die medienlandschaft wird erneut umgekrempelt. selbstzerstörung oder zukunftssicherung?, das fragt sich auch der stadtwanderer.

4066_tamedia

den unfreiwilligsten humor des tages erlaubte sich heute die online-redaktion des „bundes“, titelt sie doch fälschlicherweise: „gewerkschaft kritisiert comedia scharf„. wohl hätte es da „tamedia“ heissen sollen, – eine verwechslung die sprachlich geschehen kann, dem redaktor oder korrektor einer qualitätszeitung aber hätte auffallen sollen.

nun, die sache, zu der gestern informiert wurde, ist für medienschaffende nicht lustig. 79 redaktionsstellen gehen mit dem kooperationsmodell von „tagi“ und „bund“ verlustig. der zürcher tagesanzeiger blutet dabei noch mehr als der berner bund. dieser verliert zwar fast die hälfte seiner bisherigen redaktionellen belegschaft. doch kann so das überleben der zeitung an sich gewährleistet werden.

ökonomisch habe das zwar wenig sinn gemacht, hiess es heute aus dem munde der verlagsspitze. die regionalen sensibilitäten, wie sie in letzter zeit immer wieder geäussert wurden, scheinen aber den tamedia-verwaltungsrat in letzter minute umgestimmt zu haben. die chance, das damit eine in zürich und bern gemachte, urban ausgerichtete zeitung entsteht, die in der deutschsprachigen schweiz führend ist, lockte ebenso. und für den kanton bern massgeblich ist, dass es weiterhin zwei tageszeitungen gibt.

die vielleicht interessantest mitteilung des gestrigen tages betrifft jedoch die engere zusammenarbeit nicht von regional verankerten zeitungen, sondern die kooperation des online-netzwerkes mit dem news und dem tagi-bund. die redaktionen, die bisher unabhängig voneinander waren, werden verstärkt gemeinsam produzieren, womit die stärken einer jeden publikation, die auf der zeitachse unterschiedlich angesiedelt sind, gepflegt werden könnten. die mehrfachaufarbeitung von themen durch webschreiber, content-managerinnen in gratisblättern und und klassischen redaktorInnen von tageszeitungen des gleichen verlages soll aufgehoben werden. darin sehe ich die wohl zukunftsweisendste lösung der medienkrise im hause tamedia.

eine jedenfall, bei der man nicht geneigt ist zu kommentieren, die revolution frisst ihre eigenen kinder, wie wenn journalisten schreiben, gewerkschaften würden sich selber kritisieren …

statdtwanderer


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