übelsetzungen

Januar 4, 2009 | 1 Comment

das muster ist bekannt: der wachsenden zahl von touristInnen, gästen und passantInnen, die sich nicht auskennen, möchte man den aufenthalt erleichtern. und erschwert ihr mit zahllosen übersetzungsfehlern oder bedeutungsirrtümern das leben. immerhin, die unfreiwillige komik wächst mit. und lachen ist gesund!


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aufmerksam geworden bin ich vor drei, vier jahren in schweden. in unserem briefkasten war ein flyer, von einem niederländer, der sich in värmland niedergelassen und ein kleines unternehmen für bootsreisen eröffnet hatte. der prospekt war offensichtlich von einem sprachmonster ohne feingefühl für irgend etwas übersetzt worden: die gegend sei, las man da, „gut zum schiffen“. erheiterungen zuhauf folgten, aber kein gutes geschäft entstand!

der langenscheidt-verlag, sonst eher für seriosität im sprachgebrauch bekannt, hat jüngst einen (zweiten) band zum thema „übelsetzungen“ herausgebracht, der unterhaltsamer nicht sein könnte. ein aufruf auf internet, sprachpannen aus aller welt zu dokumentieren und zu berichten genügte, um eine unmenge von belegen für wirre gebrauchsanweisungen, komische strassenschilder und sinnentstellte bilder zu erhalten. führend sind dabei die städte, wo die kommunikation am dichtesten ist.

im neuesten langenscheidt amüsiert man sich vor allem beim thema speisekarten so köstlich, sodass man schon mal das abendessen vergisst: in einem spanischen hotel gibt es zum festlichen weihnachtsmenü „zertrampelten Lachs“ als vorspeise und „Die traditionelle in seinem Safte höchste Türkei“ als hauptgang. das angebot eines china-restaurants in frankfurt mag zwar sehr authentisch sein, allerdings könnte der appetit der gäste leiden: empfohlen wird da „Dickdarm mit präserviertes-Gemüse“ oder „Zerfetzt geröstet Ente Reisbrei“. in nepal wiederum isst man „Snakes“ statt Snacks“, in bozen gibt’s ein poetisch klingendes „Obst Meer“ anstelle der ewig gleichen meeresfrüchte, und in thailand serviert man ganz gerne „Winner Schnitzel“.

na denn, sattwanderer und -Innen, verirrt euch nicht, wenn ihr demnächst in eine stadt müsst. in zürich ist man nicht zureich, in basel fasel(t) man nicht nur, aber in gern ist man ganz bern!

stadtwanderer

mehr zum lachen in:
Würste der Hölle. Übelsetzungen – Neue Sprachpannen aus aller Welt. Langenscheidt Verlag, 128 Seiten mit Fotos (ISBN 978-3-468-29850-9)


Comments

1 Comment so far

  1. Titus on Januar 6, 2009 01:33

    Ja in den Eurocity-Wagen habe ich auch schon so manche merkwürdige Übersetzung gelesen…

    Allerdings braucht man nicht unbedingt weit zu reisen, um auf Merk- oder zumindest Fragwürdiges zu stossen: Ich begrüss‘ und unterstütz‘ ja durchwegs die Zweisprachigkeit Biels. Nur klingen z. B. gewisse Strassenbezeichnungen in meinen frankophonen Ohren etwa so fremd wie wenn man „Fondue“ zu „Geschmolzenem“ oder „La Chaux-de-Fonds“ zu „Kalkgrund“ übersetzen würde… 🙂

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