karls gebetbuch

April 21, 2008 | Leave a Comment

zu den präziosen, die karl der kühne bei seiner flucht nach der schlacht von grandson am fluss arnon zurücklassen musste, gehört sein gebetbuch. heute noch werden faksimileausgaben des originals, das bald in bern gezeigt werden wird, auf internet gehandelt.


ein bibliophiles prunkstück, das in meiner bibliothek noch fehlt: das gebetbuch von karl dem kühnen, das er in grandson liegen liess

als zeichen seiner pracht beauftragte karl der kühne, herzog von burgund, den meister lieven van lathem und den schreiber nicolas spierinc, ihm ein gebetbuch für seinen ganz persönlichen gebrauch anzufertigen. dem einzelstück, von vorne bis hinten und rund herum mit gold verziert, kommt eine schlüsselstellung in der geschichte der flämischen buchmalkunst zu.

das buch selber enthält 159 folios oder 318 seiten in der grösse von 12 mal 9 zentimeter. es eröffnet einem den zugang zu 47 miniaturen, die durch 360 initialen im schwungvoll gehaltenen text erweitert werden.

genützt hat es dem herzog allerdings nicht. der fromme karl hat sicher in der nach vom 1. auf den 2. märz 1476 darin gelesen, bevor er sich von den eidgenossen aus dem schloss von grandson locken liess, was für ihn jedoch zur schlachtenfalle wurde.

bis heute ist das original im paul getty museum in los angeles knapp 1000 mal vom luzerner faksimilie verlag repliziert worden. ein kommentarband des kunsthistorikers antoine de schryver ergänzt den kauf, den man sich leisten kann, wenn man in der einkommensklasse der herzöge von burgund lebt.

ausser man findet erneut eine exemplar auf einem schlachtfeld …

stadtwanderer
(auf der suche)


Comments

Name (required)

Email (required)

Website

Speak your mind