grosse scheisse!

November 19, 2008 | 3 Comments

„grosse scheisse“, sagte sich heute, wer über den berner bahnhofplatz schritt, um in die ferne zu reisen.

bild: stadtwanderer

2,6 milliarden menschen haben keinen zugang zu einer sanitären anlage. denn in ihren hütten fliesst kein sauberes trinkwassen. und ihre notdurft müssen sie irgendwo im freien verrichten.

der preis dafür ist hoch: jeden tag sterben weltweit 5000 kinder an durchfall, 90 prozent davon wegen mangelnder hygiene-einrichtungen in den haushalten. damit ist das problem vier mal gravierender als aids.

auf dieser problematik wurde heute mit einer unkonventionellen aktion auf dem berner bahnhofplatz aufmerksam gemacht. kot lag der strasse, wenn auch nur als attrappe. denn heute ist der welt-toilleten-tag, an dem sich dieses jahr 53 staaten beteiligen.

getragen wird die aktion von der deza, diversen fachstellen und hilfswerken. bern folgt damit einer aktion, die es bis jetzt in new york, berlin und wien zu sehen gab.

wer heute von bern aus in alle welt reiste, sagte sich zurecht: „grosse scheisse!“ und er oder sie erinnert sich hoffentlich noch lange an den wirklichen grund für den ausspruch!

stadtwanderer


Comments

3 Comments so far

  1. Titus on November 19, 2008 21:21

    Dem wäre noch hinzuzufügen, dass wir zu allem hin unsere Scheisse noch mit ca. 10 Liter bestem Trinkwasser runterspülen… Hat jemand gesagt, uns gehe es nicht gut?

  2. Eisvogel on November 20, 2008 00:21

    Nein, nein, uns geht es nicht gut. Uns geht es gar nicht gut. Wir haben grosse Not leidende Banken. Denen muss man helfen. Dem sagt man „freie Marktwirtschaft“. Ist die Wirtschaft frei, sind alle frei und glücklich und alle werden frei und darum kann man bei uns die Scheisse nicht riechen.

    Sie wissen, wie sie in diesen Ländern Röhren tief in die Erde treiben, damit das schwarze Gold sprudelt und die Wirtschaft in Gang hält. Das Wissen darüber, wie Röhren gelegt werden, die die Scheisse im Zaum hält aber, geben sie wohlweislich nicht weiter. – Kranke, arme Menschen lassen sich länger für dumm verkaufen und ausbeuten.

    Eine etwas wissenschaftlichere Auseinandersetzung mit dem Thema und eine Gelegenheit, um einmal mehr zu verstehen, wie IWF und WTO die armen Länder dort halten, wo man sie haben will ist im Echo-Beitrag zu hören. Ein erhellendes Interview mit dem norwegischen Ökonomen Eric Reinert (mit meinem Namen verlinkt).

    Und lieber Titus: Es stimmt: Wir spülen unsere Scheisse mit gutem Trinkwasser weg. Aber auch wenn wir sehr viel sparsamer mit unserem Trinkwasser umgingen (was anzustreben ist), würde das die Situation in Entwicklungsgebieten nicht ändern, oder?
    Deza, Bafu, BAG, SECO, ETH führen übrigens zusammen mit Wasserfachleuten eine Kampagne durch, um die Situation in diesen Ländern zu verändern. http://www.unesco.ch/aktuell/internationale-jahre/2008/jahr-der-sanitaeren-grundversorgung.html

    Das Mindeste, was jeder Einzelne tun kann, ist sich dieser Situation wenigstens bewusst zu sein. Nicht, um ein schlechtes Gewissen zu haben, aber um wenigstens richtig reagieren zu können, wenn es um mehr oder weniger Geld für die Entwicklungs- oder humanitäre HIlfe geht.

    Sie sind an ihrer Situation NICHT selber schuld! Das sage ich selbstverständlich nicht dir, Titus, sondern allen anderen, die da lesen und nix sagen. – Danke Stadtwanderer für das Thema.

  3. bidu on November 20, 2008 01:52

    sapperlot stadtwanderer!
    das esch itz aber e gueti gschecht. so vou usem autag greffe. s’läbe esch nämli ned emmer eso tou wie uf de schöne föteli vor werbig. veu z’hüfig setz me nämlich tüüf im dräck. i chan es liedli dervo senge.
    no öppis zom schloss: kennsch d’buecher vom charles bukovski?

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