jean-christophe hatte seine helle freude, so locker wie ich gekleidet war. unser lehrer aus dem französischen biarritz bemerkte mein berret sofort. als er die marke sah, war er gleich hin: „chantaco„, so heisse die gegend, ganz im südwesten frankreichs, aus der er selber stamme. da lebe man ganz locker, erklärt er mir in seinem leicht gebrochenen deutsch aus der migros-clubschule. aus dem häuschen war er dann, als ich meinen pullover auszog und im roten lacoste-hemd vor ihm stand. „rené“ der firmengründer der fashion-line, fügt der franzose spontan an, „war eine guter tennisspieler aus frankreich, der simone de la chaume geheiratet hatte, die gründerin des golfplatzes von biarritz!“

in der tat: ich war gestern in münchenbuchsee, auf dem dortigen golf-platz. nicht allein, sondern mit meinen mitarbeiterInnen. betriebsaufsflug, mit einem schuss atlantischer ferienstimmung!

jean-christophe ist da der held des übungsplatzes. tausende von bällen fliegen da täglich unter seiner ägide über die grüne wiese, die einen länger, die anderen kürzer. markierung helfen einem abzuschätzen, wie weit man kommt: 100, 200, 300 m. letzteres schaffe tiger-woods, der übervater der zeitgenössischen golfer mit einem schlag ganz locker, meint jean-christophe. dann zeigt er uns, wie man auf anhieb wenigstens 30 meter weit kommt!

beine gespreizt, analog schulternbreite, locker, leicht in die knie gehen, ganz locker, ebenso leicht vornüber geneigt stehen, wirklich ganz locker bleiben, beginnt er seine anleitung. der körper soll sich drehen, die hüfte den schwung verstärken, während der linke arme geradeaus in den schläger übergeht. am schluss bitte ausdrehen. und immer alles ganz schön ocker, ist die devise von jean-christophe.

das ganze sieht beim golflehrer auch gekonnt aus. doch das nährt die ängste, die durch meinen kopf schiessen umso mehr: dass der weisse ball liegen bleibt, dass sich der schläger in den boden rammt und dass ein fetzen rasen 3 meter weit fliegt … selbstverständlich alles zur ganz lockeren unterhaltung des publikums!

die individuellen erfolge auf dem übungsplatz stellen sich allerdings einiges schneller ein, als man denkt. meinen besten ball veranschlagt jean-christophe – ganz locker – auf 100 meter. immerhin, denke ich mir, dass ist schon so viel wie ein drittell von tiger woods …

eines habe ich an diesem lauschigen nachmittag gelernt: golf ist spannung und entspannung zugleich! die umgebung lädt zum wandern ein; das finde ich ganz sympathisch. und der sport fördert die fehlende rückenmuskulatur, merke ich abends im bett. kein schlechter tag, resümiere ich da das erlebte, bevor ich — ganz locker und mit einem schlag — 3000 meter tief in mein kissen versinke.

stadtwanderer


Comments

4 Comments so far

  1. Mischa on September 13, 2008 11:03

    lieber stadtwanderer

    sagt man nicht „hast Du noch se.. oder golfst Du schon“ 🙂

    ich galube zwei partien minigolf pro jahr sind genung für mich…

  2. stadtwanderer on September 13, 2008 11:13

    ich golfte vorgestern zum ersten und wohl zum letzten mal!

  3. Mischa on September 13, 2008 11:37

    na dann würde ich das sprichwort weiterführen; somit lebst Du noch 😉

  4. stadtwanderer on September 13, 2008 12:35

    JA!
    ausser ein paar timeouts, die indessen jedem gut tun, würde ich das auch so sehen!

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