my favs

Januar 12, 2008 | Leave a Comment

ich gebe zu, jede auswahl, die man trifft, tut einem gleich wieder leid. denn es ist immer auch eine entscheidung gegen jemanden.
im idealfall ist man bei einer wahl für jemanden. weil sie oder er halt einfach überzeugt hat.

„swissaward“-gala

heute abend wird die/der schweizerIn des jahres 2007 gewählt.

es soll eine persönlichkeit ausgezeichnet werden, die 2007 dankes ihres mutes, ihrer innovation oder ihrer kreativität etwas ganz besonderes vollbracht hat. sie soll etwas geleistet haben. sie soll charakter haben. sie soll die schweiz repräsentieren, nach innen und nach aussen.
die entscheidung fällt keine fachjury. es gilt das votum des publikums. es muss sich, wie seit 2002 jedes jahr, gleich zweimal entscheiden:

einmal, wer in jeder der 5 kategorien politik, wirtschaft, gesellschaft, kultur und show, die/der beste war. die vorauswahl der drei favoritInnen, über die das publikum abstimmt, hat eine akademie, bestehend aus 110 mitgliedern (unter anderem dem stadtwanderer …), vorgenommen.
sodann, wer von allen 15 favoriten, inklusive den 3 topgesetzten aus der sport gala des vergangenen jahres, ganz oben stehen soll.

bisherige ausgezeichnete an der „swissaward“-gala waren sportler (nur männer), menschen mit gemeinsinn (je eine frau und ein mann) sowie ein erfolgreicher vertreter aus der wirtschaft (mann). namentlich waren es:

2002 Beat Richner
2003 Roger Federer
2004 Lotti Latrous
2005 Peter Sauber
2006 Köbi Kuhn

meine favoritInnen

ich gebe zu, meine favoriten für den oder die schweizerin waren noch nie ganz vorne. dem mainstream des publikumsgeschmacks entspreche ich nicht.
bei den kategoriensiegerInnen sah das schon ganz anders aus, da war mein urteil schon öfters so wie das der tv-population.

und so habe ich mich entschieden, meine vorentscheidungen publik zu machen. sofern die person, die ich in den 5 kategorien top gesetzt hatte, auch effektiv unter den drei nominierten erscheint, folgt sie nachstehend unverändert. wenn sie nicht nicht vorausgewählt wurde, habe ich die person aufgeführt, die unter den 3 nominierten in meinem ranking am weistesten vorne war.

und hier ist sie, die liste meiner favoriten für heute abend:

Christine Egerszegi-Obrist

„Nominiert für ihre Bemühungen um Stil und Gerechtigkeit im Nationalrat.“

< ich kann mich der offizielle laudatio nur anschliessen. sie hat in einem schwierigen politjahr schlicht und einfach überzeugt. vor allem durch ihre unverminderte eigenständigkeit, die sie von der lokalpolitikerIn bis an die spitze der schweiz bewahrt hat. das hat ihr auch schon mal die nomination als bundesrätin gekostet, und gerade deshalb kommt mein vorschlag für den swiss award, jedenfalls in der kategorie "politik" ohne wenn und aber! doch es ist keine trostpflaster, sondern eine anerkannung, dass es gute sachpolitikerin gibt, die auch eine starke persönlichkeit mit einer eigenen moral in der politik haben. das ist im zeitalter der neuen gefolgschaften echt mutig!

Jasmin Staiblin

„Nominiert für ihr Zeichen, wie erfolgreich Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft sein können.“

ich gebe zu, jasmin staiblin kenne ich nicht; es fällt mir also schwer, ihre persönlichkeit zubeurteilen. doch das tut hier nichts zur sache, denn es überzeugt der wirtschaftliche leistungsausweis: es ist der einsatz für die sache. die wirtschaft produziert güter, die gebraucht werden. das ist real. denn die wirtschaft lebt auf dauer nicht nur von der spekulation mit erwartungen, die dann kasse machen, wenn sie sich erfüllen. deshalb kommt die auszeichnung all jene zu, die an der innovation in der abb beteiligt sind. klar, die die laterne trägt der chef/die chefin; ein team ergibt das aber nur, wenn die menschen willens und in der lage sind, mit dem licht zu gehen!

