Hugenotten in Bern – Was man neu über sie weiss

„Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser“ heißt das neue Wanderbuch von Florian Hitz. Der Experte für Integration in Biel/Bienne teilt die Strecke von Genf bis Schaffhausen in 28 Teile und beschreibt die wichtigsten Stationen der Hugenotten, die nach 1685 Frankreich zahlreich verließen. Bis zu 200000 Hugenotten und 4000 Waldenser aus Italien kamen in Genf an und suchten Schutz bei unseren Vorfahren.





Bilder: 1 Entlang der Aare, 2. Schiffahrt 3. Zentrum bei der Französischen Kirche, abgerissen, 4. heutige Centrum der französischen Reformierten Kirche (früher ebenfalls von Hugenotten benutzt). Quellen: erwähntes Buch, Der Bund, Stadtwanderer

Bern verpflichtete sich 32% aufzunehmen, Zürich 23%, Basel 14%, Schaffhausen 13%, St. Gallen 13%, Appenzell Ausserrhoden und Glarus je 3 sowie Biel und Mühlhausen je 2%. Die katholischen Orte passten. Ihnen waren gute Beziehungen zum französischen König wichtiger.
Im reformierten Bern hausten die Hugenotten im Quartier des ehemaligen Dominikanerklosters, heute nach ihnen Französischen Kirche benannt. Sie diente ihnen auch als wiederhergestelltes Gotteshaus.
Ihre Unterkünfte sind nur noch teils erhalten. Sie waren auch Arbeitsorte. Andere waren unten an der Aare. Tätig waren sie vor allem in der Textilproduktion. Hüte, Uhen und Schmuck kam mit ihnen nach Bern. Die Obrigkeit reagierte mit strengen Kleidermandaten.
Vor allem im Gebiet der heutigen französischen Schweiz erinnert man die Hugenotten als Gemüsepflanzer. Sie brachten Artischoken, Spargeln und Schwarzwurzeln mit.
Der anfängliche Enthusiasmus wich allerdings viel Skepsis, bis zur Ablehnung vor allem der Waldenser. Schlechte Ernten verschärften die Lage.
Nach dem Frieden von Rijswijk (1697) verließen viele der Verbliebenen die Schweiz. Nur wer unternehmerisch tätig war, konnte in der Eidgenossenschaft bleiben. Einige Familien, die man heute noch kennt, gehörten dazu. So die Rinigier und die Ogis …