zahlen, zahlen, zahlen

September 19, 2007 | 9 Comments

ich weiss, zahlen liegen nicht allen. und geschichtszahlen nur den wenigsten.

ich schreite dennoch zur tat. ich will die chronologie als hilfsmittel der geschichtsschreibung verteidigen, denn kein anderes instrument eignet sich besser, sich einen überblick über das geschehene zu verfassen, das zwischen dem vor- und nachher unterscheidet.


quelle: komla

also: allen, die in der berner geschichte nicht so bewandert sind, sei hier eine kleine, aber immer noch wachsende zusammenstellung der ereignisse in stadt und kanton bern präsentiert, samt links zu den besten artikeln auf dem „stadtwanderer“, die sich mit den erwähnten momenten beschäftigen.

hochmittelalter

1016 erste schriftliche erwähnung von bümpliz, das jedoch sicher älter ist

1157 beginn der zähringischen stadtgründungen im burgundisch-schwäbischen übergangsgebiet

1191 sieg von berchtold v. in den schlachten von payerne und grindelwald über den burgundischen adel, (erste) gründung der stadt namens berndurch berchtold v., herzog von zähringen und rektor burgunds (resp. erste erwähnung), cuno von bubenberg als eigentlicher stadterbauer

1218 bern wird reichsstadt unter kaiser friedrich II., faktisch durch seinen sohn könig heinrich verwaltet, abgrenzung vom umland durch beginn der stadtbefestigung auf der westseite

1226 schenkung des augustiner chorherrenstiftes in köniz durch könig heinrich an den deutschorden, lange zeit umstrittene zuständigkeiten

1243 beginn der burgundischen eidgenossenschaft mit murten und freiburg, bündnis auf zeit, jedoch mehrfach neu aufgelegt

1254 vermutliches datum der anfertigung der berner handfeste, einer fälschung

1255 (zweite)gründung der stadt bern durch die peter II, graf von savoyen, ansiedlung der franziskaner als erstes stadtkloster, und der juden in bern

1256 erster brückenbau in der nydegg, zytgloggenturm als wehrbau und gefängnis fertig gestellt

1267 grafenkrieg zwischen rudolf von habsburg und peter von savoyen um die vorherrschaft im aaretal, frieden von löwenberg nach einer pattsituation

1269 ansiedlung der dominikaner in der stadt nach dem tod von graf peter II., dem 2. stadtherrn, abbau der reichsfeste nydegg

1273 wahl von rudolf von habsburg zum deutschen könig, anerkennung der (gefälschten) berner handfeste

1276 bau der leutkirche, bern wird selbständige kirchgemeinde und ist nun unabhängig von köniz, deutschorden in bern

1288 erfolglose belagerung berns durch könig rudolf von habsburg wegen beteiligung an der burgundischen steuerverweigerungsaktion, aufstände in der stadt,

1289 besetzung berns durch herzog rudolf von habsburg, sohn des königs, auferlegung einer kriegskontribution

1293 vorwurf an die jüdische bevölkerung berns, einen rituellen knabenmord begangen zu haben, erste ausweisung der juden, damit auch schuldentilgung, die wegen der kriegskontribution entstanden war

1294 neue stadtverfassung erlassen durch könig adolf von nassau, gemeinde wählt 16er, der den grossen rat wählt, der den kleinen rat kontrolliert, bern wird erneut reichsstadt, auswärtige frohburger als vorübergehende schultheissen, erstes dominikanerinnenkloster in der stadt bern

1298 schlacht am donnerbühl, definitives ende der savoyischen oberherrschaft, beginn der territorialbildung im aaretal im königlichen auftrag

1311 schiffsunglück von hinterkappelen, zahlreiche tote, ältestes fait divers in der berner geschichte

1334 beginn des 1. burgunderkrieges, gümmenenkrieg genannt, um fähre zwischen bern und freiburg

1339 sieg berns mit den verbündeten innerschweizern in der schlacht von laupen im 1. burgunderkrieg, vermutlich erste verwendung des berner wappen als kriegsfahne

1340 friede von freiburg mit dem hause habsburg nach dem 1. burgunderkrieg, anerkennung der stadt als gleichwertiger nachbar durch habsburg, letzte stadterweiterung während des mittelalters, bau der plattform

