unsere schwedenofen heisst eichhörnchen. so wie die putzigen tierchen nüsse in die mund stopfen, füllen wir unseren ofen mit gespaltenem holz. und so schnell wie ein eichhörnchen seine nüsse zu verstecken weiss, verschwindet auch unser holz. einziger unterschied: gescheite eichhörnchen finden ihre vergrabenen nüsse wieder, während wir menschen unsere holzvorräte immer wieder selber auffüllen müssen.

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vollbrachtes tageswerk in der abendsonne als kleiner spiegel der kindheit (foto: stadtwanderer) 

genau das war heute angesagt. gesägt wurden die scheite ohne meine hilfe. diese beschränkte sich darauf, eine sinnvoll beige auf dem vielen vor dem haus aufzubauen. zu unters lagen deshalb flache bretter, die das holz vor feuchtigkeit schützen würden. dann kamen die längsten stücke holz, gefolgt von den mittleren. zuoberst stapelte ich dann, was an kleinholz noch übrig blieb.

als die beige fertig war, betrachteten wir unsere neuen vorräte. dieses jahr werden wir sie wohl nicht mehr gebrauchen, doch nächsten jahr gibt es bestimmt wieder kalte tage, und dann sind wir froh, vorbereitetes und gelagertes holz zu haben. holz vor dem haus zu haben, sind wird uns einig, gibt sicherheit, wärmt schon bevor es brennt und lässt einen ruhig schlafen.

nach unserem kurzen gespräch wurde ich unweigerlich an meine kindheit erinnert. auf der schulreise in der zweiten klasse, die uns auf einen aussichtsturm in othmarsingen im kanton aargau führte, wurden wir kinder am abend auf dem bauernhof der lehrerin abgeholt. die nachbarn reichten uns, weil sie einen grossen combiwagen hatten. da hatten alle kinder auf einmal platz.

auf der heimfahrt verhandelten der fahrer und der beifahrer die lehrerin, wie das einfach gestrickte männer so tun, wenn sie eine ihnen bisher nicht bekannte frau gesehen haben, und meinten, sie habe viel holz vor dem haus.

nichts ahnend, mischte ich mich in ihr gespräch ein, ich bestätigte ihre ansicht. es habe holz auf allen seiten des bauernhauses, hätte ich bei meinen erkundigungen gesehen.

doch die nachbarn lachten mich nur laut aus!

sie meinten, wenn die lehrerin „viel holz vor dem haus“ habe, sei das eine redensart für ihre oberweite. Ihre brüste seine wirklich toll.

ich war danach die ganze heimfahrt still und verlegen. und auch jetzt noch ein wenig, wenn ich meine holzbeige vor dem haus betrachtete, die ich nichts mehr ahnend aufgebaut hatte.

eichhörnchen haben es wirklich einfacher im leben!

stadtwanderer


Comments

2 Comments so far

  1. Mischa on Juli 30, 2008 21:19

    also, nüsse und holz vor der hütte ist heute schon etwas zweideutig. lieber stadtwanderer könnte es sein? vermisst du einwenig die zivilisation? bist du schon zu lange in der pampa?

    aber wir sind sicher alle froh, dass du nicht kalt haben musst, weil du genügen holz vor der hütte hast 🙂

  2. stadtwanderer on Juli 31, 2008 14:04

    nun, die zweite woche war ja saukalt, jetzt ist es dafuer ausserordentlich sommerlich, 33,4 grad zeigte das thermometer vor dem haus an.
    gemäss wetterbericht sind wir, ausser suedeuropa und nordafrika in der wärmsten gegend, zur zeit!

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