„pesche“, sagte er zu mir, als er sich vorstellte. genau diese direktheit ist typisch für den unternehmer peter stämpfli, der mit seinem bruder rudolf die traditionsreiche berner stämpfli-gruppe mit über 300 angestellten führt. und der sich jetzt auch in die debatte über berns zukunft einmischt.

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das verlagsunternehmen stämpfli ag ist ein typisches beispiel für innovative unternehmen in bern, von denen sich peter stämpfli dank vereinfachten gemeindestrukturen eine höhere dichte erhofft.

pesche sieht in der neupositionierung berns , wie sie die stadt entwickelt habe unternehmerische qualitäten. man besinne sich auf seine stärken, die man entwickeln wolle. nur wer auf seine einzigartigkeit setze, gewinne, erklärt er an diesem wochenende den leserInnen der meistgelesenen „Berner Zeitung„.

das geforderte politikzentrum versteht pesche nicht als aufruf zur erweiterung der verwaltung, aber als aufforderung, ihr wirtschaftliches potenzial zu nutzen. typisch hierfür das der trend zu e-government, einem technologisch und kommerziell interessanten gebiet mit internationalen perspektiven, auf dem sich bern mit neuen firmen profilieren müsse.

in seinem umfeld registriert pesche ein reges interesse an der diskussion, welche der junge verein „Bern neu gründen“ lanciert hat, wenn auch begleitet von ein zögern gegenüber langwierigen debatten wie denkbaren gemeindefusionen. selber hat er eine anderen schluss gezogen, und ist er im verein aktiv geworden.

infrastrukturprobleme mit seiner firma am stadtrand haben pesche gelernt, neu zu denken. agglomerationsgemeinden und kanton müssten in verkehrsfragen mit viel aufwand kooperieren, die stromversorgung in der stadt und ausserhalb von ihr basiere auf verschiedenen anbietern, und baubewilligungen seien durch die kleinräumge zuständigkeiten nur erschwert zu haben. „Die Debatte, die wir mit dem Verein «Bern neu gründen» lancieren, ist kein abgehobenes Wunschprogramm. Sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.“

pesche befürwortet gemeindefusion. sie dürften aber nicht auf eine reine übernahme durch die stadt hinauslaufen. was es brauche, sei eine neue kultur, die er mit einem neuen projekt entwickeln wolle: „Heute wird die Hallenbadkapazität der ganzen Agglomeration de facto von den drei teilweise renovationsbedürftigen Bädern der Stadt Bern bereitgestellt. Es muss allen einleuchten, dass ein von allen sozialen Schichten geteiltes Bedürfnis intelligenterweise nicht von der Initiative einer einzelnen Gemeinde abhängen darf. Sondern die ganze Agglomeration muss sich an der Standortsuche sowie an der Finanzierung beteiligen.“

ganz zum schluss des interessanten interviews wird pesche bildhaft. in berns altstadt stecke irgendwo ein elektromagnet, der die aufmerksamkeit immer auf den kern der agglomeration lenke, wobei die möglichkeiten der region unterschätzt würden. genau diesem elektromagnet will er mit seinem engagement den stecker raus ziehen.

stadtwanderer


Comments

2 Comments so far

  1. Röstigraber on November 17, 2009 09:33

    Es gibt auch eine andere Innensicht, die einer Aussengemeinde!

    Am. 1. Dezember findet in Wohlen einer Nachbargemeinde der Stadt Bern die Gemeindeversammlung zur Ortsplanungsrevision statt. Am 26. November die Wahlen für das Gemeindepräsidium. Während letztere kaum für viel Zündstoff sorgen, weil bisher zwischen den Kandidaten nur graduelle Unterschiede sichtbar wurden, wirft die Ortsplanungsrevision hohe Wellen.

    1,6 Promille der gesamten Gemeindefläche von 3633 Hektaren möchte der bürgerlich dominierte Gemeinderat mit Unterstützung der SP einzonen, um in den nächsten 15 Jahren rund 400 neue Einwohnerinnen und Einwohner anzusiedeln und neues Land für Gewerbetreibende zur Verfügung zu stellen. Doch dagegen formiert sich Widerstand. Ein Komitee „Wohlen bleibt grün“ wert sich mit Flugblättern, die an alle Haushaltungen verteilt wurde.

    In diesen Flugblättern wird massiv gegen alles Städtische geschossen. So heisst des beispielsweise darin „die Landgemeinde Wohlen soll Schritt für Schritt verstädtert werden mit grossen Pendlersiedlungen mit Wohnblöcken an den Dorfrändern“ oder „die städtischen Siedlungen verunstalten sowohl die Kulturlandschaft wie auch die gewachsenen Dorfbilder.

  2. Röstigraber on November 17, 2009 16:51

    Das Hallenbadbeispiel im Artikel von Peter Stämpfli hat viele meiner z.T. nur mässig regionalpolitisch interessierten Zeitgenossen am meisten angesprochen und bei vielen hat es „klick“ gemacht. Die Stadtregion Bern das sind nicht nur schöne Phrasen für Sonntagsredner und Konferenzteilnehmer sondern das geht es konkret um etwas!!

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