die weltwoche verliert

es ist nicht zum lachen! aber als anstoss zum nachdenken gedacht, werter roger köppel.


vor ein paar tagen waren noch firmenjubiläen angesagt. jetzt werden stellen gestrichen.

man erinnert sich: am tag der grossen finanzhilfe durch snb und bund an die ubs titelte die einst so meinungsprägende weltwoche: “la crise n’existe pas.” die einschätzung, geprägt durch die stereotype nationalistische “schweiz gewinnt” grundhaltung der (chef)redaktion war das papier, auf dem sie stand, nicht wert. kein mensch glaubte dem blatt.

seither ist es zum geflügelten wort geworden: die wirtschafts- und politfantasien der glokalisten (“wirtschaftlich global, politisch national”) haben die realpolitik und realwirtschaft längst erreicht.

das gilt nun selbst für die weltwoche, die für das kommende jahr im eigenen betrieb stellen streicht.begründung von chefredaktor roger köppel: «Die Massnahmen sind notwendig, um die Profitabilität und den unternehmerischen Erfolg der Weltwoche Verlags AG auch in einem laufend schwieriger werdenden Umfeld zu sichern. Kostensenkungen und Restrukturierungen sind für alle Firmen, die angesichts der Krise nicht auf Staatshilfe hoffen können, ein Gebot der Sorgfalt und der Verantwortung.»

wie gesagt, werter roger köppel. es ist kein lachen aus schadenfreude, das ich hier habe. ich bin auch unternehmer! aber es ist eine aufforderung zum nachdenken über voreigenommene berichterstattung, die erfolg bei genügend leserInnen verhindert!

stadtwanderer

cal

ich bin der berner stadtwanderer. ich lebe in hinterkappelen und arbeite in bern. ich bin der felsenfesten überzeugung, dass bern burgundische wurzeln hat, genauso wie ich. also bin ich immer wieder auf der suche nach verästelungen, in denen sich die vergangene kultur in meiner umgebung versteckt hält.

8 Gedanken zu „die weltwoche verliert“

  1. Der Klein-Report hat in dieser Sache weitere Informationen: “Während «Weltwoche»-Verleger und Chefredaktor Roger Köppel über Details der am Mittwoch bekannt gegebenen Restrukturierung auch am Donnerstag keine Auskunft geben wollte, sickerten die ersten Namen von Betroffenen durch. Entlassen hat Köppel Wirtschaftsredaktor Claude Baumann und Gesellschafts-Redaktor David Signer. Die beiden Betroffenen bestätigten am Abend gegenüber dem Klein Report, am Vortag die unerfreuliche Nachricht erhalten zu haben. «Ich will das im Moment nicht weiter kommentieren», sagte Claude Baumann. «Roger Köppel gab keine ausführliche Begründung ab», erzählte David Signer, «es wurde aber klar, dass er fand, ich passe nicht mehr so ganz ins Team.» Die beiden Entlassenen sind per sofort freigestellt.”

  2. Voreingenommene Berichterstattung?

    Das ist wohl Ansichtssache, die Artikel sind stets gut geschrieben und hat bei weitem mehr Hintergrund, als Artikel aus der NZZ, Tagi, BZ.

    Dass oben genannte Zeitungen ebenfalls alle voreingenommen sind – nur stimmt hier die Voreingenommenheit aus Deiner Sicht, weil sie deine Meinung wiederspiegelt ;-)!

  3. nö, so einfach ist das nicht.
    ich lese schon lange nicht mehr nur eine zeitung, sondern seit jahrzehnten mehrere. die präferenzen, die ich mal hatte, sind weitgehend verfolgen, zu allen. insofern stimmt schon die annahme nicht.
    bei der weltwoche, dem eigentlichen intelligenzblatt der schweiz, würde ich tatsächlich mehr unabhängigkeit erwarten. das heisst für mich nicht standpunktlosigkeit, es meint aber, nicht immer aus der gleichen ecke standpunkte einzunehmen.
    denn diese einseitige und dauernd gleich voreingenommenheit ist es, was die glaubwürdigkeit des guten journalismus untergräbt.
    oder noch klarer: ich kann auch ohne recherche ein story-design zu bald jedem thema entwerfen, dass ich dann effektiv in der weltwoche wiederfinde.
    dass die beiträge gut recherchiert sind, bezweifle ich ernsthaft. dass sie gut geschrieben sind, stimmt auch mit meiner einschätzung überein.

  4. Tja, was lese ich da……..

    Politisch motivierte Häme ?

    Ich lese nun schon seit 30 Jahren Weltwoche, Zeit, NZZ und natürlich den Spiegel.

    Die Weltwoche aber gehört für mich zum Donnerstag wie das Dessert nach einem guten Essen.

    Und das genau so wie sie schreibt und lebt.
    Bodenmann, Köppel, Mörgeli all das gehört für mich dazu.

    Nun sollte aber jedem klar sein das auch sie der Marktwirtschaft unterliegt, ebenso wird es bei ihr Firmenintern die Reibereien geben, die es überall gibt, mit all den guten und schlechten Auswirkungen.
    Hier hat es 2 Mitarbeitern die Stelle gekostet, bedauerlich aber ist das etwas ausergewöhnliches???

    Oder doch nur Häme…….

    WR

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