kommt in scharen und belebt das thuner schloss!

der junge thuner mittelalter!verein hat auf das schloss geladen: am nachmittag gab es tänze aus vergangener zeit, am abend war dann der rittersaal voll von leuten, die zum bankett strömten. ein glatter erfolg!


fotos: stadtwanderer, anclickbar

der solothurner andreas rutschmann gilt allgemein als grosser verführer und spezialist mittelalterlicher tänze. und er zog auch die thuner und thunerinnen in seinen bann: 60 gäste hatten sich gemeldet, um sich in tänze wie rimpferei, à la entrada, gimpelgampel, manfredina&rotta oder rolda einführen zu lassen. gefreut haben sie sich, durch einen so gekonnten meister seiner kunst eingeführt zu werden. nicht wenige von ihnen wurden nach dem vierstündigen kurs erschöpft im schloss gesichtet, um sich an der frühlingshaften abendsonne zu erholen!

derweil kämpfte der ganze vorstand des thuner mittelalter!vereins unter der mustergültigen führung des ritters christian folini mit den tücken der logistik. geschirr, besteck und essen für die 130 angemeldeten interessentInnen ihrer ersten mittelalter!veranstaltung des jahres mussten die unendlich vielen schlosstreppen hochgetragen werden. nur eine stunde hatte man zeit, die kulisse von der tanzbühne zum bankett umzugestalten. mit bravour bestanden, kann man da nur sagen! selbst unvorhergesehenes wie die fehlenden 130 teller wurden mit improvisationsgabe und unterstützung aus den thuner freienhof im nu bewältigt!


fotos: königin berta, anclickbar

das fünf-gang-menue war reichhaltig. es reichte von einer gemüsesuppe mit kastanien über fisch im eingedickten grünen traubensaft. höhepunkt war ein gefülltes poulet mit zwetschgen und pilzen, gefolgt von gefaltetem frischkäse, und abgerundet wurde der schmaus durch einen pudding mit waldfrüchten und ingwer. natürlich tönt das in mittelalterlichem französisch noch viel besser als auf deutsch! aber es war auch so schmackhaft und zeigte einem sinnlich, dass nicht alles ganz anders war zu dem, was man heute kennt.

der service war wunderbar: der mundschenk goss reichlich wein nach, schenkte perfekt weissbier ein, und verköstigte einen auch mit wasser und apfelsaft. und das schlossgesinde, mit kopftuch und blauem rock oder im schwarzen gothInnen-look, bediente die grosse gesellschaft, wie wenn man das immer schon gemacht hätte.

die bunt zusammengewürfelte gästeschar aus thun und anderswo war hoch zufrieden. das schloss war bevölkert und belebt. frau schlossmuseumsdirektorin, lilian raselli, und schlossstiftungsratspräsident, hans kelterborn, waren am ehrentisch begeisterte teilnehmerInnen; – ein gutes omen für das vorgesehene grossen mittelalterfest auf dem schlossberg von 7. juni 2008.


fotos: königin berta, anclickbar

als vorgeschmack dazu gabs an diesem abend schon mal zahlriche darbietungen: tänze, die am nachmittag eingeübt worden waren, wurden aufgeführt bis der schlossboden bebte; mittelalterliche musik, die einen mitriss, ertönte im ganzen rittersaal, und eine prachtvoll vorgetragene parzival-lesung sorgten für ein südliches ambiente wie zu zeiten der troubadoure.

da konnten natürlich ein paar worte des thuner schultheissen alias berner stadtwanderer nicht fehlen. für alle, die den gelungenen, angeregten abend verpasst haben, hier seine ode an seine königin berta in exenso!

stadtwanderer

Königin Berta, die erste Frau aus der Schweiz, die eine grosse historische Tat vollbracht hat

cal

ich bin der berner stadtwanderer. ich lebe in hinterkappelen und arbeite in bern. ich bin der felsenfesten überzeugung, dass bern burgundische wurzeln hat, genauso wie ich. also bin ich immer wieder auf der suche nach verästelungen, in denen sich die vergangene kultur in meiner umgebung versteckt hält.

3 Gedanken zu „kommt in scharen und belebt das thuner schloss!“

  1. der Tanzkurs war sehr interessant und lustig,wer nicht da war hat wirklich etwas verpasst. mit dem Bankett war ich aber nicht zufrieden, der erste Gang ( Suppe ) war kalt und auch der Rest war nicht so gut…

  2. Also dass sich ein Schlossgespenst sich über eine kalte Suppe beschweren kann, das überrascht. Immerhin waren die nachfolgenden Gänge zur Genüge geheizt und ausgesprochen delikat. Was insbesonders auch für die lauwarme – und nicht kalte – Suppe gilt. Mir hat der Abend ausgezeichnet und komplett gefallen. Wenn ich da nur schon an den Wein und die Musik denke…

  3. gut so! ich war eigentlich auch zufrieden, wenn man denke, dass ein junger verein mit freiwilligenarbeit einen rittersaal füllt, unterhält, und bewirtet. ich habe das positive mitgenommen.
    beim essen hat mich nur überrascht, dass es so fad war. bisher war alles, was ich aus dem mittelalter zu essen bekommen habe, klar salziger und schärfer!
    weils keine kühlschränke zur aufbewahrung gegeben hat …
    dafür gabs aber erdkeller rund um die häuser wo alles schön kühl blieb, oder in den städte die untergeschosse im stein, der kälter war …
    und wenn man denkt, dass man keinen mikrowellenherd und keine elektorplatten hatte, finde ich das mit der suppe auch gar nicht soooo schlimm!!!

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