das weiss steht für reinheit und unschuld. im blau wiederum vermengen sich freundschaft und harmonie. doch es ist nicht schnee und himmel, die sich in der mutter aller cremes spiegeln. vielmehr steht die pharmakologische revolution „nivea“ für den unverkennbaren duft von ferien!

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ferienstimmung total (foto: stadtwanderer)

die firma beierdorf ag in hamburg macht heute 2 milliarden umsatz jährlich. sie produziert eine ganze linie von hautcremes, die uns, wie keine andere, licht versprechen, weil sie uns vor dem licht schützen. die meisten verpackungen sind mittlerweise aus plastik; und ihr deckel reflektiert sein einiger zeit auch das sonnengelb als dritte farbe.

klassisch ist aber die flache dose mit dem eleganten schriftzug auf dem lack, welche die mutter nach dem abwaschen aus dem spiegelschrank nahm, um sie die strapzierte haut zu pflegen.

1925 nahm die globale erfolgsgeschichte der niveau ihren am anfang. auf den markt gebracht wurde die hautcreme drei jahre früher, zuerst in grün-gelb verpackt. erfunden wurde sie von dr. oskar troplowitz, einem schlesischen pharmakologen und philosophen, der die firma beiersdorf 1890 vom desillusionierten gründer erworben hatte.

zuerst formte er eine schlagkräftige forschertruppe. Er führte als den 8 stundentag ein, den mutterschutz und die betriebliche altersvorsorge. Und er bezahlte seinen mittarbeiterInnen den urlaub. damit war die vision des philosophen gesetzt: den menschen zu einem ausgeglichenen und angenehmen leben im alltag zu verhelfen!

1911 erweiterte troplowitz das aufstreibende unternehmen, das er zwischenzeitlich in hamburg angesiedelt hatte, um eine bremer firma. damit gelangte der tüftler an der spitze des unternehmens in den besitz des verfahrens, mit dem man aus wollfett einen emulgator herstellen konnte, der vaseline und wasser verband und damit die produktion stabiler hautcremes versprach. dank seiner eigenen weiterenwicklung entstand bis 1922 nivea als marktreifes produkt aus öl, wasser und wohlfett. Zitronensäure, rosen- und maiglöckenöl geben der creme ihren unwechselbaren duft.

wenn ich heute meine sun milk in die hand nehme, um mich nach dem bad zu pflegen und auf den warmen sommertag vorzubereiten, ist mir der hintergrund nur noch am rande präsent. ich habe ihn in einem buch über erfinder gelesen, dann aber wieder vergessen.

denn nivea steht auch für mich zu einem produkt, das man erfinden müsste, würde man es nicht haben. so selbstverständlich es geworden ist, so jung ist doch die story, die aus der echten sensation in der pharmakologiegeschichte entstand und fast ein wenig wie eine alchemistische revolution wirkt.

ich danke es ihr an diesem sommertag, der so herrlich blau beginnt und meine noch fast weisse haut hoffentlich schön bräunen wird.

stadtwanderer


Comments

2 Comments so far

  1. Ate on Juli 29, 2008 16:40

    Und sollte es dennoch einen Sonnenbrand geben, greif zu der flachen Dose mit dem eleganten Schriftzug.

  2. walko on August 1, 2008 22:54

    ein deutsches produkt bei uns so vertraut, wie wenn made in switzerland darauf stehen würde.
    die blechdose mit der silberglänzenden schutzfolie auf der creme, die mich als dreikäsehoch beinahe angemacht hätte als wäre es ein feines dessert. und dann gabs auf die nase, die stirne und jede backenseite „arg dolle“ tupfer, kreisrund einzureiben wie make up.

    was der stadtwanderer da jeweils aus der ideenkiste „zaubert“, ist vergnügliches zeitreisen, zudem kostenfrei und rund um die uhr abrufbar.

    merci und gruss aus seelandien
    walko

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