„Bern ist viel grösser als in den Köpfen“, schreibt benedikt loderer, der „andere stadtwanderer“ aus bern, im nachwort zum buch „Bern baut„, das werner huber editiert und dominic uldry bebildert haben. gemeint ist damit, dass bern längst mehr als die altstadt ist, und ihr architektonischer stil gerade in den letzten 20 jahren kreativ weiterentwickelt worden ist.

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berner architekten seien selten über bern hinaus gekommen, sagt man. in bern seien sie durch ein reges politisches klima stets gefördert worden, und in zürich haben sich die entwicklungschancen durch die eth und fachpublikationen vergrössert.

die ausnahme sei die halensiedlung in herenschwanden, die 1960 vom atelier 5 gebaut wurde und national einen neuen stil mit verdichtetem bauen im grünen eingeleitet hatte. doch das ist nur die bekannteste der zahlreichen ausnahmen, schreibt werner huber. denn auf der suche nach weiteren sind die architekturkritiker vom „hochparterre“ in bern auf 84 beispiele guter und interessanter architektur gestossen.

berichtet wird in ihrem nachschlagewerk nach quartieren vor allem über innovationen im jüngeren wohnungsbau, aber auch von prägenden bauten aus dem letzten hundert jahren. das ganze ist in einer allgemeinen sprache gehalten und so reich bebildert, dass man es fast schon als populäres wanderbuch durch bern betrachten kann.

in der tat: der baldachin, die welle, der bundesplatz, der bärenpark, das zentrum paul klee, das westside haben in den letzten jahren einen markanten und vielfältigen gegenpunkt zum magnet altstadt gesetzt, der durch seine einheitlichkeit bernisches bauverständnis prägte. doch nicht nur das: neue siedlungen sind im gefolge des tscharnergutes aus dem jahre 1959 beispielsweise in brünnen, schönberg ost und weissenstein entstanden. und ein areal wie das der ehemaligen wander-fabrik ist architektonisch massiv verändert worden. ohne dass man das bisher genügend gewürdigt hätte!

bern ist nicht nur grösser als in unseren köpfen, es ist auch vielfältiger als in unserer vorstellung, füge ich dem bonmont des stadtwanderer-kollegen loderer bei und empfehle das blättern im buch mit 216 seiten und 130 abbildung zum anhaltenden und kurzweiligen vergnügen für leute, die gerne immer wieder auf neues stossen!

stadtwanderer


Comments

2 Comments so far

  1. Bern baut um. « Harald Jenk on November 26, 2009 23:22

    […] Artikel wurde inspiriert durch einen Artikel vom Stadtwanderer. November 26th, 2009 | Tags: Kanton Bern, Kultur, Lesen | Category: Politik | Kommentiere | […]

  2. Parkcafé Kleine Orangerie Elfenau « Harald Jenk on Mai 31, 2010 06:43

    […] Der Besuch der Kleinen Orangerie lohnt sich diesen Sommer aber auch wegen der Fotoausstellung “Das neue Bern”, welche auf grossformatigen Bildern von Dominique Uldry zeitgenössische Architektur in Bern und Umgebung 1900 – 2010 zeigt. (siehe auch  Buchbesprechung vom Stadtwanderer). […]

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