bern wieder kopflos

stets war sie meine lieblingsskulptur in bern. früher begegnete ich ihr regelmässig auf dem weg zum bahnhof. dann musste sie dem umbau des vorplatzes zur grossen schienhalle weichen und verschwand. bern für immer kopflos, dachte ich mir schon!

Casinoplatz Kunstwerkseinweihung Kopflosluciano andreani, der schöpfer von kopflos, mit dem kopf der stadt, stadtpräsident alex tschäppät!

doch jetzt ist sie wieder da. so elegant wie eh und je: es sind nur zwei füsse, die stadtwanderern. und das unverändert mit je vier zehen. zwischen den füssen ist fast nichts. nur eine geschwungene verbindung. kein körper, keine arme und kein hals. da stellt sich die frage nach dem kopf gar nicht mehr.

ja, kopflos, die charaktervollste bronzeskulptur der berner gegenwart, geht seit neuestem wieder durch die stadt: momentan auf dem casinoplatz, – genau dort, wo das blaue bähnli aus worb in bern endet.

bern ist wieder kopflos, welche eine freude!

stadtwanderer

cal

ich bin der berner stadtwanderer. ich lebe in hinterkappelen und arbeite in bern. ich bin der felsenfesten überzeugung, dass bern burgundische wurzeln hat, genauso wie ich. also bin ich immer wieder auf der suche nach verästelungen, in denen sich die vergangene kultur in meiner umgebung versteckt hält.

6 Gedanken zu „bern wieder kopflos“

  1. Sehr schön! Es sind nur zwei Füsse, aber was für welche! Solche die stadtwandern, das heisst solche die sich bewegen, etwas verändern wollen und nicht einfach stehen bleiben!
    Ob die Stadt mehr (bewegliche) stadtwanderer, oder mehr (starre) Köpfe bracht, das ist die Frage. P.S. die Köpfe auf dem Bild wirken nicht starr.

  2. Was ist eigentlich aus den eingegossenen Milchkannen beim Bahnhofplatz geworden? Ich bin unsicher, ob das eine Protestaktion oder ein Mahnmal (oder beides) der Bauern war. Sie wären im Moment aktueller denn je (Milchpreis-Diskussion).

  3. damals, als sie weggeräumt wurde, hiess es, sie würde ganz verschwinden. irgendwie war sie nicht mehr zeitgemäss. angesichts der sinkenden milchpreise ist sie wahrscheinlich nun ganz in den boden versunken.
    umgekehrt: mir fehlt der tanzbär! es war so wundervoll über den (berner) wolken …

  4. at: röschtibuttler
    füsse sind wichtiger, köpfe dazu ganz sinnvoll.
    stadtwandern ist ja der versuch, mit den füssen zu denken, insofern braucht es den kopf nur bedingt …

  5. @stadtwanderer
    füsse, kopf und da wäre da (zumindes bei mir) ja auch noch der bauch, was machen wir mit dem …. aha der geht ja auch weg beim stadtwandern.
    Ohne kopf(schmerzen) und ohne bauch, dafür mit vielen guten gedanken und ideen, ist das stadtwandern? sehe ich das richtig (denn auch “sehen” gehört wohl dazu) oder muss ich noch ein wenig mehr “kopfen”, um auf die richtige Lösung zu kommen?

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