reformiert“ – die zeitschrift der reformierten im deutschsprachigen raum, hat mich gebeten, eine analyse der rolle der kirchen in der politik zu schreiben. hier meine these zur unbestrittenen und zur umstrittenen mission.

Druck„Es gibt keine einheitliche Antwort auf die Frage, wie der Konflikt zwischen dem Eigenen und dem Fremden zu lösen ist. Die Polarisierung zwischen vermittelnden Institutionen und populistischen Akteuren ist scharf; und die Bevölkerung neigt in wirtschaftlichen und kulturell angespannten Situationen dazu, letztere zu unterstützen. Positionen, Angehörige fremder Kulturen per se auszustossen, werden jedoch nur von Minderheiten getragen. Mehr Unterstützung haben Forderungen, die Dominanz der traditionellen Kultur einzufordern, derweil liberale Multikultur-Konzepte im grossstädtischen Umfeld attraktiv sind.
Für den Staat bleibt es ein Gebot, sich nicht in konfessionelle und religiöse Fragen einzumischen. Zwar erlangte er seit dem 19. Jahrhundert Identität, wenn er das tat, jedoch um den Preis, nationalistisches Gedankengut zu unterstützen. Dem modernen Dienstleistungsstaat, der Regelungen zu finden hat, die ausnahmslos für alle gelten, ist das nicht mehr angemessen.
Hier sehe ich die Aufgabe der Landeskirchen. Sich in gemeinschaftlichen Fragen zu engagieren, ist ihre unbestrittene Mission. Politisches Engagement wird immer umstritten sein, wo es die Aufgabe der Parteien tangiert. Gesellschaftliche Aktivität wird dann akzeptiert sein, wenn sie eingreift, um das friedliche Zusammenleben Vieler und Verschiedener in der Schweiz zu ermöglichen.“

den ganzen artikel findet man hier; er leitet ein streitgespräch zwischen gottfried locher und christoph mörgeli zum gleichen thema ein, das nach der letzten abstimmung zur innerkirchlichen kontroverse geworden ist.


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