bärenhunger & bärenstärke

finn frisst wieder. das ist ein zeichen, dass es ihm besser geht. mit auswirkungen auf die stadtstimmung. bern würde es gut tun, mehr von dieser bärenstärke in ihr verhalten aufzunehmen.

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finn heute, zum fressen steht er wieder. vom bär lernen, empfehle ich, und sich bei de nächsten attacke ebenso schnell wieder aufrichten

am zebelemärit fragte mich eine junge frau aus der romandie, wo es denn hier zum bärenpark gehe. ich wies ihr den weg, soweit man das in der menge konnte. sie bedankte sich freundlich. da rief ich ihr in all dem gedränge noch hinten nach: “aber springen sie nicht ins gehege. die bären schätzen das nicht!” die frau drehte sich um, schaut mich so blöd an, als wollte sie sagen, sie schätze solche scherze auch nicht.

vielleicht, dachte ich mir, sind die leute ausserhalb berns weniger vom thema eingenommen. obwohl die meisten zeitungen über das drama vom samstag berichteten.

in bern selber ist alles ganz anders. finn war auch heute das stadtthema. am morgen erzählte man sich auf dem perron, dass heute der tag der entscheidung ist. und am abend fragte mich politblogger mark als erstes, ob man schon etwas mehr wisse – in sachen bär!

und wie wir mehr wissen: tierpark-direktor bernd schildger, am sonntag vor den medien noch den tränen nahe, gab heute entwarnung. finn fresse wieder, sei sogar aufgestanden. er bekomme die nötigen medikamente, und für allfällige eingriffe sei man gerüstet.

die vielen honigtöpfe und glückwünsche, die der sympathische kerl erhalten hatte, scheinen ihm gut getan zu haben.

vielleicht ist es das, was bären so populär macht: sie können so unglaublich traurig drein schauen, wenn es ihnen schlecht geht. doch lassen sie sich nicht so schnell unterkriegen. schnell haben sie wieder bärenhunger, und bald schon stellt sich ihre bärenstärke wieder ein.

man wünschte sich, dass bern mehr davon in sich aufnehmen würde, und nach den verbalen schüssen, die es jüngst so häufig gab, schnell wieder zur bärenstärke zurück finden würde.

stadtwanderer

cal

ich bin der berner stadtwanderer. ich lebe in hinterkappelen und arbeite in bern. ich bin der felsenfesten überzeugung, dass bern burgundische wurzeln hat, genauso wie ich. also bin ich immer wieder auf der suche nach verästelungen, in denen sich die vergangene kultur in meiner umgebung versteckt hält.

2 Gedanken zu „bärenhunger & bärenstärke“

  1. Der Titel des Artikels weckt natürlich Assoziationen. Wie wäre es denn mit “Hunger auf Bär”? Es ist nur ein paar Wochen her, da wurde im Bund die Geschichte des “traditionellen” Bärenpefferessens in Bern recherchiert.
    Wobei, Finn tut ja auch mir echt leid. Die Steuerdebatte im Grossen Rat hat wohl die zynische Ader in mir geweckt.

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