„itze längts“, riefen gestern svp-nahe bürgerInnen der stadt bern auf. sie versuchten damit, die stimmung, die nach den krawallen zum verhinderten svp-umzug auf dem berner bundesplatz entstanden sind, über den kommenden wahlsonntag hinaus in berner wahljahr ’08 zu übertragen.

ganz anders reagieren heute 500 jugendlich: „itze afoo“ ist ihr motto. statt aufhetzung unterschiedlichster lebenswelten gegeneinander, reden sie der kulturverbindung das wort.


ethnopoly ’07 – ein augenschein beim verbindenden mittagessen auf dem friedlichen bundesplatz (fotos: stadtwanderer)

ethnopoly ’07 heisst ihr projekt. im prospekt, den der stadtwanderer auf dem bundesplatz erhält, heisst es: „die grosse kulturelle vielfalt in der schweiz kann nur dann positiv genutzt werden, wenn von verschiedenen seiten anstrengungen unternommen werden, ein friedliches und respektvolles miteinander im dialog zu suchen.“

und genau dieser dialog soll heute spass machen: von morgens 9 uhr bis abends 17 sind 500 jugendliche aus dem 7. bis 9. schuljahr in vierergruppen als kleine stadtwanderer unterwegs. ihnen zur auswahl stehen rund 80 posten. an jedem dieser stationen leben menschen mit unterschiedlichsten politischen hintergründen; sie gewähren den interessierten jugendlichen einblick in ihre wohn- und lebenswelt in der stadt. je nachdem, wie die reaktionen sind, werden die schülerInnen-gruppen entlöhnt: selbstverständlich in ethnos!

ziel der aktion, deren hauptträger der „verein sport – the bridge“ und die african mirror stiftung sind, ist es, die menschen zusammen zubringen, die sonst nur vom hören-sagen von einander wissen. das unterstütze ich voll und ganz, denn auch ich weiss: das kann positive emotionen schaffen, und es kann das bewusstsein dafür fördern, dass jede stadt ein sammelsurium der kulturellen vielfalt ist.

trotz vielfältiger belastungen habe ich deshalb heute über mittag einen eigenen augenschein von ethnopoly genommen. vergnügte jugendliche habe ich da vor dem bundeshaus getroffen, fast mehr als an der jugendsession, die farbenfroh und lustvoll miteinander zu mittag assen, – der wohl immer noch spannendsten und verbindendsten form des zusammenlebens unter menschen, die durch politische absichten nicht getrennt werden!

stadtwanderer


Comments

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  1. F. Rust on Oktober 29, 2007 01:41

    Wie schön es doch wäre, würden solche Anfänge nicht immer wieder gleich zunichte gemacht.
    Momentan gibt es in Bern zur gleichen Thematik eine auch eine interessante Plakatserie. Machen Sie etwas, dass es nicht wieder beim afoo bleibt!

  2. stadtwanderer on Oktober 29, 2007 07:12

    ich werde dem nachgehen! danke für den hinweis …

  3. stadtwanderer on Oktober 29, 2007 19:14

    der beitrag ist gemacht, ich hab heute vier verschiedene sujets gefunden, beim stadtrundgang.
    siehe unter \\\"aller anfang ist …\\\"

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