die unvollendeten

August 3, 2008 | 2 Comments

der schweden-aufenthalt 2008 neigt sich seinem ende zu: göteborg ist erreicht, die fähre ist bestiegen, und der hafen liegt bereits hinter uns. ein rückblick auf die unvollendeten blog-beiträge.

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das (provisorische) touristenbüro im värmländischen ekshärad, mit internet cafe, das ich meist zum bloggen benutzt habe (foto: stadtwanderer) 

das bloggen in värmland war nicht immer leicht. viele internet cafes gibt es nicht. entworfen habe ich die beiträge meist auf meinem labtop. im touristbüro von ekshärad, wo der nächstgelegene computer mit zugang zu einem externen laufwerk stand, habe ich sie jeweils gebündelt auf den „stadtwanderer“ montiert. in einer ruhigen ecke des benachbarten internet-kaffees habe ich sie dann noch redigiert. das alles war ein wenig improvisiert! dennoch: marie und ulla vom touristbüro waren aber sehr hilfreich, und neugierig. sie haben nachgelesen, und auch verbesserungsvorschläge gemacht. herzlichen dank!

auf meinem labtop blieben aber einige fragmente: ideen, die nicht für einen beitrag gereicht haben, aber dennoch erzählt sein wollen. und so bringe ich die unvollendeten beiträge des schweden-sommers 2008 alle auf einmal!

schwedenfans aus der schweiz (I)
plötzlich war schweizer tag in ekshärad. wir sassen im moccacino, dem kaffee an der grossen strassenkreuzung, als wir am tisch nebenan schweizerdeutsch vernahmen. tatsächlich hatte es auch draussen vor der kirche fast nur schweizer nummernschilder auf dem parkplatz. eine richtige invasion. andreas schwarz aus zürich ehelicht die tochter des pfafferes von ekshärad. man wird in der schweiz leben, aber man liess sich in vaters kirch trauen. und wir war zaungäste eines hochzeits am ersten und für lange einzigen schweizertag in ekshärad! 

elche
dieses jahr zwei elchen begegnet; dem einen direkt, abends, dem anderen aus der ferne, beim warten wegen des anhaltenden regens. sie sind und bleiben imposante tiere, auch wenn die kunde in schweden die runde macht, sie würden massiv abmagern. da die winter im norden wärmer werden, legen sie weniger reserven an, und das durchschnittsgewicht eines elchs ist in kürze von 650 auf 350 kilo gesunken. solche probleme sollte man haben!

tiomilaskogen
das grosse fest der einfachen leute im grenzwald zwischen schweden und norwegen, dem tiomilaskogen („10-meilen-wald“), war, wie immer in den letzten jahren, ein toller erfolg. man trifft sich ende juli für drei tage in jeder siedlung. die eher verschlossenen schweden geben sich dann für ganz offen. man stellt aus, was man zu zeigen hat. diesmal haben es mir die blauen schnecken aus falun am meisten angetan. mariana sääf, eine künstlerisch begabte handwerkerin, hat ihre sehr schönen milchkrüge und kaffeetassen angeboten, von denen ich einige gekauft habe. schmeckt gut, so frische milch zum aufstehen zu trinken!

geschäfte in der kirche
die schwedischen kirchen entstehen im 11. jahrhundert aus der vereinigung des wikinger-langhauses („schiff“) mit der apsis der katholischen priester. mit der ltuherbibel kommen dann wie überall kanzeln hinzu. in vielen kirchen merkt man noch das weltliche neben dem sakralen. so ist es üblich, dass man beim eingang in die kirche kuchen und kaffe angeboten bekommt und beim verzehr in ein gespräch über gott und die welt verwickelt wird. neu ist mir, dass man nun auch ganze produktereihen in den kirchenschiffen zum kauf angeboten bekommt. die neue geschäftigkeit wirkt ein wenig so wie ein dritt-welt-laden mitten im gotteshaus.

loppis
wenn der küchenkasten zum bersten voll ist, wenn das buffet im wohnzimmer aus allen nähten platzt, oder wenn die rumpelkammer vor lauter ramsch nicht mehr betretbar ist, dann ist es in schweden zeit für ein loppis. das ein unkomplizierter flohmarkt gleich auf dem eigenen hof! eine scheune mit einem brett auf zwei böcklein genügt, um alles auszustellen, was man nicht mehr braucht, aber nicht fortschmeissen will. auf pappkarton schreibt man dann „loppis, 200 m„ und stellt das an die strasse. die interessierten kommen bald schon von alleine, um alle vasen, kardbürsten, donald-duck-hefte oder auch einen kerzenständer zu kaufen. am schluss ist die kasse gefüllt und der haushalt gelehrt. und ich habe für den selbstgepressten zitronensaft eine schlanke karaffe im schwedischem gelb-blau!

schwedenfan aus der schweden (II)
seit jahren trifft man auch ihn im sommer im norden. mit dem eigenen schiff ist er zwischenzeitlich von den ahland-inseln vor stockholm durch die kanäle schwedens bis nach südnorwegen an den atlantik gesegelt. da versucht der zürcher politiker andreas gross nun, seine jacht zu verkaufen. einmal streichen pro jahr muss man selber; dafür ist der schiffer bereit, sein bisheriges eigen in den hafen des neuen besitzers zu transportieren. interessenten können sich bei andi melden. s’het, solang s’het!

am 1. august unterwegs
wir sind mit dem auto die 350 kilometer von värmland nach göteborg gefahren. phasenweise hatte es in der pampa gar keinen verkehr, und wir waren etwas ausgelassen. unvermittelt begannen wir, die lieder zu pfeifen, die wir können und landeten auch bei den nationalhymnen. bei der marseillaise kam ich schon mal auf 120 sachen, und beim schweizer psalm gaben wir ein perfekt getrimmtes duo ab. erst danach merkten wir, dass es 1. august war. in der schweiz würde ich sowas nie machen! auf dem sun deck des stena germania, mit der wir nach deutschland fahren, spielt man dafür den oldie „obla-di, obla-da“ von den beatles. in der schweiz würde ich dieses lied aus den 60er pfeiffen, als die nationalhymne, äxgüsi, das bundeslieb zum bundesfeiertag!

stadtwanderer

ps: ein wenig wehmut befällt mich schon, wenn ich värmland nun verlasse. ein wenig in nostalgie schwelgen kann man noch auf dieser website.

und hier noch meine serie dagens nyheter (tagesneuigkeiten) von meinen schwedenferien 2007. 


Comments

2 Comments so far

  1. lisa n. on August 3, 2008 23:28

    wow! sag ich da, werter stadtwanderer.
    eine tolle serie über schweden, die du da verfasst hast. ich war leider nicht weg, habs aber genossen, immer wieder überrascht zu werden.
    eigentlich sollte man dich die ganze zeit in die ferien schicken, mit der einzigen auflage, jeden tag was für uns zu schreiben.
    es ist immer herrlich, etwas neues auf dem stadtwanderer zu erfahren.

  2. stadtwanderer on August 4, 2008 14:46

    tack sa mycket!

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