der vulkanausbruch

Dezember 6, 2009 | 6 Comments

seit tagen verfolgt mich eine frage: was ist ein vulkan? und was braucht es, dass er ausbricht? und: hilft uns das wissen über vulkane unsere gegenwärtige situation zu verstehen?

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vulcano, der lavakegel, der nördlich von sizilien aus dem meer ragt, um eine der liparischen inseln zu bilden, ist seit 119 jahren nicht mehr ausgebrochen. in der geschichte war er aber vielfach aktiv, sodass er allen orten, wo das innere der erde ausbricht, einen gattungsnamen gegeben geben hat.

vulkane, lehrt die geologie heute, entstehen nicht einfach so. notwendige voraussetzung ist magma, dies sich unterhalb der oberfläche. in 100 kilometern tiefe ist die erde im minimum 1000 grad heisst, was die steine zu einer zähflüssigen masse, eben der magma, schmelzen lässt.

damit diese magma aus der erde austritt, müssen sich die druckverhältnisse ändern. denn nur so wird die magma in bewegung gesetzt. wo sie spalten und ritzen findet, drängt sie dann an die oberfläche, tritt sie in form glut aus. meist ist der austritt von gewaltigen ausstössen von dämpfen, schutt und mitgerissenen erdbröcken gegleitet.

die so gebildete heisse lava kühlt sich mit der zeit ab, und wird zu neuer erde. wo magma wiederkehrend austritt, bilden sich in der regel lavakegel, welche, vulkane genannt, das landschaftsbild prägen.

menschen sind von vulkanen begeistert. abenteurer kletten bis an den rand des kraters, um einmal im leben zu sehen, wie es im innern der erde aussehen könnte. verwegene städter hausen am fusse von kratern, und tüchtige bauern bewirtschaften das fruchtbare land. doch alle haben sie auch angst, das der berg können. nicht immer, aber immer wieder. und unkontrollierbare zerstörungen anrichten.

und so frage ich mich, ob das bild des vulkan nicht nur geologen hilft, eruptionen der erde zu analysieren, den vorgang zu beschreiben und die folgen zu untersuchen, sondern auch der politik, wenn sie, volksabstimmungen wie jene zur minarett-initiative, zu deuten hat? oder die zum ewr, heute vor genau 17 jahren …

stadtwanderer


Comments

6 Comments so far

  1. dindon on Dezember 6, 2009 22:12

    das bild ist gut.
    unsere sonst so stabile politlandschaft bricht ein:

    — amerikanische finanzkrise,
    — ubs-stützungsgelder,
    — erschütterte globalisierung,
    — neue weltwirtschaftsregierung,
    — steuerstreit,
    — peitschen-peer,
    — ghadafi-geiseln,
    — unfähiger bundespräsident
    — und und und.

    da wundert es doch niemanden, dass die volksseele kocht.

    und wenn die herrschaften das nicht verstehen wollen, kommen weitere erruptionen ganz bestimmt.

  2. NU on Dezember 6, 2009 22:29

    und und und ….. unfähiges Volk?

  3. Titus on Dezember 7, 2009 05:07

    Ich dachte eigentlich eher an einen Luftballon, der sich mit Unzufriedenheit füllt, sobald brennende Themen nicht ernst genommen werden, aus dem jedoch auch Luft entweichen kann, wenn man diese Themen anspricht und behandelt. Einen solchen Ballon tragen wir alle mit uns. Und bei 57 % war er letzten Sonntag so voll, dass er zerplatzte…

  4. Röstigraber on Dezember 7, 2009 16:59

    Eruptionen entstehen häufig, weil die gefährlichen Gase zu lange nicht entweichen können. Ein Ventil zum Entweichen der Gase ist der konstruktive Dialog, bei welche Missverständnisse ausgeräumt und Vorurteile abgebaut werden können. Wo ein solcher Dialog nicht mehr stattfindet, weil nur noch Standpunkte aufeinander prallen, wie dies fast immer am Freitagabend im Schweizer Fernsehen geschieht (ähnlich wie in der Post Finance Arena in Bern, wo jeweils zwei Eishockeymannschaften aufeinander prallen und die eine davon gewinnt) geht die Dialogkultur langsam aber sicher verloren und es kommt zu Eruptionen.

  5. der Stimmbürger on Dezember 12, 2009 14:35

    Was machen Geologen, wenn sie ein Vulkanausbruch überrascht, den sie nicht vorausgesehen haben? Sie analysieren, welche Messwerte vorab zur Verfügung gestanden hätten und wie sie künftig richtig zu interpretieren wären, um Vulkanausbrüche besser und genauer vorauszusehen.

    Was macht die Politik zurzeit? Sehr wenig, scheint mir. Wäre es nicht an der Zeit, zu analysieren,
    – welche(s) Unbehagen zu diesem Abstimmmungsergebnis geführt hat
    – welche Anzeichen es – trotz anders lautender Politologen-Barometer – gegeben hat
    – welche wirklich wirkungsvollen Massnahmen Politik und Gesellschaft (das sind Du und ich!) zu ergreifen haben, damit die wahren Gründe für das Unbehagen verschwinden und keine Stellvertreter-Abstimmungsresultate mehr entstehen?

    Gerade die Beweggründe sehr junger Stimmbürgerinnen und -bürger geben mir zu denken…

  6. Toni Thür on Dezember 13, 2009 11:24

    Immerhin wäre beinahe halb Basel eingestürzt, weil man naturwissenschaftliche Messergebnisse aus politischen Interessen nicht wahrhaben wollte. Jetzt muss man in Sachen Geothermie teuer zurückrudern. Es hat eben auch mit Perspektiven zu tun, ob und wie man etwas zur Kenntnis nimmt.

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