Uhrsachen

März 26, 2008 | 1 Comment

so heisst ein uhrenladen in bern. doch um den geht es mir hier nur indirekt, denn ich will keine uhren verkaufen. ich will neue wörter kreiieren.

das buchstabenspiel, das im markennamen des berner geschäftes steckt, ist nämlich das programm für den blog „enzyglobe“, den ich hier auch schon vorgestellt habe.

zwischenzeitlich gehöre ich der munteren gilde der wörtererfinder (w-örtererfinder, w-örterfinder, wörterfinder) direkt an. hier eine kleine kostprobe meiner wanderungen im wortlosen niemandsland:

Neutraal

mittelgrosser, wendiger Schlangenfisch, der geschlechtslos und dennoch überdauert

1. Armin Müller: Sehr schlüpfrig und kaum zu fassen, jedenfalls kann er nirgendwo anecken. Neigt dazu viel Fett anzusetzen.

Ritteralter

Zeitspanne der menschlichen Entwicklung, als der Steigbügel bekannt wurde, und man die Kanone noch nicht kannte

1. Armin Müller: Heute auch bekannt unter: Rüstige Rentner
2. Stadtwanderer: Gottseidank, denn früher eher dem alterdumm zugerechnet!

Glasmost

Phase in der russisschen Gesellschaftsentwicklung, während der man reihenweise aufgetauten Apfelsaft in Gläser abfüllte, damit sich das Volk beglückwünschen und auf die Zukunft freuen konnte

1. Armin Müller: Daraus wurde dann mit der Zeit eher ein Graslost, jeden(aus)falls um Tschernobil.
2. Fred: Auch saure Äpfel fallen nicht weit vom Stamm.

Bionier

Vorreiter des Sanften

1. Armin Müller: Hoffentlich sind noch lange alle Nieren bio.

Weltwache

Helvetismus, ungefähr für Zensurbehörde, auf Schweizer Zeit & Raum beschränkt

1. Ugugu: Dieses souveräne Wort hab ich gleich in meiner grauen Hirnmasse abgespeichert, um es bei Gelegenheit zu verwenden 😉
2. Armin Müller: Globaler Weckruf jeden Mörgelis
3. Stadtwanderer: Nörgelis?

Leidgenossen

durch Schicksalsschläge zusammengeführte und -gehaltene Menschen

1. Armin Müller: Manche möchten ewig Weidgenossen bleiben (und ohne schwarze Schafe)
2. Stadtwanderer: unter sich sind sie in der regel jedoch systematische neidgenossen, keine gönnte dem andern nichts!

Narkozy

(bei)schlaftrunkener Staatspräsident

1. Armin Müller: Auch Narrcozy
2. Stadtwanderer: familienintern soll er schon mal den übernamen haben ”starkozy”.

Oekomonie

Wenn die wirtschaftliche Lehre des Haushalte zur alleinseligmachenden Lehre für alle Haushaltsmitglieder wird

1. Armin Müller: Auch Monetariat
2. frankR: Kann bei zu langer Dauer in Oekomonotonie ausarten.
3. sattwanderer: interessant ist, dass “ökomanie” als wortvariante und sofort auf eine andere Bedeutung des Wortstammes “Oeko-” verweist …

Banalyse

Analyse, ohne Tiefgang

1. Armin Müller: Von Tabak- oder Erdölindustrie bestellte Schönschreiberei. Wiesenschaflich fundierte Augenwischerei und simplizierte Kausaulereien.

Helvetiere (allenfalls auch Helvehtiere)

Vornehme Umschreibung für das, was man später Kuhschweizer nannte

1. Armin Müller: Müssten die nicht neustens Weissschafschweizer heissen? Oder schlicht: Weissenschaftler?
(Für nicht Schweizer-Politik-Kundige: Es gab da ein Wahlplakat einer Rechstpartei, wo weisse Schafe ein schwarzes über den Zaun kicken)
2. phrasardeur: Helvehtiere: Und ab und an Kuschschweizer nennt.

hier alle meine selbstwordversuche!

stadtwanderer


Comments

1 Comment so far

  1. Warzenegger on März 26, 2008 19:45

    Wie wär’s mit:

    Heuzeit
    für "globales Durcheinander"

    Geiz
    für "Eidgenossenschaft" und

    Polidick/Polidünn
    für die "Leistungen der Politker von heute"?

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