1344 käfigturm als wehrturm und gefängnis fertig gestellt

spätmittelalter

1348 erstes pestjahr in bern, vorläufiges ende des bevölkerungswachstums und des stadtausbaus

1350 absetzung und vertreibung des junkerlichen schultheissen aus der familie von bubenberg wegen der pest, erste bürgerliche stadtregierung, friede von lausanne mit savoyen

1353 festes bündnis mit den innerschweizer eidgenossen, das bis heute als beitrittsdatum berns zur eidgenossenschaft gilt

1354 anna seiler stiftet ihr witwenvermögen für ein spital zur pflege von pestkranken

1365 rückkehr der familie von bubenberg, wiedereinsetzung des junkerlichen schultheissen, anerkennung der burgundischen eidgenossenschaft unter bern führung durch kaiser karl iv.

1375 gugler-krieg, bern wird in erbfolgestreitigkeiten des hauses habsburg einbezogen und schwingt sich im aaretal zu vorherrschenden macht auf.

1382/4 beginn/ende des burgdorfer-krieges, bern übernimmt formell die herrschaft im aaretal, ausser im aargau, der habsburgisch bleibt

1393 bern unterzeichnet sempacher-krieg, erste gemeinsame kriegsordnung der erfolgreicher eidgenossen, seither verwendung des begriffes eidgenossenschaft, beginn der tagsatzung als regelmässige zusammenkunft der verbündeten, vermutlicher beginn der kopfsteinpflaster in bern

1405 grosser stadtbrand berns, ein drittel der holzaltstadt wird in einer nacht zerstört; rascher neubau der stadt unter mithilfe der städte solothurn und freiburg, erste verwendung von stein für hausbau und strassen, beginn des laubenbaus

1410 bern übernimmt das savoyische oltigen, lange konkurrenzstadt als aareübergang

1414 besuch von könig sigismund, einweihung des neu erbauten und heute noch stehenden rathauses, bern wird königlicher stand, hohe gerichtsbarkeit durch den schultheissen statt durch den deutschen könig, eröffnung eines städtischen bordells, beginn des sonderfalldenken, da gott die eidgenossen dem adel gleichgestellt habe

1415 eroberung des aargaus im auftrag von könig sigismund durch bern, luzern und zürich ziehen östllich der reuss nach

1418 bewilligung des berner münsters durch papst martin v., drei jahre später grundsteinlegung, verschiedene bauunterbrüche wegen finanziellen problemen

1420 conrad justingers berner chronik wird fertiggestellt, erstes umfassendes geschichtswerk über das werden der stadt bern

1437 alter zürichkrieg wegen zürichs allianz mit habsburg, die eidgenössischen orte siegen erstmals unter berns führung

1443 beginn der französischen abhängigkeit nach der niederlage der eidgenossenschaft in der schlacht von st. jakob an der birs

1446 „böser bund“ im oberland, erster aufstand der bauern gegen die expansionspolitik der stadt bern, vermittlung durch die eigenossenschaft endet mit der niederlage der aufständischen

1448 bern besiegt freiburg, beginn des bündnisses zwischen beiden städten unter berns führung

1450 friede von kaiserstuhl, der alte zürichkrieg (resp. der erste bürgerkrieg)wird beendet, bündnisse der eidgenössischen orte mit habsburg werden untersagt

1456 das buch „melusine“ des berner kleinrates thüring von ringeltingen erscheint und steigt in die weltliteratur auf

1461 neubau der untertorbrücke nach überschwemmung, erstmals als steinbrücke, neubrücke ausserhalb der stadt als zweiter sicherer aareübergang

1470 twingeherrenstreit: aufstand des geldadels gegen den landadel, mit peter kistler wird erstmals ein handwerker für ein jahr schultheiss von bern, sittenmandat gegen die neue frauenmode, die familie von bubenberg verlässt bern richtung spiez

1475 friede mit habsburg, vermittelt durch niklaus von diesbach, kriegserklärung der stadt bern an savoyen, erheblicher zerstörungskrieg im westlichen mittelland, schultheiss von diesbach stirbt im gefecht, rückkehr adrian von bubenbergs, ritter von spiez nach bern

1476 angriff von karl dem kühnen auf grandson, überraschender sieg der eidgenossen gegen herzog karl den kühnen in den schlachten von grandson und
murten im 2. burgunderkrieg; grosser reichtum aufgrund der beute in bern

