft konstituiert sich als föderalistischer staat mit gleichberechtigten gliedstaaten.

die völkerrechtlich anerkannte schweiz wird ein souveräner bundesstaat

1815 wird die schweiz unter führung oesterreichs und russland wieder unabhängig von frankreich, auf dem wieder kongress aussenpolitsich neutralisiert und durch die die kanton genf, neuenburg und wallis erweitert. die grenzen werden erstmals garantiert. man ist jetzt völkerrechtlich ein anerkannter staat.

das ehemalige fürstbistum basel und die stadt biel kommen nach vorübergehender zugehörigkeit zu frankreich zur schweizerischen eidgenossenschaft, genau zum kanton bern. 1978 löst sich der nördliche jura und konstituiert sich als 23. kanton der schweiz.

1848 wird der staatenbund, der aus dem wiener kongress hervor gegangen war, zum bundesstaat umgestaltet. die schweizerische eidgenossenschaft wird nun demokratisch regiert; bern wîrd bundesstadt.

durch die deutsche resp. italienische einigungsbewegungen von 1871 entstehen nördlich und südlich der schweiz starke nationalstaaten, die in ihrer grösse frankreich vergleich sind, nicht mehr aber der schweiz, die zum kleinstaat wird. das gilt auch nach dem zweiten weltkrieg, als österreich aus dem deutschen reich hervorgeht.

rund um die schweiz herum hat es nun nur noch republiken, derweil die schweiz und bern diesen namen nicht mehr gebrauchen!

bern ist nun hauptstadt des kantons bern; bümpliz, das burgundische zentrum, ist ein eingemeindetes aussenquartier der stadt und köniz, das alte kirchliche zentrum ist eine selbständige stadt ausserhalb berns!

stadtwanderer


Comments

1 Comment so far

  1. Daniel Mühlemann on Mai 20, 2011 12:52

    Besten Dank für Ihre sehr interessanten Ausführungen.
    Zwei Sätze möchte ich anzweifeln: „1536 besetzen die seit 1528 reformierten berner auf französischen veranlassung gemeinsam die waadt. sie exportieren die reformation nach genf, die sich von da aus in halb frankreich ausbreitet.“
    Meiner Kenntnis nach bat das calvinistischen Genf das bernische Heer um Hilfe, worauf dieses bei der Hilfeleistung auch gerade das Waadtland eroberte. Die Reformation des Waadtlandes (nicht von Genf) erfolgte anschliessend an ein „Hearing“ von Vertretern beider Konfessionen in Lausanne.
    Freundliche Grüsse
    Daniel Mühlemann, Nyon

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