lieber harry

eigentlich ist das ganz einfach:

stell dir ein holzhaus vor, das an die strasse gebaut wird.

nun stell dir zu diesem holzhaus einen vorbau vor, der aus stein besteht, und auf die strasse hinaus gebaut wird. diese wird dadurch enger. das haus aber wird grösser.


nirgends in bern sieht man die beiden häuserfronten besser als hier in der postgasse. die alte (heute aus stein) ist die hintere, die neue, die schon immer aus stein war, entsteht durch den anbau nach vorne in richtung strasse (foto: stadtwanderer)

nun erweitert der steinanbau das haus aber erst ab dem ersten stock. auf der strasse ebene (parterre) gibt es nämlich einen durchgang, – eben die laube.

die laube selber gibt durch rundbögen auf die strasse; sie hat zum holzhaus fenster, manchmal auch läden. diese sind aufzuklappen, sondern runterzuklappen.

nun kann man, an regentagen, wie heute, so ganz gut, den laden als verkaufsfläche benutzt. gut geschützt vor wind und wetter.

die holzhäuser selber bleiben, wenn sie nicht niedergebrannt sind, bestehen. jetzt haben sie aber eine verschalung nach aussen bekommen, die aus stein ist.

ich füge noch eine foto bei, die den anbau illustriert, – auch wenn das holzinnenhaus zwischenzeitlich auch ein steinhaus geworden ist.

so sind die berner lauben als erweiterung der alten holzhäuser durch steinabauten im 15. jahrhundert entstanden!

stadtwanderer


Comments

8 Comments so far

  1. Harry on Juni 8, 2007 07:09

    DANKE, jetzt hats geklappt!

  2. stadtwanderer on Juni 8, 2007 18:08

    gern geschehen!

  3. Monique Menk on Juni 8, 2007 20:54

    Merci, jetzt habe sogar ich verstanden, wie die Lauben entstanden sind. Eigentlich eine Meisterleistung – ich meine die Entstehung der Lauben. Aber wieso waren die aus Stein und nicht auch aus Holz? Viel ERfolg morgen. Deine Schwester

  4. stadtwanderer on Juni 8, 2007 21:48

    also, aus holz wäre das so eine sache. vorbauten, die unten nur unterstützt, letztlich aber aus holz wären, sind nicht so einfach aus holz herzustellen. und dann die bögen, vielleicht … aber elegant wäre das kaum.
    letztlich hatte aber alles einen ganz anderen grund. 1405 brannten 600 häuser der stadt in einer nacht nieder. das war ein drittel des damaligen bern. danach kamen die fragen schon recht heftig auf, was man machen könne. und die steinbauten, auch wenn nur an den fassaden, war schon ein grösserer schutz.
    man begann zudem die strassen zu pflästern, und wer jetzt etwas auf sich hielt, war mit dabei, bei der neuesten stadtentwicklung!
    huch, so ganz genau weiss ich das doch nicht!

  5. Tine on Juni 11, 2007 18:32

    Das heisst, die Häuser ragen alle in den öffentlichen Raum hinein? Sie sind nicht nur auf Privatgrund sondern auch überm öffentlichen Grund gebaut? (so ist es, glaube ich, auch in Freiburg)
    Oder ist der Arkadenbereich Privatbesitz?

    Schöne Grüsse, Tine

  6. stadtwanderer on Juni 12, 2007 07:48

    hey tine
    du hast absolut recht. wohl waren die begriffe nicht gleich wie heute. sicher ist aber, dass mit den lauben die häuser über die eigentliche hofstatt hinaus gebaut wurde. dafür musste man noch recht lange eine steuer zahlen. man war sich also des problems bewusst.
    mehr dazu später!
    gruss
    stadtwanderer

  7. Anna on Mai 15, 2013 07:40

    Guten Tag !
    Wir sind aus grindelwald und gehen in Bern in die Schulreise.
    wir halten ein eine kurz Vortrag über die Lauben .
    Und wir brauchten mehr infos über die Lauben.
    Ich hoffe sie können uns helfen.

  8. cal on Mai 15, 2013 19:46

    die berner lauben! fälschlicherweise glaubt man, das sei eine erfindung der zähringer. doch das stimmt nicht. die zähringerstadt war, abgesehen vom der burg nydeck, eine holzstadt. da sind rundbögen unter den häusern sehr unwahrscheinlich, machen architektonisch keinen sinn.
    die lauben kommen erst auf mit dem steinbau der stadt. das setzt im ganz späten 14. jahrhundert ein, und es wird im 15. jahrhunder mode. also gut 200 jahre nach der gründung der zähringerstadt.
    grund waren die feuersbrünste, welche die holzstadt mehrfach stark beschädigt. zur verbesserung der situation liess man die holzhäuser stehen, doch man verbessert sie mit einer steinfassade. die wurde rund 2 meter vor der holzfassade erreicht, und im parterre untertunnelte man den anbau mit arkaden. von vorne waren die häuser geschützter, von der seite erlaubte sie, im geschützten raum läden zu eröffnen. das wort laden stammt davon, dass man die fensterläden der handwerkgeschäfte runter klappte und darauf die waren feil bot. unter den lauben war das geschäft geschützt vor schlechtem wetter, durchaus ein vorteil. denn die zeit vom 14. bis 17. jahrhundert gilt als die kleine eiszeit. kaltem wetter und viele niederschläge.
    so das ist das wichtigste zu den lauben in der aarestadt. bern ist bei weitem nicht die einzige mit dieser architektur. man findet sich in vielen alpennahen städten, wie turin, ganz markant, aber auch in innsbruck, ebenso auffällig.
    wie gesagt, mit den zähringern, den stadtgründern, hat das gar nichts zu tun.
    wünsche schon bildungswoche!

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