1481 bern tritt wie alle eidgenössischen orte dem stanser verkommnis bei, mit solothurn und freiburg werden zwei verbündete städte berns in den bund aufgenommen, beginn der spannungen zwischen stadt und land, durchsetzung des fähnlein-prinzips (jeder ort wird an der beute gleichmässig beteiligt)

1483 diebold schilling (der ältere) stellt seine monumentale bilderchronik über die geschichte berns fertig

1484 ablösung des deutschordens und päpstliches chorherrstift, zahlreiche klöster werden dem st. vinzenz-stift in der stadt bern unterstellt oder aufgehoben

1486 zünfte erhalten in bern gesellschaftliche aufgaben sowie solche des militärs und der feuerwehr, von der politik bleiben sie aber ausgeschlossen

1494 bern beteiligt sich auf französischer seite an italienfeldzug, kaufmann bartholomäus may steigt zum reichsten bern auf, erkerbau an bürgerhäusern

1499 sieg der eidgenossenschaft im schwabenkrieg, befreiung von der reichsreform von 1495 durch maximilian I., bern lässt ihre handfeste nicht mehr von deutschen königen anerkennen, sondern versteht sich als unabhängiger teil im reich

1511 eidgenossenschaft schliesst sich der heiligen liga des papstes an und erklärt frankreich den krieg, grosse söldnertruppen in die lombardei, spannungen zwischen franzosen- und papstpartei

1513 sieg in den schlachten von novara und dijon im krieg gegen frankreich, erster bärengraben für den erbeuteten bären, erhebliche zahlungen des französischen königs als bern, solothurn, freiburg und wallis, um die allianz der eidgenossen zu sprengen, rückzug berns aus oberitalien

1513 könizer aufstand wegen verratsvorwürfen durch den seitenwechsel zu frankreich wird von der berner obrigkeit unterdrückt,

1525 beginn der täufer-bewegung gegen die macht der kirche

neuzeit

1528 berner disputation, kleiner rat beschliesst mit einer stimme mehrheit den übertritt zur reformation, bildung der einer akademie für die erziehung der zöglinge, beginn der täufer-hinrichtungen durch die reformatoren

1529 bildersturm im münster, erhebliche teile des kirchenschmuckes werden in der plattform versenkt und erst 1984 wieder entdeckt, abschaffung der berner fasnacht durch die reformatoren

1531 zweiter kappelerkrieg zwischen den verfeindeten konfessionen (bürgerkrieg), zwingli stirbt, niederlage der reformierten, reformation gerät ins stocken, zytgloggenturm erhält uhr und wird symbol für das reformierte bern

1536 eroberung der savoyischen waadt nach aufforderung des französischen königs françois I., bern ist nun grösster stadtstadt nördlich der alpen und umfasst einen drittel des eidgenössischen gebietes, verlagerung des zentrums der reformation nach genf (calvinismus)

1543 gerechtigkeitsbrunnen als schönster brunnen aus der zeit der reformation, gestaltet durch den freiburger künstler hans gieng, wird fertiggestellt

1558 wiedereinführung des gemeindegesangs und der stadtbläser, die seit der reformation verboten waren, beginn der konkordanzpolitik unter den reformierten städten zur abwehr der gegenreformation, abkehr vom luthertum im kaiserreich

1571 letzte hinrichtung von täufern in der republik bern

1602 stadtlegende erscheint als bilderserie (heute im historischen museum resp. im zytgloggen zu sehen)

1622 beginn des schanzenbaus auf der westseite der stadt als sicherung gegen das katholische frankreich, 1644 nach grossem finanziellem aufwand beendet

1643 beginn der abkapselung der stadt vom land, ausbildung einer geschlossenen, streng hierarchisch strukturierten stadtaristokratie mit patrizischen familien, die allein zugang zum grossen rat und damit zu den einträglichen stellen als landvögte haben

1648 eidgenossenschaft wird nach dem 30jährigen krieg im westfälischen frieden vom reich ausgenommen, republik bern

1653 grosser bauernkrieg durch aufstände der bauern in bern und luzern, bauernführer niklaus leuenberger, „könig der bauern“, wird hingerichtet

1658 niederlage der vereinigten protestanten in der schlacht von villmergen (2. konfessionkrieg)

1659 beginn der täufer-kammer zu kontrolle der kirchenfeindlichen volksreligiosität unter der landbevölkerung, spitzelsystem mit kopfgeld-zählungen für entdeckte täufer