Barbara E. Ludwig

„Nominiert für ihre Bemühungen, die Zeugen und Opfer von Kriegsverbrechen zu schützen.“

auch bei barbara ludwig hat mich der ungebändigte wille, der ein unübliche, aber erfolgreiche karriere ermöglicht hat, angesprochen: jurstin, flüchtlingsbetreuerin, gefängnisdirektorin, polizeikommandantin war sie schon mal, bevor sie den heutigen job in den haag bekommen hat. und dieser ist entscheidend dafür, dass gerechtigkeit in den schwierigsten, aber auch schwerwiegendsten streitfragen, der durchsetzung von zentraler menschrechte im krieg, möglich ist. vor zweihundert jahren mussten die franzosen mit bajonetten die idee der menschenrechte in der schweiz einführen; heute hilft unser land mit der tatkraft einer managerin mit mut mit, diese in europa zu gewährleisten!

Samuel Keller

„Nominiert für seine Aktivitäten, die Kunst und die Schweiz international ins Gespräch zu bringen und damit für eine offene, innovative Schweiz zu werben.“

hier sag ich’s offen: meine favos sind hängen geblieben. mein kunst- und kulturverständnis ist weniger auf prestige ausgerichtet. denn er soll uns helfen, unabhängig von klingenden namen, uns in der gegenwart zu orientieren. doch ich habe mich durchgerungen: zwei der nominierten stehen im zusammenhang mit der renommierten fondation beyeler, die ich durchaus schätze. für samuel keller habe ich mich entschieden, weil er im ausland ein guter botschafter für die schweiz war, und zwar genau in dem bereich, den man sonst nicht für typisch schweizerisch hält. so hat er wohltuend für eine präsente schweiz gesorgt, – eine echte innovation!

Philippe Becquelin

„Nominiert für seine Kunst, aktuelle und brisante Themen auf eine spielerische und pointierte Art zu vermitteln.“

die show hat viele gesichter, sympathischer und weniger sympathische. die gesichter, die der unterhalter philippe becquelin geprägt hat, sind immer sympathisch, gerade weil sie knorrig-knollig sind. sie sind auch ausdrucksstark, denn sie sagen, was sie denken, und sie denken wirklich, was sie sagen. damit ecken sie bisweilen an. das hat der welsche karrikaturist für das tsr schon leidvoll erfahren, also ihn silvia b. … doch lassen wir das. becquelin steht allen anfeindungen zum trotz zu seinen gezeichneten figuren, was auch ihn ausdrucksstark macht. übrigens, der karikaturist ist kein quoten-welscher in meiner liste. vielmehr muss man, wenn man kreative zeichenkunst wirklich würdigen will, in die romandie gehen!

Edith Hunkeler

„Nominiert für ihren Willen, der sie trotz Unfall wieder zurück an die Weltspitze führte.“

ich konnte hier zwar nicht mitbestimmen. doch das ist kein grund, edith hunkeler nicht zu empfehlen. ihr charisma ist unbeschreiblich: was sie anpackt, kommt in bewegung, was sie bei ihr bewegt, wird erfolgreich. und was erfolgreich war, wirkt sich vorteilhaft auf andere aus. ich bin schon fasziniert über das energiebündel, das die behindertensportlerin ist. sicher spielt da auch mit, dass auch der stadtwanderer mal im rollstuhl war und weiss, wie schnell man dabei depressiv werden kann. chapeau, edith hunkeler, eine wirkliche persönlichkeit!

stadtwanderer

ps:
ach ja, schweizerIn des jahres, wer nur wird das? – wie gesagt, in dieser hinsicht bin ich gar nicht mainstreamig … immerhin musste ich auch bei der darstellung hier eine reihenfolge wählen. jetzt kann man von ganz oben oder auch von ganz unten beginnen!


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