tag des genusses

August 12, 2008 | 6 Comments

jack lang ist ein geniesser. der politologe war professor in nancy und paris, bevor er in die französische politik einstieg. er schloss sich dem parti socialiste an und bekleidete mehrfach das amt des ministers für bildung und kultur in linken regierungen. als solcher schaffte er 1984 in frankreich die „Journées Portes ouvertes monuments historiques“, – eine idee, die 1991 der europarat, das kulturgewissen europas, aufgriff, um die „European Heritage Days“ in leben zu rufen. seither gibt des „tage des denkmals“ rundherum. 2003 nahmen erstmals alle 48 mitgliedstaaten des europarates an an der neuen kulturbewegung teil.

bern_schwellenmaetteli.JPG

das berner schwellenmätteli, symbol für die architektur des genusses, ist bestandteil des denkmaltages 2008 (foto: d. uldry)

der idee zündete auch in der schweiz. bald schon wird man langs lebensmotto geradezu wörtlich nehmen: einen „tag des geniessens“ ruft die national informationsstelle für kulturgüter-erhaltung für das wochenende vom 13. und 14. september 2008 aus. die stätten des genusses und ihre sinnliche seite sollen am diesjährigen denkmaltag im mittelpunkt steht.

in hautrive am neuenburgersee geht es um die küche in der bronzezeit, die heute archäologisch rekonstruiert wird. im bären von münsigen kann man die gastronomie besichtigen, welche die reformation schuf. in fribourg wird man ins refectorium des augustinerklosters gelassen, wo man das himmlische deckengewölbe sehen kann, das die möchne vom essen beflügelte. auf dem brienzersee wiederum kann man den raddampfer „lötschberg“ geniessen, der als luxusschiff unmittelbar vor dem ersten weltkrieg in see ging. schliesslich geht es im berner restaurant schwellenmätteli um die architektur des 21. jahrhunderts und ihre einflüsse auf das wohlbefinden der gäste.

in bern findet am abend des 13. septembers auch eine sonderveranstaltung zum 25jährigen bestehen des unesco-weltkulturerbes statt. versprochen wird, dass man einen blick hinter 25 portale der altstadt werfen kann, die sonst für die öffentlichkeit verschlossen sind.

selbstverständlich wird der stadtwanderer dann unterwegs sein. eines will er sicher nicht vergessen: ganz im sinne von jack lang kultur bewusst zu geniessen!

doch was das heisst, um sich zwischen den landesweit rund 100 möglichen angeboten  zu entscheiden, weiss er noch nicht.

weiss ihm jemand rat?

stadtwanderer

 


Comments

6 Comments so far

  1. Titus on August 12, 2008 14:43

    @ Stadtwanderer
    Da sind am Schluss noch Textentwürfe drin, die wohl noch herausgelöscht werden wollen (man könnte das zwar auch als Überbleibsel der „historischen Denkmäler“ betrachten 😉 )

  2. stadtwanderer on August 12, 2008 14:44

    du warst einfach zu schnell, hing unverhofft am telefonapparat …
    merci auf alle fälle!

  3. mischa on August 12, 2008 15:58

    klingt alles sehr interessant. wohin ich gehe und was ich besuchen werde mach ich davon abhängig was mir wer kulinarisch bieten kann, denke ich. den mit dem magen und den augen soll man geniessen 😉

  4. Lisa N. on August 13, 2008 08:13

    Ich finde es gut, wenn man in Bern wieder von Genuss und geniessen spricht. Das wurde lange vernachlässig.
    Geniessen kann ich nur, wenn mich etwas ästhetisch anspricht. Und so würde ich, werter Stadtwanderer, entscheiden: dorthin gehen, wo die Schönheit angesagt ist.

  5. stadtwanderer on August 14, 2008 09:48

    hej lisa
    danke für den tipp. früher war ich eher praktisch „veranlagt“. es ging mir um das nützliche für den alltag. heute stehe ich eher auf schönheit. hängen bleibt mit vor allem, was mich ästhetisch anspricht und was ich gefühlsmässig verstehe.
    zum beispiel seelandschaften. das würde schon mal für interlaken sprechen …
    gruss
    stw.

  6. stadtwanderer on September 4, 2008 10:13

    st. gallen, meine zweite wirkstätte im beruf, wird am europäischen tag des denkmals zentrum der schweizer aktivität sein.
    hier ein überblick zum programm vom sonntag:

    Europäischer Tag des Denkmals
    SG. Der Genuss wohnlicher Behaglichkeit oder der Genuss mit Gaumen, Aug und Ohr ist am Europäischen Tag des Denkmals vom 13./14. September zu erleben.

    Die Geschichte des Weins und wie er einer ganzen Region zur Blüte verhalf, ist am 14. September in den gebauten Zeugen von Balgach und Berneck zu erleben. Denn kaum ein Getränk vermag uns seit Jahrhunderten mehr in den Bann zu ziehen und das Herz zu erwärmen, als der Wein. Vom Rubinrot, das das Auge ergötzt, über den Duft nach Beeren und Gewürzen, welcher der Nase schmeichelt, bis zur Sonne und Erde, welche der Gaumen fühlt. Regierungsrätin Kathrin Hilber und Gemeindepräsident Ernst Metzler laden in Balgach auf Schloss Grünenstein zum offiziellen Festakt. Die Weinfachfrau Barbara Hulsbergen erläutert in einem spannenden Fachreferat die Geschichte des Weines im Rheintal. Und mit einem Glas Schlosswein auf der Turmzinne entführt die Musik der Hackbrettformation „Anderscht“ weit über die Grenzen des Rheintals hinaus. Das Schloss Grünenstein kündet mit seinem mittelalterlichen Turm von den einstigen Herren von Balgach. 1776 ermöglichte ein Losgewinn aus der niederländischen Staatslotterie den Ausbau zu einem Barockschloss. Die Schlossanlage liegt über den Rebbergen und umfasst auch verschiedenen Nutz- und Ziergärten. Eine barockisierende Anlage aus dem 19. Jahrhundert, ein Schlossweiher in der Typologie des Rousseau-Grabes von Ermenonville und die Ruine eines sogenanntes ‚Einsiedlerhaus‘ sind bei einer Führung mit dem Landschaftsarchitekten Martin Klauser zu entdecken. Beachtlich ist der elf Meter lange Torkelbaum mit dem vier Tonnen schweren Torkelstein im Torkel an der Husenstrasse in Berneck, er gehört zu den grössten Weinpressen im Rheintal. Der Besitzer Peter Laager erzählt aus seinen Kindheitserinnerungen und wie noch heute alljährlich die Weinpresse wieder in Betrieb genommen wird. Dass Lifestyle schon im 16./17. Jahrhundert gepflegt wurde, ist in fachkundigen Führungen durch ausgewählte Wohnbauten zu erleben. Neuere Umbauten zeigen, dass sich zeitgemässe Ansprüche an einen gehobenen Wohnstandart und historische Konstruktionen gut ergänzen können. Von Anfang an höchsten Wohnkomfort bot auch die 1905 von Wendelin Heene für den Industriellen Ernst Schmidheiny errichtete Villa in Heerbrugg. Sie ist ein ausserordentlich repräsentatives Anwesen, das in seiner neubarocken Gestaltung auf das nebenan stehende Schloss Heerbrugg Bezug nimmt. So herrschaftlich sich das Haus heute wieder präsentiert, so ungewiss war über Jahre seine Zukunft.

    Für das ganze Programm kann man sich wenden an:
    info.denkmalpflege@sg.ch; http://www.denkmalpflege.sg.ch; http://www.hereinspaziert.ch.

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