1685 edikt von nantes in französischen königreich, beginn der ersten flüchlingsbewegung, der hugenotten, in der reformierten eidgenossenschaft resp. in bern

1689 hugenotten erhalten ehemalige kirche des dominikanerklosters, heute franzosenkirche genannt

1690 pietistenbewegung innerhalb der reformierten kirche bringt kritik an der orthodoxie der berner reformierten

1693 trennung der täuferbewegung in gemässigte mennoniten und fundamentalistische amische, auswanderung der amische, wo berner sprache und brachtum des 17. jahrhunderts fast unverändert überlebt

1698 absetzung der pietistischen pfarrherren

1707 das mit bern und der eigenossenschaft verbündete bern kommt zu preussen

1710 gründung von new bern in der neuen welt durch den ausgewanderten berner patrizier christoph von grafenried, seine nachfahrin in der 11. generation ist laura bush, die first lady der usa

1712 sieg der protestanten in der 2. schlacht von villmergen, gleichstellung der konfessionen in der eidgenossenschaft

1723 waadtländer-rebellion unter major davel wird blutig niedergeschlagen, kritik an der orthodoxie der reformierten kirche berns

1732 albrecht haller, berner stadtarzt, veröffentlich das gedicht die alpen, beginn der naturbegeisterung, gleichzeitig kritik der herrschenden zustände in der stadt bern

1743 aufhebung der täuferkammer

1749 henzi-verschwörung: bürgerlicher zusammenschluss gegen die privilegien der patrizier wird aufgelöst, hauptverschwörer mit und um samuel henzi werden durch das schwert hingerichtet, skandalisierung der politischen verfolgung in der entstehenden europäischen öffentlichkeit

1770 mandat zur vereinheitlichung des hausbaus in der altstadt

1771 grosse hungersnot in bern kartoffel wird als volksnahrungsmittel propagiert

1777 albrecht von haller, berns universalgelehrter der lange in göttingen als professor wirkte, stirbt, ohne je die voll anerkennung als politiker gefunden zu haben

1793 georg friedrich hegel lebt als hauslehrer und hofmeister der familie steiger für drei jahre in bern

1795 hungersnot in bern

neueste zeit

1798 schlacht am grauholz, franzoseneinfall, freiheitsbäume, helvetische verfassung auf französischen bajonetten, bern wird vorübergehend hauptstadt

1802 stecklikrieg, ende der französischen besatzung in bern, rückzug der helvetischen regierung nach lausanne

1803 mediationsverfassung, definitiver verlust der waadt und des aargau, der freiburger schultheiss louis d’affry wird erster landammann der helvetischen republik, in der in der folge jährlich gewechselt wird, auch bern stellt einen landammann

1805 neugründung der berner akademie, rückkehr des verstorbenen schultheissen niklaus von steiger, feierliche beisetzung im münster anstelle von adrian von bubenberg

1813 österreichische besatzung der helvetischen republik

1815 bundesvertrag auf dem wiener kongress, jura zu bern, bern als einer der vororte der schweizerischen eidgenossenschaft, beginn der restauration, der jura, ehemals fürstbistum basel, kommt zu bern, womit bern bewusst gemischtkonfessioneller kanton wird

1831 definitiver politischer machtverzicht des berner patriziates, kantonsgründung auf liberaler grundlage, ein jahr danach wird die erlacherhof-verschwörung gegen den liberalen kanton aufgedeckt, stadt und kanton bern werden definitiv getrennt

1833 beginn der entfestigung der stadt im westen, schleifung der schanzen, 1845 beendet

1834 gründung der kantonalen hochschule, nachdem das projekt einer nationaluniversität in bern am wiederstand vor allen zürichs gescheitert war

1844 eröffnung der nyeggbrücke über die aare als neuer östlicher stadteingang, wegen finanziellen schwierigkeiten an die schweizerische eidgenossenschaft verkauft

1846 sieg der radikalen in den grossratswahlen, radikale verfassung, mehrheit der reaktionären in der tagsatzung kippt

1847 sonderbundskrieg, bern auf seiten der reformierten führend

1848 beginn der schweizerische eidgenossenschaft als souveräner staat, bern wird bundesstadt und dmait sitz von regierung und parlament

