seit einigen tagen bin ich mitglied der „che guevara group“ in der fotocommunity „flickr“. so habe ich denn auch mein lieblingsbild von che guevara, aufgenommen in bern, für die weltweite fan-gemeinde der besagten gallery beigefügt. daraus ist eine lustige geschichte geworden: aus indiana wurde das orginial beigefügt, das 1963 rené burri vom commandante gemacht hatte. die burris wiederum stammen aber nicht aus den usa, sondern aus wahlern bei bern. so klein ist die welt, und sowirksam ist das zur ikone der cubanischen revolution gewordene bild che guevaras des schweizer fotografen.

der fotograf rene burri

rené burri wurde 1933 in zürich geboren. seine vater rudolf otto stammte jedoch aus wahlern bei bern. burri widmete sein leben ganz der fotogafie und wurde einer bekannsteten schweizer fotografen.


mein bild von che guevara aus der berner bar „cuba libre“ (foto: stadtwanderer, anclickbar)

burri arbeitete in zahlreichen ländern als fotograf, meist in krisengebieten: im nahen osten, in südamerika, in afrika, im fernen osten und den vereinigten staaten. seine bilder erschienen in zahlreichen wichtigen zeitschriften, so „Epoca“, „Life“, „Look“, „Paris-Match“, „Stern“ und „GEO“, aber auch als sondernummern des „Du“.

zwischen 1959 und 1961 entstand sein fotobuch, das seinen weltruf begründete: „Die Deutschen“, das 1962 erstmals erschien und mehrfach mit zeitgeschichtlichen dokumenten aufdatiert worden ist. die neuausgabe aus den 90er jahren gilt denn auch als der einzige versuch, ein gültiges, fotografisches bild deutschlands vor und nach dem mauerbau, aber auch vor und nach dem mauerfall zu zeigen.

immer wieder portraite burri länder und prominente. hierzu war er in cuba, china, israel und wieder in der schweiz. doch auch die architektur und die kunst interessierte den menschenfotografen. so schuf er werke über pablo picasso, alberto giacometti, le corbusier und jean tinguely. 55jährig wurde burri schliesslich art director bei der schweizer illustrierten.

rené burri ist heute zum zweiten male verheiratet, mit clotilde blanc, mit der er seit 1994 einen sohn hat. die bernstämmigen burri leben heute in paris.

das bild von che guevara

das bekannte bild von che guevara entstand 1963 während seiner reise durch cuba. es war eigentlich als portrait gedacht und bannte den damaligen innenminister che guevara, eine habana rauchend, in entspannter pose auf das fotopapier. doch dabei sollte es nicht bleiben: das bild entwickelte sich gleichsam zum symbol für die cubanische revolution unter fidel castro, und es wurde weltweit veröffentlicht. ohne zweifel ist es burri berümtes fotografie geworden.


das bild von rene burri von che guevara, während seiner cuba-reise 1963 aufgenommen, und mir jetzt als antwort auf mein bild von zymal aus indiana zugestellt (foto: rene burri, zymal, ebenfalls anclickbar).

zufall oder nicht: die bar „cuba libre“, mitten in der berner altstadt, szenentreffpunkt für latinos, zeigt im eingangsbereich genau dieses bild burris über che guevara. zwar nicht mehr als fotografie, sondern als gemälde; doch es ist haarscharf burris einstellung nachempfunden. man erkennt es unweigerlich wieder.

fotocummunity als spiegel der weltkultur

selber habe ich es in einem tollen moment in der bar wieder als fotografie aufgenommen, und ich habe es auf „flickr“ ausgestellt. nach ersten erfolgen habe ich es in die weltweite „che guevara group“ eingebracht und postwendend, wiederum bewusst oder unbewusst, antwort aus erhalten: „zymal“ aus indiana, wie sich mein fotopartner nennt, male, 28, schreibt dazu: „this picture was taken before I was born.“

ja, es wurde von rené burri aufgenommen, eben 1963, und es hat sich ganz tief in die weltkultur eingeprägt; eben: wahlerns beitrag zur weltgesellschaft.

stadtwanderer

Ein guten Interview mit René Burri (zum runterladen):
Interview

Ein fotografisches Portrait von René Burri:
Hans M. Koetzle: René Burri. Fotografien. Phaidon-Verlag, Berlin 2003


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