„Wir haben das Online-Spiel entfernt. Es tut uns leid, wenn wir damit die Gefühle der einen oder anderen Person verletzt haben sollten.“

diese entschuldigung steht seit heute auf der website des games „finnding“. denn das geschmacklose spiel ist zwischenzeitlich von der bildfläche verschwunden. nicht ganz unfreiwillig, vermute ich.

die spendenbuttons, die das spiel zum test von sympathien zu tier und mensch hochstilisierten, waren ohne einwilligung von „wwf“ und „denk an mich“ aufgeschaltet worden. das ist schon ziemlich fies. der wwf drohte mit rechtlichenschritten, und die behindertenorganisationen distanzierten sich von der spendenmöglichkeit.

gewusst haben beide organisationen nichts von ihrem glück, und geld bekommen haben sie auch keins. denn allfällige spenden ging gleich aufs konto der herstellerfirma. übel, nenn ich das.

091221_I5R6080_720px
spannender als jedes game: finn in natura beobachten (foto: yves maurer)

bernd schildger der berner tierparkdirektor bringt die sache einmal mehr auf den punkt: wie man aus einer tragödie geld- oder marktingmässigen vorteil schlage wolle, sei für ihn schlicht nicht nachvollziehbar, sagte er dem berner lokalfernsehen.

ich kann nur anfügen, dass finn gestern gemütlich im park sass, sich ein wenig im neuschnee wälzte, und allenfalls nach einer taube schnappte, wenn sie ihn reizte.

finn ist weder ein teddybär, noch jagt er menschen, damit sich gamer daran ergötzen können!

stadtwanderer


Comments

6 Comments so far

  1. Toni Thür on Dezember 18, 2009 20:54

    Eine ganz grosse Spende, an den Tierpark und an die Familie des Behinderten, sollte die bekloppte Firma machen müssen.

  2. Ernst D. Leben on Dezember 19, 2009 02:25

    Es wird so keinen Gamer weniger geben. Denn es gibt genügend Ausweichmöglichkeiten.

    Genau deshalb braucht es dieses finnding aber auch nicht. Es banalisierte in dummdreister Art ein Drama.

    Heuchlerisch ist es, wenn es jetzt von Respektlosen bedauert wird, dass die Produktionsfirma es vom Netz genommen hat.

    Das zeigt nur, wohin Spielsucht führt.

  3. Armut Imkopf on Dezember 19, 2009 03:52

    Was für eine Firma?

  4. stadtwanderer on Dezember 19, 2009 08:32

    Werbung wird hier nicht gemacht! Ich werde den Firmennamen hier nicht zulassen. Er stand schon werberisch genug in den Zeitungen.

  5. Armut Imkopf on Dezember 19, 2009 17:14

    Es war gar keine Firma. Ist das aber auch peinlich… Viel Rauch um nichts!
    Trotzdem: allen über das sinnfreie Game Entsetzten, Heiligenschein-tragenden Mitmenschen wünsche ich von Herzen eine besinnliche und erleuchtende Weihnachtszeit! Denkt mal genau darüber nach 😉

  6. stadtwanderer on Dezember 19, 2009 18:02

    aber sicher, war es eine …
    der ceo hat auf telebärn höchstpersönlich auskunft gegeben.
    die spezialität der firma ist die ablenkung von flugkunden, die angst bei fliegen haben.

Name (required)

Email (required)

Website

Speak your mind