wurscht ist wurscht!

November 21, 2008 | 2 Comments

das thema des tages in österreich ist das kussverbot an einer oberösterreichischen grundschule. die mädels küssen sich, wenn sie aus haben. doch nicht mehr auf die wange, wie das in der buss-bussi-gesellschaft üblich ist, sondern auf die lippen. was andere dazu denken ist ihnen wurscht, und so kümmern sie sich auch nicht um das verbot der empörten schulleitung.

name der führenden stadtpartei und motto vieler innsbruckerInnen (foto: stadtwanderer)

auch in der grossen politik in wien scheint allen alles ziemlich wurscht zu sein. die wahlverlierer haben personell an haupt, nicht aber an gefolgschaft erneuert, und sie haben wieder zusammengefunden. am sonntag soll der neue koalitionsvertrag unterzeichnen. während den verhandlungen ist dr. haider an einem selbstunfall gestorben, die fluggesellschaft „aua“ ist hops gegangen, und der post droht ein massivster kahlschlag. und kaum jemanden kümmert´s!

… wurschtistwurscht …

in innsbruck dagegen schaut man besser zueinandern. das ist schön. die zeit des christkinlmarktes hat schon begonnen. „rettet das kind“, ist das motto. vor dem hotel „weissen kreuz“, wo ich wohne, ist der traditionelle markt. der moderne soll an der maria-theresien-strasse aufgehen. schweden, russland und spanien, die länder, die während der euro ´08 in innsbruck spielten, sind eingeladen worden, sich hier mit ihren spezialitäten zu präsentieren. sie sind der stadt nicht einfach wurscht, seit die spiele vorbei sind.

… wurschtistwurscht …

überhaupt, hilde zach, der bürgermeisterin der landeshauptstadt, ist das stadtmarketing ein grosses anliegen. sportstadt ist der olympia-austragungsort. die touristenstadt ist im aufschwung, und die wissensstadt soll die zukunft sicher. „pro innsbruck“ heisst die partei der ersten bürgerin, die 1994 als abspaltung von der konservativen övp entstanden ist. 3 der 7 stadträtInnen stellt die jüngste stadtpartei. zusammen mit der övp hätte man zwar die mehrheit, doch regiert man gemeinsam mit rot-grün. eine vierer-mehrheit der städträtInnen sind frauen. nur der parteipolitik der rechten in der opposition sind die frauen wurscht.

… wurschtistwurscht …

„die beste wurscht fürs wochenende bekommen sie in der metzgerei zach“, sagt ein kollege, als ich ihn frage, wo ich mich denn eindecken soll. ich werd´s morgen machen, im familienbetrieb der „wurscht-hilde“, wie man in innsbrucks bürgermeisterin liebvoll neckt. denn ich habe hier eines rasch gelernt: im tirol ist einem nicht alles wurscht. und schon gar nicht, wenn´s um die wurscht geht!

stadtwanderer


Comments

2 Comments so far

  1. Titus on November 21, 2008 20:22

    uuubbsss, aua-aaaa, (g)opel, …das nenn‘ ich europäische Annäherung der etwas anderen Art…

    Übrigens, wie lautet denn die vegetarische Version des obigen Beitrags? 😉

  2. stadtwanderer on November 23, 2008 12:21

    ob vegi in innsbruck in(n) ist, vage ich aufgrund meiner eindrücke zu bezweifeln. die küche ist doch eher traditionell. viel fleisch, ordentlich gemüsse, angerundet durch süsspeisen. die portionen sind immer reichlich, und das typische köstlicher-salat-teller-macht-sie-fit habe ich nicht eigentlich gefunden.

    in den zeitungen gabs aber ein lebhafte debatte über biopürodukte. gfk, das marktforschungsinstitut für den konsum, hatte letzte woche aufgrund der leeren portemonaies eine düstere konsumentenstimmung gekennzeichnet.
    darauf hin widersprachen zahlreiche kaufhäuser, die grössten umsatzraten würde man bei den (teuren) bio-produkten festhalten. der markt werde 2008 bis zu 35 prozent wachsen.
    es muss sie also schon geben, die neue-esskultur-aus-österreich.

    ich sehe, ich werde nochmals nach innsbruck gehen müssen.

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