gartenrotschwanz und biodiversität

der gartenrotschwanz ist der vogel des jahres 2009. nicht nur weil er hübsch und sympathisch ist. vor allem weil intensive landwirtschaft die farbenfrohen gesellen so stark bedrohen, dass sie hierzulande kaum mehr anzutreffen sind, teilte gestern der vogelschutz svs/birdlife mit. ein typisches problem der mangelnden biodiversität, ergänzt der stadtwanderer.

gartenrotschwanz weibchen (foto: schweizer vogelschutz)

im zusammenhang mit dem gartenrotschwanz ist rot von doppelter bedeutung. auffällig rot sind die schwanzfedern. doch rot ist auch die liste, auf der der gartenrotschwanz neuerdings steht. denn seine art ist hierzulande gefährdet.

als gründe hierfür nennt der schweizer vogelschutz birdlife fehlüberlegungen bei der landschaftsgestaltung. in den 60er jahren des 20. jahrhunderts fällte der bund in einer verheerenden aktion hochstamm-obstbäumen; und die landwirtschaft setzte ganz auf intensivierung der produktion.

der schweizer vogelschutz hat das erkannt, und handelt in die umgekehrte richtung. er fordert mehr parks mit alten, höhlenreichen bäumen, siedelt selber hochstamm-obstbäume an und setzt sich für extensiv genutzte wiesen mit möglichst vielen insekten ein.

ein typisches beispiel für die generelle problematik der sich verringernden artenvielfalt, fügt der stadtwanderer bei. biodiversität nennt man das in der sprache der naturwissenschafter, denn es geht um die biologische vielfalt, ja um die vielfalt des lebens. vielfalt der gene, vielfalt der arten und vielfalt der lebensräume gilt es zu erhalten, denn sie alle gelten als zeichen einer gesunden umwelt.

das biodiversitätsmonitoring des bundes hält hierzu fest: 50’000 Pflanzen- und Tierarten kommen in der schweiz vor. die gesamtzahl ist in den vergangenen Jahren zwar konstant geblieben. viele arten existieren aber nur noch in kleinen beständen und an wenigen stellen. sie sind gefährdet. die biodiversität ist ein reichtum, den wir hüten und wieder entwickeln müssen, denn sie liefert holz, nahrung, textilien, chemische grundstoffe und arzneimittel. unsere lebensqualität ist davon abhängig.

nach anfänglichem zögern hat nun auch die politik das begriffen. sie erklärte 2008 die förderung der biodiversität zu einem der 18 legislaturziele für die arbeit des eidgenössischen parlamentes bis zu den nächsten wahlen. und reagierte damit im letzten moment auf das weltumspannende programm zu gunsten der artenvielfalt, welche in das uno-biodiversitätsjahr 2010 münden wird.

stadwanderer

cal

ich bin der berner stadtwanderer. ich lebe in hinterkappelen und arbeite in bern. ich bin der felsenfesten überzeugung, dass bern burgundische wurzeln hat, genauso wie ich. also bin ich immer wieder auf der suche nach verästelungen, in denen sich die vergangene kultur in meiner umgebung versteckt hält.

6 Gedanken zu „gartenrotschwanz und biodiversität“

  1. Super, bringst du dieses Thema. Gestern haben zwei Wissenschaftler, auf die Frage, was, wenn es heute einen Charles Darwin gäbe, denn sein Thema sein müsste, geantwortet: Klar, Biodiversität: Wir müssen etwas tun, damit wir die biologische Vielfalt so weit wie möglich erhalten können. – Die ganze, wirklich spannende Diskussion kann hier nachgehört werden: http://www.drs2.ch/www/de/drs2/sendungen/top/hoerpunkt/108771.hoerpunkt-darwin-und-die-evolution.html

    Der ganze Hörpunkt gestern war Charles Darwin und seiner Evolutionstheorie gewidmet (verlinkt mit meinem Namen). Wirklich hörenswert. Weil mit einem Ammenmärchen wurde aufgeräumt. Darwins Theorie wird immer als Erklärung für die Ellenbogengesellschaft bemüht, besser: missbraucht (Sozialdarwinismus/ Üeberleben des Stärksten). Richtiger übersetzt heisst es: Überleben des Angepasstesten.

    Wir können so nicht weiter fahren – wir müssen weiter gehen!

    Allerdings: Eisvögel und Gartenrotschwänzchen können sich nicht in dem rasenden Tempo anpassen, in dem ihre Umwelt zerstört wird, von Menschen, die darauf bestehen, dass halt die Stärkeren immer im Recht sind. – Das ist jetzt sehr verdichtetes Eisvogel-Latein. Also besser die diversen Sendungen von Gestern anhören!

  2. Hallo ich bin Soldat in der Theodor-Blank Kaserne in Rheine-Bentlage.
    Als ich heute mit einem Kameraden vor unserer LKW Waschanlage stand bemerkte ich wie durchgehen ein gefiepe aus den laufschienen der benachbarten halle kam. Beim näheren hinschauen bemerkte ich, dass es sich hierbei um einen Nistplatz mit 4 jungen Gartenschwänzchen handelt!
    Da diese Art vom aussterben bedroht ist hat unser komandeur veranlasst das Tor erst wieder zu öffnen wenn die jungen flügge sind!
    Das zeigt, dass Verständniss für die Natur & den Lebensraum einer bedrohten Spezies!
    Gefällt mir 😉

  3. sehr schön, bin im moment im schwedischen värmland, wo alle nistkästen rund um das sommerhaus besetzt sind …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.