huch, da habe ich mich zu früh über den lahmen wahlkampf im kanton bern beklagt. heute liesst volkswirtschaftsdirektor andreas rickenbacher von der sp den bernischen wirtschaftsverbände gehörig die leviten.

topelement
andreas rickenbacher weist gut bernisch den weg nach links, die wirtschaftsverbände sehen das genau umgekehrt

«Was man sagt, muss wahr sein», zitiert die berner zeitung in ihrem heutigen portrait regierungsrat rickenbacher. und was die wirtschaftsverbände dieser tage in die bernischen haushalte verschicken lässt, verstösst arg dagegen. o-ton des sozialdemokraten: die verbände der arbeitgeber, der unternehmer, der hauseigentümer und der bauern «schummeln und machen den Standort Bern wider besseres Wissen schlechter, als er ist»,

ihr gemeinsamer prospekt propagiert die wahl der fünf bürgerlichen kandidaten für die regierungsratswahlen vom 28. märz. damit treten sie geeinter auf als die parteien, die nominiert haben. um ihrer forderung nachdruck zu verleihen, legen die verbände dar, wo rot-grün dem kanton geschadet habe.

andreas rickenbacher hält kräftig dagegen. bei der steuerbelastung werde mit zahlen operiert, deren herkunft unklar sei. der unterstellte 23. rang im eidgenössischen vergleich stimme nicht. dafür verweist er auch die jüngste studie von der bak basel, die bern bei der Belastung des einkommen auf platz 15 aller kantone aufführt.

und der erboste regierungsrat ergreift gleich die offensive: unter den bürgerlich dominierten regierungen von 1994 bis 2006 seien die steuern in einer legislatur nie so stark gesenkt worden wie jetzt unter der rot-grünen.

rickenbacher weiss, dass der kanton bern strukturschwäüchen hat, jedoch nicht erst, seit die regierungsmehrheit gekehrt habe. sein fazit: «Dass aber die Wirtschaftsverbände für den kurzfristigen Wahlerfolg unser Ansehen aktiv beschädigen, verstehe ich nicht. Das ist Nestbeschmutzung.»

stadtwanderer


Comments

3 Comments so far

  1. Harald jenk on März 1, 2010 13:12

    Was die Steuern betrifft, so ist die Schwarzmalerei ja nichts Neues. Um Druck für Steuersenkungen zu machen, reden die bürgerlichen Grossräte den Kanton seit vielen Jahren schlecht. Andere positive Standortfaktoren wie z.B. tiefe Wohnkosten werden konsequent ignoriert. Dass sie dem Image des Kantons damit schaden ist ihnen egal.

  2. bärbi on März 1, 2010 20:45

    juppiii, endlich wahlkampf in der breiten öffentlichkeit! Darum haben sich die beiden jungbärlis urs und berna ins freie gewagt – vorher war es zu langweilig. Und endlich ein prominenter, lautstarker und kompetenter befürworter des standortes bern – weiter so, hoffentlich auch nach der wahl.

  3. stadtwanderer on März 1, 2010 22:18

    was, noch mehr bären? die ganze legislatur hindurch?

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