1854 patt zwischen radikalen und konservativen bei den grossratswahlen, beide parteien bilden die regierung gemeinsam (fusion), gleichzeitig verkleinerung der regierungsrates von 17 auf 9 sitze

1857 eröffnung des jetzigen bärengrabens als touristenattraktion

1869 demokratische bewegung verlangt mehr mitsprache vor allem beim eisenbahnbau, verfassungsreform bringt direkte demokratie, eröffnung des museums (heute kantonalbank) am (heutigen) bundesplatz

1872 beginn des kulturkampfes, spannungen zwischen den konfession, besetzung des nordjurs, absetzung der römisch-katholischen geistlichen, aufbau einer romkritischen christkatholischen kirche

1876 michail bakunin, der russische sozialrevolutionär, verstirbt in bern, wo er bis heute begraben liegt

1877 staatskrise, nachdem bekannt wurde, dass der regierungsrat trotz hohen eigenen schulden, der bern-luzern bahn ein darlehnen gewährte

1878 rücktritt aller regierungsräte, neuwahlen, wobei mehrere gewählte mitglieder das amt ausschlugen, erst 1882 ist die berner regierung wieder komplett

1885 die von den freisinnigen verfassungsrevision, welche die einwohnergemeinden gegenüber den burgergemeinden stärken wollte, scheitert

1888 gründung der sozialdemokratischen partei in bern durch albert steck, einem nachfahren aus einem burgergeschlecht

1891 700jahrfeier der stadtgründung, ersmals nehmen burger und bürger gemeinsam an einer feier teil, im gleichen jahr wird erstmals auch der geburtstag der eidgenossenschaft gefeiert (600 jahrfeier des bundesbriefes von 1291)

1893 gemässigte verfassungsrevision wird angenommen, nachdem sie die burgergemeinden nicht mehr antastet

1894 das berner historische museum wird eröffnet, zur enttäuschung der berner wird das landesmuseum jedoch nach zürich vergeben

1894 nach dem käfigturmkravall gegen demonstrierende arbeiter wird die sp in die stadtregierung integriert

1897 käfigturm als untersuchungsgefängnis wird aufgegeben

1902 bau des heutigen bundeshauses wird abgeschlossen, der berner regierungsrat
charles-albert gobat erhält den friedensnobelpreis; er bleibt der einzige schweizer politik, der bis heute diesen preis verliehen bekam

1903 neue universität in der länggasse wird durch erziehungsdirektor charles-albert gobat eingeweiht

1904 die ovomaltine aus bern kommt auf den markt

1905 albert einstein legt im annus mirabilis („wunderjahr“) während seiner berner zeit die grundlagen der modernen physik, er erfindet die formel e=mc2 in der nähe des eigerplatzes

1906 aufstand gegen die russische überfremdung an der universität bern, einführung des volkswahl des regierungsrates

1907 erste schweizerfranken noten der schweizerischen nationalbank erscheint

1908 die berühmte toblerone aus bern kommt auf den markt

1914 landesausstellung in bern

1915 allgemeines wahlrecht wird erst auf richterlichen entscheid durchgesetzt

1917 bgb wird gegründet durch rudolf minger, frauen werden in schulkommissionen zugelassen

1919 eingemeindung von bümpliz

1922 proporzwahl des grossen rates, rascher aufstieg der bgb, sp im grossen rat, bgb mehrheit im regierungsrat

1935 berner jungbauernbewegung tritt aus bgb aus und nähert sich dem frontismus

1938 erste beteiligung der sp in der kantonsregierung

1942 wiedereröffnung des totalsanierten rathauses in bern

1946 berner zauberformel für den regierungsrat (4 bgb/svp, 3 fdp, 2 sp)

1954 „wunder von bern“: deutschland besiegt überraschend ungarn im final der fussballweltmeisterschaft 3:2 in bern

gegenwart

1962 erstes autobahnteilstück bern-schönbühl wird eröffnet, genau auf der strecke, auf der die franzosen nach der schlacht am grauholz nach bern marschierten

1968 einführung des frauenstimm- und wahlrechts im kanton bern

1971 die bernische bgb schliesst sich gesamtschweizerisch der svp an

1977 volkswahl der ständeräte wird eingeführt

1979 kanton jura wird selbständiger kanton, südliche amtsbezirke rund um moutier bleiben beim kanton

