jemandem einen bären aufbinden, ist gar nicht so einfach. denn ein bär wiegt schwer. jetzt ist es ausgerechnet der bauherrin des neuen bärenpark gelungen, der stadt bern sogar einen dicken bären aufzubinden. der könnte sogar sehr schwer wiegen! eine politische wie auch semantische analyse des falls!

baeren_aufbindenquelle: rowillus blog

vorgesehen war, am 25. oktober den neuen bärenpark am aare-hang beim alten tramdepot feierlich zu eröffnen. doch jetzt könnte es ein fest bei trübem aarewasser und hartem brot werden. denn beim bärenpark zeichnet sich eine deftige kostenüberschreitung ab. 9,7 millionen franken hätte der bau kosten sollen, als man 2007 darüber abstimmte. barbara hayoz, die zuständige gemeinderätin, hat diese summe bei unternehmen und privaten in der stadt gesammelt, und ein bärenstarkes versprechen abgegeben: die stadt werde ein geschenk bekommen, versprach sie und nutzte die gunst der stunde, um als stadtpräsidentin zu kandidieren.

sie schaffte es dann nicht, denn bald schon wurde klar, dass der bau 14,5 million franken veschlingen werden. und seit heute ahnt man, dass daraus gar 23,6 million werden könnte. dass die sponsoren das nötige klein nachschiessen würden, hörte man heute nicht. und so zeichnet sich ab, dass die berner und bernerinnen für das geschenk wohl 15 million nachzahlen müssen.

„skandal!“, hat rotgrün am nachmittag verkündet. selbst die fdp hat das vertrauen in die bauherrschaft verloren. die schuldigen hat man schon gefunden. bei der stadtbauten bern ag, welche der hang gehört und die den bau realisiert. ihr ceo gab zwar heute schon mal fehler zu; zurücktreten will er nicht. vielmehr hat er bei der stadt eine administrativuntersuchung in eigener sache eingeleitet. denn die stadtbauten bern ag ist zwar eine selbständig handelnde firma mit verwaltungsrat und geschäftsleitung, doch ihr ganzen kapital hat sie von der stadt, deren zahlreiche liegenschaften sie verwaltet und unterhält.

wie nur also liess sich bern – ausgerechnet bern! – beim bärenpark – ausgerechnet beim bärenpark – eine solchen bären aufbinden? genaues weiss man noch nicht. doch eine spur, die sagt, was dabei geschieht, legen die sprachforscher: „einen bären anbinden“ sagen jäger, wenn sie die zeche nicht bezahlen wollen, also schulden machen. und jemandem etwas aufbinden, heisst ja überall nichts anderes als „anlügen“. demnach meint der spruch, „jemandem einen bären aufbinden“, haarscharf: jemanden anlügen, wenn man das geld nicht zahlen will, das man schon verprasst hat …

stadtwanderer


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