polit-poker des abends

Januar 14, 2008 | 1 Comment

reprise wegen spam-belastungen der alten version

da war ich doch wieder mal in thun. dort, wo ich mittelalterlicher schultheiss bin. und hab mich da zur abwechslung ein wenig um die gegenwart gekümmert. „polit-poker“ heisst das kartenspiel, das ich in einem tollen gameladen der altstadt gekauft habe.

das spiel hat die normalen farben: rot-schwarz; und die normalen symbole: herz-kreuz-pik-schaufel. aber es hat unübliche königinnen und könige: unsere bundesrätInnen werden da von nico porträtiert, ganz so, das man sich eines weiteren kommentars nicht verkneifen kann!


politpoker aus dem spielladen in thun (foto: stadtwanderer, anclickbar)

allen voran erscheint uns natürlich doris I., auch auch auf diesem blog keine unbekannte. mit hübschem krönchen, haftendem schleier und farbloser kette, aber mit starkem charme. ein jeder verneigt sich, wenn er nur schon an sie denkt. und lacht ein wenig über die unverkennbare zahnbürste aus dem set des besten cvp-werbetricksers, die sie immer noch mit sich führt. doch ich will da nicht verweilen, der doris strebt nach oben. sie schwebt über den wolken: ich schätze, 88 prozent der schweizer jassgemeiden hätten sie beim slalom gerne als partnerin, wenn sie nur wählen könnten!

dann, als zweites, erblickt man micheline, die calmy-königin. auch sie mit spitzem krönchen und rotgrün versetzter kette, doch vor allem mit dem breiten lachen, das man schon in allen uno-ländereien kennt. und dem mikrophon des fernsehens, das sie mit dem ganzen globus verbindet. niemand, gar niemand, soll ihr streben für frieden&freundschaft nicht bedient werden. auch sie ist ein geschenk für die schweiz!. meine prognose: 79 prozent der fernseherInnen in der schweiz lächeln ihr nach, wenn sie sie für den bundesrat wieder empfehlen!

samuel, der schmid, ist der dritte im bunde, aber der erste mann der stunde. sein blick ist als einziger gerade aus. aber er wirkt ein wenig getrübt, denn der dunkelgrüne mantel über seinen schultern lastet schwer. doch er hält durch, und er hält am schwert des verteidungsministers fest! bravo! sein erdapfel 08 ist der fussball, könig fussball! damt will er inskünftig popularitätstore schiessen. meine analyse: 77 prozent der schweizerInnen, möchten, dass er weiterhin im stadion für ordnung sorgt! und in bern sind’s wohl sogar ein paar prozent mehr …

der blick des vierten porträtierten ist leicht frivol. seine augenbrauen sind hoch gezogen, doch seine lippen sind angestrengt. das hat wohl mit dem zu tun, was er in den händen hält: das majestätische sparschwein und das budget der ganzen eidgenossenschaft. trotz dem rang eines königs aus appenzell-ausserhausen: er macht einen solid-bürgerlichen eindruck, der ihm bei den feministInnen unverändert keine punkte bringt. ich halte hans-rudolf merz zu 71 prozent für wieder wählbar!

ja, und nun kommt moritz, der leu, der, koste es, was es wolle, durch jeden berg fährt. in seinen hält er die schienen, als wolle er sagen: … stehen alle räder still, wenn mein starker arm es will! doch das sbb-symbol auf seiner brust wirkt wenig heldenhaft; es zeigt in verschiedene richtungen: ganz so, als ob der träger da vorübergehend auch an akw’s gedacht hätte? doch lassen wir die alten ambivalenzen, denn moritz‘ urbane intello brille zeigt, dass er lesen – und schreiben kann. ich schätze, das gefällt noch 69 prozent der medienbegeisterten schweizerInnen.

für christoph b. (marke: „geheimplan 19-39-45“) sind es wie seit 1992 harte zeiten. man merkt es ihm an: überall wird er von rotgrünen stoffen umgeben, die sein schweizerkreuz nicht so mögen, wie er es mag. und überall zweifeln sie an seinen fähigkeiten als unabhängiger justizminister, der ausgewogen über allen bundesanwälten steht, die er selber entlassen kann! so ungerecht ist die welt von heute, dass er sich bisweilen in eine silvia b. umwandeln lässt. wieviele solches wohl goutieren? ich würde wetten, gerade mal 50 prozent des mannen- und frouenvolkes!

und schliesslich der wahre könig, der strenge herrscher über die krankenkassen, der stolze chef über alle ärzte und patientInnen zugleich. er, er weiss, was eine institution ist! und er, er weiss, wie man das gesundheitswesen auf vordermann/frau bringen kann! doch ausgerechnet er weiss plötzlich nicht mehr, wen er gemeint hatte, als er nach schweizern ausschau hielt, die mit dem italienischen glichen werden könnten. ich glaube zu wissen, das verzeihen ihm gerade mal 41 prozent seiner untertanen.

doch das alleine ist es nicht, was man da ausjassen kann! oh, nein, verehrtes publikum: ein richtiges kartenspiel hat auch einen joker, in unserem falle vielleicht gar eine spielverderberin! man fragt sich, was sie im unsichtbaren schilde führt? das bleibt diskret … – ihr nachteil reprise, wegen spam-belastung der alten version!

ist: sie grünt so sehr, dass es ihre schellen allen verraten, wen sie als

nächstes anstreichen möchte. ihr vorteil: ich weiss nicht, wie viele oder wie wenige sie auch als grüne königin gerne haben würden!

so verabschiede ich mich aus thun, gehe wieder nach bern. ich verkrieche mich wieder in die vergangenheit, und lasse das gefährliche spiel zwischen gegenwart und zukunft!

stadtwanderer

mehr zur sache!

mehr zum spiel!


Comments

1 Comment so far

  1. äuä on Januar 14, 2008 18:08

    u waseli was mache meer itze met de schuufle dame? ersetze, door schlompfi dame seit äuä!

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