1982 wiedereinführung der berner fasnacht

1983 die altstadt bern (zährigner stadtplan, lauben, brünnen) wird zum unesco-welterbe erhoben

1986 nachdem von einen finanzkontrolleur zahlung bern an die berntreuen jurassier in den volksabstimmung zur kantonstrennung aufgedeckt wurde, wird die fdp aus der kantonsregierung abgewählt, und die grüne freie liste übernimmt ihre beiden sitze, erstmals rot-grüne mehrheit in der berner kantonsregierung

1987 dieberner reithalle wird eröffnet (vorübergehend kurzfristig autonomes jugendzentrum), verschiedene politische versuche, das zentrum wieder aufzuheben, scheitern, das zentrum ist veranstaltungsort verschiedensten kultureller aktivitäten

1990 verkleinerung des berner regierungsrates auf von 9 auf 7 sitze

1993 erstmals frauenmehrheit in der stadtberner regierung, europäisches novum für einen stadtexekutive

1999 käfigturm wird neu als politforum der bundeskanzlei verwendet

2000 der berner svp-bundesrat adolf ogi wird erster bundespräsident im 21. jahrhundert; nach dem präsidialjahr tritt er als bundesrat zurück

2003 die erste berner museumsnacht findet statt, bei der sich alle museen und archive der stadt für eine nacht öffnen, zwischenzeitlich wird das geschichtsfest jährlich wiederholt.

2004 der berner stadtwanderer beginnt mit seinen wanderungen durch die stadt und den raum berns für dritte, zwei jahre später lanciert er auch den stadtwanderer.blog

2005 grosse einsteinausstellung im berner historischen museum wird zu publikumsmagnet; sie bleibt in verkleinerter form dem museum erhalten, eröffnung des zentrums paul klee zum gedenken an den berner künstler, eröffnung des stade de suisse als neues fussballstadion

2006 rot-grüngewinnt mehrheit bei den regierungsratswahlen, nachdem die svp die mehrheit in der regierung beansprucht hatte

2007 beginn des umbaus des stadtberner bahnhofplatzes nach zahlreichen schwiergikeiten, der stadtwanderer und aristoteles begrüssen den entscheid; das projekt soll bis zur fussball-europameisterschaft 2008, der der euor08, fertig sein, birgt für die anwohner des bahnhofplatzes ungeahnte gefahrenin sich

2008 stadtpräsidenten und gemeinderatswahlen, für das stadtpräsidium dürften alexander tschäppät, barbara hayoz und jomi hofer kandideren. der stadtwanderer bringt auch den weltwoche-redaktor urs paul engeler von der berner leserbriefschreiberpartei (bls) ins spiel.

stadtwanderer

ps: die links sind noch unvollständig, ich habe einfach zu viel geschrieben!


Comments

9 Comments so far

  1. Adelheid on September 19, 2007 21:19

    Chapeau, lieber Stadtwanderer. Bern\\\’s Geschichte im Überblick ist wie eine wunderschöne Perlenkette – die Jahreszahlen und ihre Inhalte reihen sich wie eine Perle an die Nächste. Hab Dank für deine aufwändige Zusammenstellung!

  2. stadtwanderer on September 19, 2007 22:52

    oh, adelheid, danke!
    ich weiss, du fehlst in der chronik. so gerne wüsste ich, ob du 934 wirklich in bümpliz geboren wurdest. dann würdest du die abfolge der ereignisse, die ich für berns geschichte aufgearbeitet habe, sogar anführen!

  3. Adelheid on September 20, 2007 19:58

    hm… lieber Stadtwanderer, zuoberst auf deiner Liste stehen, davon träume ich…

  4. stadtwanderer on September 20, 2007 22:20

    ooh, adelheid, ein traum verbindet uns! zuoberst heisst, in der realität, zuerst. du wärst dann die erste auf meiner liste der wichtigsten ereignisse, quasi die mutter berns. dass du die mutter der königreiche von burgund, der lombardei, von sachsen und franken bist, das weiss ich, und das ist der titel, der dir auch gehört. doch, die mutter berns, – was für eine verheissung das darüber hinaus doch wäre. die ganze genealogie müsste mann ändern, die stammtafeln des hohen adels neu zeichnen, und das erbe der von bubenbergs&co neu verteilen. das hätte sicher konsequenzen bis in die heutige zeit. das parlament, das wir neu wählen, in diesen tagen,wäre voll von frauen, doch dafür würde die allegorische darstellung einer frau vor dem bundesratshaus ersetzt, wohl durch berno, der inbefriff der standhaftigkeit, die es in der realität nicht gibt. ich versichere dich, ich werde darüber nachzudenken und meinen zeitgenossInnen, deinen nachfahren davon berichten!
    ergebenst, dein chronist der gegenwart.

