das geöffnete fenster der möglichkeiten

ich war heute in brünnen an einer tagung der berner agglomerationskonferenz. versammelt waren rund 50 interessierte aus der region bern, die sich aus erster hand über das projekt “hauptstadtregion schweiz” informieren liessen. mich haben die diskussionen inspiriert, eine neuartige wanderung für 2010 zu lancieren.

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die urbanen kräfte rund um bern herum bündeln und zum politikzentrum für die schweiz zu werden, empfahl geograf paul messerli der agglomerationskonferenz (Bildquelle)

im mai stimmten die rund 100 gemeinden der region bern der agglomerationskonferenz zu. gestern nahm sie ihre aufgabe auf.
im juli gaben stadt und kanton bern bekannt, gemeinsam aktiv zu werden, um die hauptstadtregion schweiz zu fördern, die auf die ebene der metropolregionen zürich, arc lémanique und basel gehoben werden solle.
und ende august wurde der verein “bern neu gründen” aus der taufe gehoben, der zusammenschlüsse in kern der agglo bern fördern will.

genau das nannte paul messerli, pensionierter professor für wirtschaftsgeografie, eines der seltenen festern der möglichkeiten. gemeint ist damit, dass sich miteinander verschiedene entwicklungen ergeben, die sich gegenseitig befruchten könnten. nach ansicht des geografen gibt es nämlich mindestens drei herausforderungen im raum bern:

erstens, der agglomerationskern bern muss mehr gewicht bekommen. er wächst zwar wieder, aber es muss sich auch durch organisatorischen neugestaltungen klarer in die erster liga der kernstädte in den schweizer agglomerationen spielen.
zweitens, in der agglomeration bern muss das bewusstsein der behörden gestärkt werden, eine gemeinsame region zu bilden. eine basis für vermehrte kooperation hat sarz, die reorganisation des kantons, eine voraussetzung geschaffen.
und drittens, stadt und kanton müssen kooperativer werden, einen überkantonale städtekranz bilden zu können, der die grossen agglomarationen bern, thun, solothurn, biel/bienne, neuenburg und fribourg umfassen soll.

unbestreitbar war für paul messerli heute, dass sich die hauptstadtregion als politikzentrum profilieren sollte. regierung, parlament, verwaltung auf drei ebenen, universitäten, forschung&beratung, medien und kommunikation müssten darauf ausgerichtet und speziell gefördert werden, um zu einen neuartigen cluster heranzuwachsen, das die aufgaben für sich besser und dienstleistungen für andere vermehrt anbieten könnte.

in der diskussion stiessen die die ausführungen zur koordination der möglichkeiten im fester, das sich mitte 2009 plötzlich aufgetan hat, auf grosses interesse. zwar gibt es da und dort skeptiker, doch standen ihnen auch absichten gegenüber, in den zentralen herausforderungen wie dem bahnhof bern, den zubringerstrassen in die agglomeration, der förderungen von höheren schulen resp. der spitallandschaft in der hauptstadtregion gegenüber.

mich hat das zur spontanen idee verleitet, in diesem fester der neuen möglichkeiten auch eine neuartige stadtwanderungen anzubieten. für alle, die an der neuen identität der hauptstadtregion mitarbeiten wollen, , will ich 2010 einen neuartigen rundgang anbieten, ganz nach dem motto: wer wandert, begibt sich unterwegs, ohne schon genau zu wissen, wo er enden wird!

stadtwanderer

cal

ich bin der berner stadtwanderer. ich lebe in hinterkappelen und arbeite in bern. ich bin der felsenfesten überzeugung, dass bern burgundische wurzeln hat, genauso wie ich. also bin ich immer wieder auf der suche nach verästelungen, in denen sich die vergangene kultur in meiner umgebung versteckt hält.

4 Gedanken zu „das geöffnete fenster der möglichkeiten“

  1. Und vierte Herausforderung – wenn man sich schon «Hauptstadtregion» nennt: Mindestens zweisprachig. Sonst redet man aneinander vorbei…

  2. in der tat, an diesem morgen fehlte letzlich nur dieser aspekt. in der diskussion nahm der gemeindepräsident von bremgarten das aber gottseidank auf, und auch ich habe versucht, die brückenfunktion des raums nicht nur zwischen urbanen gebieten, sondern auch zwischen sprachkulturen zu betonen. im vollen wissen, dass genau dieser brückenpfeiler in den 30 jahren in denen ich nun in bern wohne, fast ganz weggebrochen ist.

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