top lebensqualität!

Oktober 5, 2009 | 7 Comments

was genau lebensqualität ausmacht, weiss letztlich niemand. weder theologen, noch philosophinnen haben eine verbindliche antwort geben können. dennoch kann man lebensqualität von städten und ländern messen. bei aller unzulänglichkeit der konzepte kommen dabei immer wieder ähnliche rangierungen zustande, die als ganzes sinn machen.

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bryggen, der hafen von bergen, ist der ort, wo ich mich in norwegen am wohlsten fühlte.

zürich, genf, bern. so lautet in der regel die reihung in der schweiz. was landesweit nur nach bronce aussieht, ist weltweit unverändert top. denn bern landete letztes jahr global auf dem 9. platz des renommierten mercier-ranking.

das ist kein zufall, selbst wenn die debatte in bern häufig anders verläuft. denn im innern einer stadt gibt es viele klagen über ihre unzulänglichkeiten. doch das ist nur die eine seite der medaille: sie subjektive nämlich. überwunden werden kann sie, wenn man nicht nur die binnensicht kennt, sondern auch die aussensicht dazu nimmt, die aus dem vergleich entsteht. denn das hilft, die kleinlichkeit der lokalen urteile mit dem globalen massstab zu überwinden.

genau nach diesem motto ist der uno-bericht verfahren, der heute die lebensqualität der staaten vorstellte. norwegen ist hier top. überrascht bin ich nicht, denn platz, sicherheit und reichtum stellen die menschen in norwegen in hohem masse zufrieden. überhaupt: der norden schneidet hervorragend ab: island liegt an dritter, kanada an vierter, irland an sechster und schweden an siebter stelle. nur australien, das gegenstück des teifen südens zum hohen norden, kann da ganz mithalten.

beurteilungskriterien solcher ranglisten sind in der regel die einkommenshöhe, der bildungsstandard und die lebenserwartung eines landes. wenn sie alle ausgeprägt hoch sind, stellt sich lebenszufriedenheit, das subjektive mass an lebensqualität, mit erhöhter wahrscheinlichkeit ein. meist geht das gegenteil mit naturzerstörung, kriegswirren und auswanderung einher.

die schweiz schneidet im ranking des uno-entwicklungsberichtes unverändert an neunter stelle an. auf dem kontinent sind nur die niederland und frankreich, der gewinner des jahres, lebenswerter.

ohne geld gibt es keine lebensqualität, mit geld alleine indessen auch nicht. lernen und sich entwickeln können, und das möglichst lange frei von krankheiten, gehört ohne zweifel zur lebensqualität. seien wir bedacht, dass die natur nicht kollabiert, kein bürgerkrieg die schweiz erfasst und menschen massenweise fliehen müssen, sagt sich auch der

stadtwanderer


Comments

7 Comments so far

  1. rittiner & gomez on Oktober 6, 2009 13:00

    bronze, soll nach mehrern studien ja der schönste und der glücklich machenste platz sein. der erste kann nur noch schlechter werden, den zweiten wurmt es, dass er nicht erster ist, der dritte ist froh auf dem podest zu stehen und kann sich noch entwickeln.

  2. stadtwanderer on Oktober 6, 2009 13:34

    ist das broncezeitalter nicht vorbei? eisen, stahl und kunststoff sind doch die arbeitsmaterialien der gegenwart!

  3. her has on Oktober 7, 2009 14:35

    nach einem 3 monatigen arbeitsaufenthalt in einer mittelgrossen südnorwegischen stadt kann ich mit diesem ranking nicht wirklich einverstanden sein. zumindest für mich gehört ein gut ausgebautes ÖV-system und somit die tatsache nicht auf ein eigenes auto angeweisen zu sein zu einem hohen lebensstandart. abgsehen von Oslo ist dies in Norwegen definitv nicht gegeben. wie in den usa wird für lange distanzen das flugzeug genommen, für kurze das auto.
    ab und zu einen guten tropfen wein zum essen oder ein kühles bier nach der arbeit gehört für mich ebenso zu einer guten lebensqualität. diese kultur sucht man dort vergebens.
    die 37.5 stundenwoche hingegen, die vermisse ich 😉

  4. rittiner & gomez on Oktober 7, 2009 16:44

    wir bezogen uns auf …zürich, genf, bern. so lautet in der regel die reihung in der schweiz. was landesweit nur nach bronce aussieht…

  5. stadtwanderer on Oktober 7, 2009 18:48

    at her has

    ich kann in beiden punkte mitfühlen. die weinabstinenz im norden ist mir auch nicht entgangen, doch habe ich sie letztlich nicht vermisst. weshalb das so ist, war ja auch schon gegenstand auf diesem blog:
    http://www.stadtwanderer.net/?p=6939

    das mit dem oev verstehe ich als berner ebenfalls. es gehört nachgewiesener massen zum besten, was die stadt macht, und die stärkste bedrohung der lebensqualität hierzulande, den verkehr, wenigstens einschränkt.
    in norge ist die versorgung sicher schlechter, aber irgendwie geht mir der verkehr weniger auf den keks, wohl, weil es deutlich mehr platz hat!

  6. Titus on Oktober 8, 2009 03:32

    Ähm, also ich hab‘ nun nicht alle 229 Seiten des vollständigen UNO-Berichts gelesen, doch scheint es mir darin nicht um Lebensqualität, sondern um Migration/Migranten beziehungsweise die Mobilität der Menschen («human mobility») zu gehen…

  7. stadtwanderer on Oktober 8, 2009 08:47

    vordergründig hast du recht.
    der bericht geht um entwicklung. zwei faktoren behindern diese nachhaltig: umweltzerstörung und krieg. daraus entsteht migration, zusammen verhindert das nachhaltige entwicklung.
    ich habe das im vorletzten absatz aufgenommen.
    in der medienmitteilung, die in der schweiz verbreitet wurde fehlte das. die lektüre war nicht von der schattenseite her, sondern von der sonnenseite. das hat auch hier durchgeschimmert.
    die tabelle, auf die ich mich beziehe, ist aber drin. im anhang findeste eine reihung der länder nach problemen. dann ist norwegen das land mit den wenigsten problemen im sinne der entwicklung.

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