berns bärenlegende

November 27, 2009 | 1 Comment

die legende, wie bern zu seinem namen kam, geht so: als die stadt an der aare, die herzog berchtold v. von zähringen hatte bauen lassen, fertig gestellt war, versammelte der adelige seine dienstmannen zur jagd. das erste tier, das sie erlegen sollten, würde dem ort den namen geben. im nahe gelegenen eichenwald stiessen die jäger auf einen bären, den sie umbrachten. damit war klar, dass der ort fortan bärn heissen würde.

thumb_image_1234643772186die legende, wie die stadt bern zu ihrem namen gekommen sein soll, erzählt von conrad justinger ist der darstellung der tschachtlan-chronik

conrad justinger erzählt im 15. jahrhundert die geschichte erstmals in schriftlicher form. eigentlich ist klar, dass sie nicht sein kann. dass sich bären – scheu, wie sie sind – in der umgebung einer eben erbauten stadt aufgehielten, ist unwahrscheinlich. das aaretal war schon lange vor der stadtgründung von menschen besiedelt; spätestens seit dem 10. jahrhundert dürfte ihre dicht zugenommen und wildtiere vertrieben haben. entsprechend ist namensherleitung, wie sie hier gegeben wird, unhaltbar; sie ist das produkt einer einfachen ableitung verwandter wörter in der volksetymologie.

und dennoch hat die legende einen wahren kern. der mensch vertrieb durch seine besiedlung wildtiere aus dem mittelland. das gilt auch für elche und wölfe. der bär aber war stets das symbol der stärke. genau das macht seine vertreibung so schmerzahft.

wohl auch deshalb wurde der bär im 13. jahrhundert zum wappentier, und gibt es seit dem frühen 16. jahrhundert praktisch ununterbrochen gefangen gehaltene bären in bern. erst in den letzten jahren wuchs die kritik an der artungerechten haltung im bärengraben, was zum jetzigen bärenpark führte.

natürlich ist es tragisch, dass genau jetzt, wo man dem bären endlich mehr platz in seiner gefangenschaft in der stadt bern geben wollte, dieser unendlich kleine freiraum genau wieder durch menschen bedroht wird, und finn, der lebendig geworden wappentier beinahe lebensgefährlich verletzt wurde.

so ist das schlechte gewissen, das die berner mit ihrer stadtgründungsgeschichte über jahrhunderte konserviert haben, ist diese woche wieder voll ausgebrochen. denn der mensch ist ohne umschweife durch legenden der einzige wirkliche feind des bären.

stadtwanderer


Comments

1 Comment so far

  1. Honigbaerli on November 28, 2009 20:28

    gehts dem bären gut gehts bern gut wenn nicht trauert die ganze welt.und wenn ein bär wegen einem dummen menschen leiden muss schürt das emotionen..aber der finn ist ja schon wieder auf dem weg zur genesung er muss nur aufpassen, das er keine honigvergiftung bekommt!im moment ist der beschenkte bär hinter stacheldraht in sicherheit!

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