  5. SixtySix on September 23, 2007 17:29

    Das muss doch mal gesagt sein: der Stadtwanderer hat die beste Chronologie zur Berner Stadtgeschichte, die es auf dem www gibt, verfasst. Hut ab und merci veulmol!
    PS:
    Ich würde die direkt auf wikipedia \"Bern\" verlinken.

  6. Röstigraber on September 25, 2007 20:40

    Nun ist es offiziell. Die maurische karavane des teppichhändlers hat eintritt erhalten im schweizerischen politbasar. Ob holenweger oder rorschacher als politische zahlungs-, teuschungs- oder gar verschwörungsmittel zulässig sind, soll nun, im rahmen einer fehren debatte, abgeklärt werden. Man/frau darf gespannt sein, welche nachhaltigen erkenntnisse daraus resultieren.
    nachhaltig(er) ist für mich die samstägliche stadtwanderung, bzw. das wirken von zwei durch den stadtwanderer wieder ausgegrabenen welschen berner persönlichkeiten: Regierungsrat charles albert Gobat und grossrat élie Ducommun. Beide erhielten 1902 gemeinsam den friedensnobelpreis.
    Gobat war von 1882 bis 1912 regierungsrat. Er war u.a. zuständig für die reform und öffnung der universität und die gynmasialreform. 1884 wählte ihn in das berner volk in den ständerat, nach den wahlen von 1890 wechselte er in den nationalrat, wo er bis zu seinem tod 1914 blieb.
    1889 gehörte Gobat zu den gründern der interparlamentarischen union. Deren eintreten für den frieden durch schiedsgerichte in fällen von internationalen konflikten wurde zum mittelpunkt seines wirkens. Gobat wurde 1892 die leitung des zentralbüros der union übertragen. Diesen posten bekleidete er bis zu seinem tod. Nach dem tod von élie Ducommun 1906 übernahm er auch die leitung des internationalen friedensbüros, so wurde er zum einflussreichsten europäischen sachwalter des friedens. Besonders am herzen lag ihm die versöhnung zwischen frankreich und dem deutschen reich, wie sich in seinen erfolglosen bemühungen um die lösung des elsass-lothringen-konflikts manifestierte.
    Ducommuns wirken für den frieden war eher unauffällig aber effektiv. Durch beharrliche arbeiten wurde er zu einem pionier der friedensbewegung. Er war 1868 einer der mitbegründer der liga für frieden und freiheit. 1891 wurde er an durch die interparlamentarische union zum leiter des internationalen friednesbüros mit sitz in bern, gewählt. In dieser funktion hatte er die aktivitäten von zahlreichen nationalen friedensorganisationen zu koordinieren. Neben diesen friedensaktivitäten und seinem grossratsmandat war ducommun auch in anderen bereichen sehr aktiv. Um den schweizer arbeitern eine bank mit günstigen konditionen anzubieten, gründet er 1869 die schweizerische volksbank. Es war seine überzeugung, dass der soziale friede in einer demokratie entscheidend von der finanziellen absicherung der arbeiter abhängt. Zu guter letzt war Ducommun auch generalsekretär jura-simplon-bahn, egagierte sich also auch beim bahnbau.

  7. stadtwanderer on September 26, 2007 03:29

    lieber röstigraber,
    gut so, zu gobat gibt es ja einen separaten post auf meinem blog, nicht aber zu ducommun. übrigens, was dir vielleicht nicht aufgefallen ist, vis-a-vis vom zimmermania, wo wir standen, steht die erinnerungstafel für ducommun, einem freimaurer, der seine weltweiten beziehungen für seine friedensarbeit nutzte.
    für gobat habe ich bis heute keine tafel gefunden!

  8. schreiberlingin on September 30, 2007 22:55

    1658 wurde das Edikt von Nantes aufgehoben. 1598 wurde es von Henry IV. erlassen.

  9. schreiberlingin on September 30, 2007 23:01

    1685 natürlich und nicht 1658.

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